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Ist zwar kein Urlaub, trotzdem Grüße aus St. Tropez

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Obi
Tach,

nun der Bericht zur Lage der Nation...äh des Obi:

Regen, seid gestern Abend nichts als Regen!
Aber egal, laut Prognose soll es nur bis Freitag Vormittag regnen und ab da an
Sonne, viel Sonne.
Die Arbeit ist langweilig, St. Tropez ist langweilig und die Hostessen von meinem Auftraggeber sind auch langweilig. Einziger Lichtblick:
Ich habe einen Quad Fun-Park in den Bergzügen der Cote d Arezur (keine Ahnung ob man das so schreibt) entdeckt. Ich wollte am Wochenende mal hinfahren und Spaß haben. Vergesst Quad fahren in Deutschland, hier ist das Wahre Offroad Gelände. Sperrliche Vegetation, felsige Oberfläche.

Ich war gestern mal mit dem Auto das Gebiet erkunden, die spinnen die Franzosen, St. Tropez ist ja vom Gebirge umgeben, steile Abhänge zieren zumeist die recht mittelalterlich wirkenden Strassen (Wege, trampelfade). Leitplanken oder der gleichen sucht man hier vergebens, das hat sich der hiesige Eingeborene natürlich zu nutze gemacht, unten in diesen besagten Schluchten liegen Waschmaschinen, Autos, Kühlschränke und andere Gegenstände deren Fachmännische Entsorgung sehr kostenintensiv wäre.
Zurück im Hotel, fragte ich die Rezeption was es wohl mit den Fahrzeugen auf sich hat, ich nahm an: Naja, bei den Strassen kann sich ja mal ein Kühlschrank von der Ladefläche lösen, aber ein Auto?!
Dort wurde mir dann erklärt das es hier zu lande durchaus üblich sei, alte Fahrzeuge und was man sonst so nicht mehr braucht einfach die abhänge herunterkippt. Aus den Augen, aus dem Sinn...
Und unser eines hat schon ein schlechtes Gewissen ein gebrauchtes Kondom auf der Wiese liegen zu lassen.

Ein immerwährender bläulich schimmernder Dunst liegt in der Luft, Du stehst morgens (oder auch mittags) auf, schaust auf den Balkon Deines Zimmers und er ist da der Dunst. Egal zu welcher Zeit, er ist existent. Nach nicht allzu langem suchen kam ich dann auch dahinter, was es sein könnte. Der brennsliche Geruch war mein erster Anhaltspunkt. So begab sich Sherlock Obi auf die suche nach der Quelle.
Fündig wurde ich quasi überall, an Strassen, in Gärten ÜBERALL.
Hier ist es gang und gebe Grünschnitte einfach so zu verbrennen, natürlich ungetrocknet, es soll ja so aromatisch wie nur irgend möglich stinken. Ast vom Baum (äh, Palme) gleich aufs Feuer. Und damit es sich auch lohnt, kommen gleich die Winterreifen von dem zuvor in der Schlucht versenktem Fahrzeug oben drauf. Ich glaube die haben hier so eine Art Wettstreit, wer die größte, stinkernste Rauchsäule erzeugen kann bekommt vom Nachbarn nen Kasten Bier (Moment, wir sind ja in Frankreich: Ne Kiste Wein).
Ach so nicht nur die Anwohner handeln so, nein auch die Städtische Grünpflegebrigade entfacht in regelmäßigen Abständen am Straßenrand die Feuer um das zuvor vom Baumgehobelte Geäst zu vernichten.
Einfach nur Geil, denen hier zuzuschauen.



Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen der kulturellen Völkerverständigung und wart somit unter Ulk zu verbuchen.
Um gleich völlig vom Thema abzukommen, eine kleine Anekdote die sich am Freitag zutrug:
Ich saß da nu so mir nichts dir nichts in unserer Regie rum, als plötzlich die nicht wirklich vorhandene Tür aufging, und ein Rudel (na ja, um ehrlich zu sein 2) Hostessen die selbige betraten.
Ganz in Marla Glenn versunken (nein, ich habe nicht rumgehurrt, sondern lediglich der Musik von besagter Person gelauscht) sah ich erschrocken auf. Zwei, nicht zu verachtende junge Frauen warfen mir ein lächeln entgegen. Noch völlig den zarten Klängen erlegen, erwiderte ich das symphatie Zugeständnis und wollte mich grad wieder den wichtigen Dingen des Lebens widmen, als ich aus den Augenwinkel beobachtete das sich besagte Frauen begannen auszuziehen.
„Huch“ dachte ich „, dass ging aber schnell“, zumal ich ja keinerlei Bemühungen ergriffen hatte, diesen Umstand bewusst herbeizuführen.
Also lehnte ich mich zurück und verfolgt das „nackte“ Geschehen.
Zu meiner Ernüchterung musste ich allzu schnell feststellen, dass sich die Weibsbilder nicht aus, sondern vielmehr nur umzogen um im legeren Look das Wochenende zu begehen.
Was soll ich sagen?
Völlig allein gelassen, mit meinem, dem vorherigen mit angesehenem, zu verdankendem Hormonhaushalt, läutete ich dann also auch das Wochenende ein!
Was sich dann des Nächtens in meinem Hotelzimmer abspielte, brauch ich ja nicht erklären...
„...Kein Sex ist so schön, wie der, den man sich vorstellen kann...“
Geschmacklos? Nee, männlich!
Okay, damit zurück zum Thema, wo war ich grad noch stehen geblieben? Ach ja, beim Petting, ähh Vorspiel, hmm der Einleitung! Wohl an:
Um nicht ganz den Eindruck zu vermitteln wir seien nur hier um den Wein, das Meer und die Sonne (welche sich, wider den Prognosen auch heute noch nicht zeigte) zugenießen, beschlossen wir das Castell de la Trallaallaa (den Namen kann ich weder aussprechen noch schreiben) zu besuchen.
Gesagt getan, wir schlumpften also los... Okay, okay, auch wir sind ein sehr „gehfaules“ Volk und beschlossen, in Hinblick dieser Tatsache, dann doch auf unser „Love & Peace – Mobil“ zurück zugreifen... den Transporter, welcher zugunsten der miesesten Anmache überhaupt mit Bild und Tontechnik Ton, Licht, Video, AV und Filmproduktionen beschriftet ist.
„...hey kleines, Bock auf Filmkarriere?...“, dummerweise war auch gleich die dritte Schnitte, welcher wir diesen Spruch entgegen warfen der deutschen Sprache durchaus mächtig...
Ja, wir hatten nicht den Arsch in der Hose, es beabsichtigt an germanisch stammigen Mädels auszuprobieren!
Das ging dann wohl nach hinten los!
Also weiter dem Anvisierten Ziel entgegen...
Leider haben die Erbauer St. Tropez´s folgenden Architektonischen Bug eingebaut: Fahren mehr als 5 Autos in die Stadt, gibt es nen ordentlichen, ewigwährenden Stau. Na wenigstens haben die aktuelle Stadtväter, diesen Umstand zu analysieren und somit zu vermeiden gewusst. Ein, direkt an der Stadtgrenze befindlicher Parkplatz sollte ausreichend Stellmöglichkeiten für den Touristenansturm bereit halten.
Zu unserem Leidwesen hat die fortschreitende Mobilisierung der Nation aber auch hier seine Spuren hinterlassen: es waren Restlos alle Parkplätze belegt!
Also wieder Richtung St. Maxime (unser Hotel liegt zwischen Tropez und Maxime, ca. 1,5km von Tropez direkt an der Küste).
Dann, sage und schreibe 200m vor unserem Hotel, ein Parkplatz auf dem Seitenstreifen. Nach kurzer, in der Tat sehr demokratischer, Wahl, ob wir gleich wieder am Hotel parken oder nicht befuhren wir den Seitenstreifen (Wir sind zu dritt, die Kollegen waren gegen das Hotel, ich dafür).
Doch soweit laufen, Mist...
Aber es hilft ja nix, wenn man den Mitmenschen zuhause zeigen möchte das man ja auch an anderen Zivilisationen und deren Geschichte interessiert ist, und in anbetracht dieser Tatsache, Beweißfotos machen will.
Endlich an dem Hügel, welches das Fundament für das Objekt unserer Begierde gründet, angekommen, stellten wir ernüchtert fest, dass man hier nicht, wie gehofft via Shuttel, die aufeinander Schiebung der kontinental Platten erreichen können.
Wieder Mist...
In den sauren Apfel gebissen, traten wir den aufstiegt über die, in den Fels eingelassenen Stufen an. Nach unmenschlich anmutenden 2min hatten wir auch die Spitze und somit endlich das Ziel erreicht. Nu das wahrhaft unglaubliche: Franzosen scheinen nicht nur Froschschenkel, sondern allem voran Profit im Kopf zu haben. Das betreten der, einer Festung nicht mal mehr unter Verwendung aller kindlicher Phantasie ähnelnder Ruine sollte 5, 50 Euros kosten.
Den Tränen nahe, sahen wir uns gezwungen die Foto – Love – Storie an den Außenmauern der, einem Kometenkrater gleichendem Geografischen Anomalie, zu erstellen.
Das Speichermedium der digital Kamera restlos voll gemacht, glücklich über die Eindrücke die wir in Form von 1sen und 0en in digitaler Sprache für die Nachwelt festhielten, machten wir uns auf den Rückweg.
Es ist Marktag in St. Tropez, so ne Art Sommer Schlussverkauf für alles was sich kein normaler Mensch in die Bude, geschweige denn an den Leib hängen würde. Natürlich ließen wir uns nicht lumpen, dem emsigen Treiben Aufmerksamkeit zu schenken und uns von der Atmosphäre schreiender aufdringlicher Französischer Trödelhändler mitreißen zu lassen.
Sorry, aber 25 Euro für ein Kleidungsstück, welches mir seine Position am Homosapien`schen Körper, oder gar dessen modischen Reiz vorenthielt, schenke ich keine Aufmerksamkeit oder Kaufkraft.
Ich hatte den Eindruck, dass selbst modische – Diskount – Schleudern wie Aldi oder Lidl qualitativ hochwertigere Waren verticken, welche nicht, wie die hier feilgebotenen Waren als Ursprung die Altkleidersammlung zu haben scheinen.
Schnell weg hier...
Der Marsch zurück zum Kfz erwies sich als schwieriger als angenommen: nach mehrmaligen Verlaufen, stechendem Hunger (ick hab ne Dönerbude gefunden, aber 5,80 Euro für ne Pita die der größe einer deutschen Semmel entspricht... ich dachte schon der teuerste Döner den ich je inhalierte, sei in München gebrutzelt wurden für 4,80) und schmerzenden Füssen waren wir der Verzweiflung nahe.
Ein Lichtblick, das Meer, an dem wir ja nur entlang laufen mussten um endlich wieder den 75PS Kübel besteigen zukönnen und die sage und schreibe 200m zum Hotel in Windeseile hinter uns lassen können, war erreicht. Nach kurzem (ich schätze mal, sich so 3000km hinziehendem) Fußpeinigen waren wir angelangt.
Zur Ernüchterung unserer, musste sich natürlich auch hier die Tücke des Alltags einschleichen!
Einbruch...
Entwendet wurden:
Meine Sonnenbrille (brauch ich ja anscheinend ej nich)
Ein IBM Thinkpad (Gott sei Dank nicht meins, stand ja noch im Hotel...)
2 Mastercue Dongle (Der Videotechniker ist kurz davor, uns mit seinem dahinseichen zu beglücken. Er muß jetzt anstatt von einmal „Take“ drücken, gleich 8 mal diese Taste auf seinem Pult bedienen. Absolute Resignation machte sich bei ihm breit, als wir den Verlust feststellten)

Die hiesige Gendamerie ist natürlich gleich neben der Treppe zum Castell zu finden...
Mit Schmerzverzerrtem Gesicht dort hin, Anzeige gemacht, ohne Verlaufen (jetzt kannten wir ja den Weg) zurück zum Auto und dann ab ins Hotel (ich werde natürlich die verbleibende Zeit hier nutzen um meinem Kollegium unter die Nase zu reiben, dass ICH ja dafür war, dass Auto gleich wieder am Hotel zu parken).

Bier raus, betrinken, ab ins Bett, am Zipfel spielen und morgen kein Fuss vom Hotelgrund auf den höchstkriminalisierten Französischen Boden setzen.

Das war er dann, der Samstag.
Was morgen passieren wird kann ich jetzt schon sagen: NICHTS, außer Bier raus, betrinken, ab ins Bett und Mütze - Glatze spielen!

Ich bitte darum Rechtschreibfehler zu verzeihen, da ich dat ganze im Suff verfasst habe.

Mit freundlichen Grüßen, ein gepeinigter, bald von dem Team verdroschener Obi!

 [user:12610]

 [user:4666]

macrocosmic
Sehr schöner Bericht, hab einige Male laut gelacht und bin auf die Fortsetzung(en) gespannt. Weiterhin viel Spaß in Frankreich. :)
Beweißfotos
Die interessieren mich noch mehr.

 [user:356]

Obi
So ein paar Bilder.
Bin wieder daheim, habe den Bericht früher geschrieben, habe ihn einfach erst später reinstellen können. Mehr gibt es noch nicht. Ich wollte dann auch nochmal eine Zusammenfassug schreiben!

1. Bild: Blick vom Hotel
2. Bild: schönes Moped!
3. Bild: schönes Auto!
4. Bild: vom Hotel zur Verfügung gestellte Loung, in der wir einen Spare-Plasma aufbauen durften, mit passender Schüßel (nächstes Bild, leider haben wir den Wind einwenig unterschätz, so kam es: das die lecker Satellitenempfangseinheit des Nächtens von einem uns nicht wohlgesonnenem Windhauch erfasst wurde und in den Hotelgarten endschwebte!
5. Bild: Dies führte unwiderruflich zu einer "leichten" Demolierung! Naja, shit happens...)

Dort nahmen wir dann aufjeden Fall unser Abendessen zu uns und versuchten die französische Sprache "einzubayerischen", z.B:

Bonjour (keine Ahnung ob man das so schreibt): OPaarSchuh (tiefe Betonung)

Alle anderen Vokabeln haben leider nur meine bayerischen Kollegen über Lippen haben bringen können. Wir wollten aber noch via E-mail Kontakt über diesen Alptraum halten! Die ganze Nummer war im Endeffekt doch ne ganz schön langweilige Nummer. Hier noch ein paar Bilder zur Saschlage:

6. Bild: Senderstrecken (fals das überhaupt irgendwen interessiert. Dort war ein total eingenartiges störverhalten im Sende-und Empfangsbereich der UHF´s fest zu stellen. Obwohl ich 10dB Pedals unmittelbar, also in 3m Entfernung zum Laudator in 2,50m höhe positioniert hatten waren Einbrüche von bis zu 35db zu messen!) Alles sehr sehr eingenartig, es gab Zeite da wären fast die Balken, die zur visionalisierung des Netzes dienen, aus dem Handy gehüpft und dann im nächtes Moment war das schweigen der Lämmer..., nee das des Netzes! Wobei die erstere Variante auch nicht so abwegig wäre. Direkt neben unser Regie war die Küche. Hmmm... lecker mag sich manch einer denken, muhahaha... nix da, wir wurde jeden Tag aufs neue von Nervengas ähneldem Gerüchen penetriert. Gott ich sach´s euch, dat hat jestunke wie die Pest!!! In dieser wirklich sehr großzügig bemessenden (ca. 3,5qm Sitz und Stehfläche, verwinkelt) durften wir so jeden Tag unser Dasein fristen. Tja, sonst hätt ich garantiert auch nicht die Zeit das zu schreiben.
Es war der Horor: Gestank, Hitze, ständig hinter das Hotelpersonal (besonders geliebt waren die Putzkolonen, man mag sich gar nicht vorstellen können wie durch die Valachhei poltern... Ruuuunnnggg´s Tür auf, jeden Tag aufs neue gegen die Trenwand, welche zur abtrennung zum Flürchen diente, sich erschrecken... dann noch schnell erschrecken, obwohl es jeden Tag die gleichen Angestellten waren. Welche natürlich auch kein Wort Englisch sprachen und wir unseren dummen Sprüchen freien Lauf lassen konnte...

7. Bild: noch ein nettes Haus im Zentrum. War ganz lustig: an der Bullen Station ward geschrieben: Sauf Gendamerie!Naja ist ein ziemlich platter Gag, was soll´s...



edit: Hmmm, irgendwie kann ich grad die Foto´s nicht hochladen...... Hilfe!!!!!
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