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Eure Kinder

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind,
gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,
aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von dene eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel
auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit seiner Macht,
damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

(Khalil Gibran) *engel*

littlefirefairy

2.(Anfang unten)

...
"Guten Morgen, Pferdemutter,!
Guten Morgen, Pferdekind!
Seid ihr nicht vielleicht zwei Tiere,
die mir ähnlich sind?
Denn ich bin, ich weiss nicht, wer,
dreh' mich hin und dreh' mich her,
dreh' mich her und dreh' mich hin,
möchte wissen, wer ich bin."

"kleiner", sagt das Pferdekind,
"deine Haare wehn' im Wind
so wie meine.
Aber Deine
kleinen beine
sind zu kurz,
und deine Ohren,
sind viel länger als bei mir -
nein, Du bist ein andres Tier!"

Auch die Pferdemutter stupst es
mit dem weichen Pferdemaul:
"niemals wird aus Dir ein Gaul!
Bist ein Hasen-Kattzen-Hund
oder sonst ein Kunterbunt,
hast ein lustiges Gesicht,
doch ein Pferd?
Das bist Du nicht!"

Auch die kuh
sagt: "Nanu!
Was für einer
bist denn Du?"
Schaf und Ziege,
jeder spricht:
"Nein, ein Pferd,
das bist du nicht!"

....
3
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» [user:21763]
26.03.2007 23:19:44

littlefirefairy

Das kleine Ich bin Ich

*Die Darsteller sind frei erfunden und ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht beabsichtigt ;)*

Auf der bunten Blumenwiese
geht ein buntes Tier spazieren,
wandert zwischen grünen Halmen,
wandert unter Schierlingspalmen,
freut sich, daß die Vögel singen,
freut sich an den Schmetterlingen,
freut sich, daß sich freuen kann.
Aber dann...

aber dann
stört ein Laubfrosch seine Ruh',
und fragt das Tier: "Wer bist denn Du?"
Da steht es und stutzt
und guckt ganz verdutzt
dem Frosch ins Gesicht:
"Das weiß ich nicht."
Der Laubfrosch quakt und fragt: "Nanu?
Ein namenloses Tier bist du?
Wer nicht weiß, wie er heißt,
wer vergißt, wer er ist,
der ist dumm!"
Bumm.

Auf der bunten Blumenwiese
will das bunte Tier nicht bleiben.
Irgendeinen will es fragen,
Irgendeiner soll ihm sagen,
wer es ist.
...

von Mira Lobe

...Fortsetzung folgt
2
» [blog:4793]
» [user:21763]
26.03.2007 20:23:08

littlefirefairy

Auf der Suche nach dem verlorenen Glück

Wer übernimmt die Führung?

Die unglückseligen Folgen, wenn sich alles ums Kind dreht

von Jean Liedloff

Es hat den Anschein, daß viele Eltern von Kleinkindern, in ihrem Bemühen, weder nachlässig noch respektlos zu sein, in die scheinbar entgegengesetzte Richtung übertreiben.

Es dauerte eine Weile, bis mein "zivilisierter" Verstand die Bedeutung dessen, was ich beobachtete, vollständig erfaßte. Ich hatte mehr als zwei Jahre damit verbracht, in den Urwäldern Südamerikas mit Steinzeit-Indianern zu leben. Kleine Jungen reisten mit uns, wenn wir ihre Väter als Führer und Begleitung in Anspruch nahmen, und wir lebten oft Tage oder Wochen in den Dörfern der Yequana-Indianer, wo Kinder den ganzen Tag unbeaufsichtigt von Erwachsenen oder Jugendlichen spielten. Erst nach der vierten Expedition wurde mir schlagartig bewußt, daß ich niemals einen Konflikt zwischen Kindern oder zwischen einem Kind und einem Erwachsenen gesehen hatte. Die Kinder prügelten sich nicht nur nicht untereinander, sie stritten nicht einmal. Sie gehorchten ihren Eltern unverzüglich und freudig und trugen oft Babies mit sich herum während sie spielten oder bei der Arbeit halfen.

Wo war die "Trotzphase" geblieben? Wo die Wutanfälle, der Kampf, "den eigenen Kopf durchzusetzen", die Selbstsucht, die Zerstörungswut und die Unachtsamkeit gegenüber der eigenen Sicherheit, die bei uns die Regel darstellen? Wo waren das Schimpfen, die Disziplin, das "Grenzensetzen", um ihre Widerspenstigkeit zu bändigen? Wo bloß war das feindselige Verhältnis zwischen Eltern und Kind, das wir als selbstverständlich voraussetzen? Wo waren die Vorwürfe, die Bestrafungen bzw. wo fanden sich überhaupt Zeichen von Nachgiebigkeit?

Der Weg der Yequana

Es gibt bei den Yequana einen Spruch gleichbedeutend mit "So sind Jungens eben"; er hat jedoch einen positiven Beiklang, der sich auf ihren freudigen Schwung bezieht, mit dem sie herumrennen, lärmen, im Fluß schwimmen oder Yequana-Badminton spielen (ein Nicht-Wettkampfspiel, in dem alle Spieler versuchen, einen Maiskolben durch Schlagen mit der offenen Hand möglichst lange in der Luft zu halten).

Ich hörte viel Rufen und Gelächter, wenn die Jungen draußen spielten, sobald sie jedoch die Hütten betraten, senkten sie die Stimme, um die hier herrschende Ruhe nicht zu stören. Sie unterbrachen niemals eine Unterhaltung zwischen Erwachsenen. Tatsächlich sprachen sie kaum einmal in Gesellschaft von Erwachsenen sondern beschränkten sich darauf, zuzuhören und kleine Dienste zu verrichten wie Essen oder Getränke herumzureichen.

Weit davon entfernt, zu willfährigem Verhalten gezwungen oder erzogen zu sein, sind diese kleinen Engel entspannt und fröhlich. Und sie wachsen zu glücklichen, selbstbewußten und hilfsbereiten Erwachsenen heran.

Wie machen sie das? Was wissen die Yequana über die menschliche Natur, was wir nicht wissen? Was können wir tun, um friedliche Beziehungen mit unseren Kindern zu erreichen, im Kleinkindalter oder später, wenn sie einen schlechten Start gehabt haben?

Die "Zivilisierte" Erfahrung

In meiner Privatpraxis suchen mich Menschen auf, um die schädlichen Auswirkungen von Selbsteinschätzungen zu überwinden, die in ihrer Kindheit geformt wurden1). Viele dieser Menschen sind Eltern und darum bemüht, ihren Nachwuchs nicht derselben Art von Entfremdung auszusetzen, die sie unter dem Einfluß ihrer eigenen in der Regel wohlmeinenden Eltern erlitten haben. Sie möchten wissen, wie sie ihre Kinder glücklich und ohne Leiden aufziehen können.

Die meisten Eltern folgten meinem Rat und hielten ihre Babies entsprechend dem Yequana-Beispiel in ständigem Körperkontakt, bis diese mit dem Krabbeln begannen2). Einige jedoch mußten überrascht und bestürzt erfahren, daß ihre Kleinkinder "fordernd" und wütend wurden - oft gegenüber dem fürsorglichsten Elternteil. Kein Ausmaß an Hingabe und Aufopferung verbesserte die Einstellung der Kinder. Zunehmende Bemühungen, sie zu besänftigen, erreichten lediglich steigende Frustration sowohl bei den Eltern wie beim Kind. Warum machen die Yequana diese Erfahrung nicht?

Der entscheidende Unterschied besteht darin, daß sich bei den Yequana nicht alles ums Kind dreht. Sie mögen gelegentlich ihre Babies liebevoll knuddeln, "Kuckuck" spielen oder ihnen etwas vorsingen, die meiste Zeit jedoch richtet die Pflegeperson ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge... nicht das Baby! Auch Kinder, die ein Baby versorgen, betrachten Baby-Pflege als eine Nichtaktivität und widmen ihnen, obwohl sie sie überall herumtragen, nur selten einmal ihre direkte Aufmerksamkeit. Auf diese Weise finden sich Yequana-Babies inmitten der Aktivitäten, an denen sie später einmal teilnehmen werden, während sie die Entwicklungsstadien des Kriechens, Krabbelns, Laufens und Sprechens durchschreiten. Der panoramaartige Blick auf die Erfahrungen, das Verhalten, das Tempo und die Sprache ihres zukünftigen Lebens versorgt sie mit einer reichen Grundlage für ihre sich entwickelnde Mitwirkung.

Ein Kind, das den ganzen Tag "bespielt", zu dem ständig gesprochen oder das tagtäglich bewundert wird, entbehrt diese Phase des getragenen Beobachters, die es als richtig empfinden würde. Unfähig, seine Bedürfnisse auszusprechen, wird es seine Unzufriedenheit ausagieren. Es versucht, die Aufmerksamkeit der Pflegeperson zu erhalten, jedoch - und hier liegt die Ursache für die verständliche Verwirrung - mit dem Ziel, die Pflegeperson dazu zu veranlassen, seine unbefriedigende Erfahrung zu ändern, d.h. ihren eigenen Tätigkeiten nachzugehen,mit Selbstvertrauen und ohne das Baby scheinbar um Erlaubnis zu fragen Sobald die Situation korrigiert ist, kann das Aufmerksamkeit heischende Verhalten, das wir als dauerhaften Trieb mißverstehen, nachlassen. Das gleiche Prinzip gilt für die auf die Tragephase folgenden Entwicklungsstadien.

Eine hingebungsvolle Mutter von der Ostküste war am Ende ihrer Kräfte angelangt, als sie mit telephonischen Beratungen bei mir begann. Sie lebte im Krieg mit ihrem geliebten dreijährigen Sohn, der sie oft anrempelte, manchmal nach ihr schlug, sie anschrie, sie solle den Mund halten, neben anderen besorgniserregenden Äußerungen von Ärger und Respektlosigkeit. Sie hatte versucht, mit ihm vernünftig zu reden, ihn gefragt, was sie für ihn tun sollte, ihn bestochen und so lange sie konnte sanft mit ihm gesprochen bevor sie die Geduld verlor und ihn schließlich anbrüllte. Danach wurde sie von Schuldgefühlen geplagt und versuchte, es wieder "gutzumachen" mit Entschuldigungen, Erklärungen, Umarmungen oder Sonderbehandlungen, um ihre Liebe zu beweisen - worauf ihr kostbarer kleiner Junge mit neuen, launischen Forderungen antwortete.

Manchmal hatte sie aufgehört, ihn zufriedenzustellen und war mit zusammengepreßten Lippen ihren eigenen Aktivitäten nachgegangen, ungeachtet seines Geheuls und seiner Proteste. Wenn sie dies schließlich lange genug aushielt, sodaß er mit seinen Versuchen, sie zu kontrollieren, aufhören konnte und sich beruhigte, hatte er aus seinen herzerweichend schönen Augen zu ihr hinaufgestarrt und gesagt "Ich liebe Dich, Mama", worauf sie, beinahe demütig in ihrer Dankbarkeit für diese momentane Befreiung von dem bleiernen Schuldgefühl in ihrer Brust, schon bald wieder aus seinem marmeladen-bekleckerten Patschhändchen fraß. Er wurde daraufhin rechthaberisch, dann ärgerlich und grob und das ganze herzzerreißende Szenario begann von Neuem, worauf die Verzweiflung meiner Klienten sich noch vertiefte.

Ich höre viele ähnliche Geschichten von Patienten aus den USA, Kanada, Deutschland und England, weshalb es mir zulässig erscheint zu sagen, daß dieses Problem bei den gebildetsten und wohlmeinendsten Eltern der westlichen Gesellschaften weit verbreitet ist. Sie schlagen sich mit ihren Kindern herum, die scheinbar die Erwachsenen unter Kontrolle halten und all ihren Launen gefügig machen wollen. Um die Sache noch zu verschlimmern, glauben viele Leute, daß dieses Phänomen ein Zeugnis für die weithin gültige Vorstellung ablegt, daß unsere Gattung, als einzige unter allen Kreaturen, von Natur aus unsozial sei und jahrelangen Widerstand ("Disziplin", "Sozialisierung") benötigt, um lebensfähig oder "gut" zu werden. Wie die Yequana, die Balinesen und zahlreiche andere Menschen außerhalb unseres Kulturkreises aufzeigen, ist dies jedoch eine völlig irrige Vorstellung. Auf die Konditionierungen ihrer Kultur reagieren die Mitglieder aller Gesellschaften in gleicher Weise.

Der Weg zur Harmonie

Was verursacht dann dieses Unglück? Wo haben wir unsere menschliche Natur mißverstanden? Und was können wir tun, um uns der Harmonie anzunähern, die die Yequana mit ihren Kindern genießen?

Es hat den Anschein, daß viele Eltern von Kleinkindern, in ihrem Bemühen, weder nachlässig noch respektlos zu sein, in die scheinbar entgegengesetzte Richtung übertreiben. Wie selbstlose Märtyrer haben sie in der Phase des Getragenwerdens ihre Kinder in den Mittelpunkt gestellt, anstatt sich mit Erwachsenen-Aktivitäten zu befassen, die ihre Kinder beobachten, verfolgen, imitieren und bei denen sie assistieren können, wie es ihrer Natur entspricht. Mit anderen Worten, weil ein Kleinkind lernen will, was seine Leute tun, erwartet es, seine Aufmerksamkeit auf einen Erwachsenen richten zu können, der sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmert. Ein Erwachsener, der seine Aktivitäten unterbricht, um herauszufinden, welche Tätigkeiten das Kind von ihm verlangt, verursacht einen "Erwartungs-Kurzschluß". Er macht auf das Kind den Eindruck, als wüßte er nicht, wie man sich benimmt, als fehlte ihm Selbstvertrauen und, sogar noch alarmierender, als suche er nach Führung bei ihm, einem zwei- bis dreijährigen Kind, das auf den Erwachsenen als ruhige, kompetente und selbstsichere Bezugsperson angewiesen ist.

Die ziemlich vorhersagbare Reaktion eines Kleinkindes auf elterliche Unsicherheit ist, die Eltern nun nochmehr aus der Balance zu stoßen, sie bis zu dem Punkt zu testen, wo sie sicher stehen und somit seine Besorgnis darüber, wer die Führungrolle innehat, zerstreuen. Das Kind wird wahrscheinlich damit fortfahren, Bilder an die Wand zu malen, nachdem seine Mutter es inständig gebeten hat, davon Abstand zu nehmen, mit entschuldigender Stimme, die ihm zeigt, daß sie nicht glaubt, daß es gehorchen wird. Wenn sie dann schließlich seine Stifte wegnimmt, mit deutlichen Anzeichen ihrer Angst vor seinem Zorn, wird es - so sicher wie es eine soziale Kreatur ist - ihre Erwartungen erfüllen und einen Wutanfall bekommen. Wenn sie seinen Ärger mißversteht und umso intensiver herauszufinden versucht, was das Kind will, bittet, erklärt, es scheinbar verzweifelt besänftigen will, wird das Kind dazu veranlaßt, zusätzliche, noch unverschämtere und inakzeptablere Ansprüche zu stellen. Das Kind muß hiermit fortfahren bis sie schließlich die Führung übernimmt und es spüren kann, daß die Ordnung wiederhergestellt ist. Es mag zwar immer noch keine ruhige, selbstsichere und zuverlässige Autoritätsperson zum Vorbild haben, da seine Mutter sich von dem Punkt, wo sie ihre Geduld verlor, zu dem Punkt hinbewegt, an welchem Schuldgefühle und Zweifel an ihren Fähigkeiten wieder an ihr zu nagen beginnen. Trotzdem wird das Kind eine dürftige Beruhigung darin finden, daß sie, als das "Porzellan schließlich zerschlagen war", es von der Führungsrolle und von seinem panischen Gefühl befreite, daß es irgendwie wissen müßte was seine Mutter zu tun habe.

Kurz gesagt, wenn ein Kind sich zu dem Versuch genötigt sieht, das Verhalten eines Erwachsenen zu kontrollieren, geschieht dies nicht, weil das Kind Erfolg haben will, sondern weil es die Sicherheit braucht, daß der Erwachsene weiß, was er tut. Überdies kann das Kind der Versuchung nicht widerstehen, solange zu testen, bis der Erwachsene sicher steht und das Kind diese Sicherheit spüren kann. Es würde keinem Kind im Traum einfallen, die Initiative für einen Erwachsenen zu übernehmen, es sei denn, ein derartiges Verhalten wird von ihm erwartet - nicht gewünscht, sondern erwartet! Wenn das Kind spürt, daß es die Kontrolle übernommen hat, wird es zudem verwirrt, bekommt Angst und muß bis zum Äußersten gehen, um den Erwachsenen dazu zu zwingen, die Führung wieder an sich zu nehmen, wie es sich gehört.

Sobald dies verstanden wird, zerstreut sich die Angst der Eltern vor dem "Dem-Kind-Etwas-Aufzwingen" und sie erkennen, daß es keinen Anlaß für Feindseligkeiten gibt. Indem sie die Führung übernehmen, erfüllen sie die Bedürfnisse ihrer geliebten Kinder anstatt im Widerspruch dazu zu handeln.

Meine Patientin von der Ostküste brauchte ein bis zwei Wochen, um die ersten Ergebnisse dieses neuen Verhaltens zu sehen. Danach gestalteten uralte Mißverständnisse und die Macht der Gewohnheit die Übergangszeit der Familie auf dem Weg zum harmonischen Zusammenleben etwas holprig. Heute sind sie und ihr Mann, ebenso wie viele meiner anderen, mit ähnlichen Schwierigkeiten belasteten Klienten, durch ihre eigene Erfahrung glücklich davon überzeugt, daß Kinder, weit von der Widerspenstigkeit entfernt, von Natur aus höchst gesellige Wesen sind. Die Erwartung, so zu sein, erlaubt es ihnen, so zu sein. Sowie das Kind die Erwartung der Eltern in sein soziales Verhalten wahrnimmt, wird es diese Erwartung erfüllen; gleichzeitig bestärkt die Erfahrung der Eltern mit dem sozialen Verhalten des Kindes deren Erwartung. So funktioniert es.

In einem dankbaren Brief schrieb der Mann meiner Patientin über seine Frau, sich selbst und ihren Sohn: "[Wir] sind auf wunderbare Weise zusammengewachsen, haben uns "zusammengelernt und -geliebt". Unsere Beziehungen entwickeln sich weiterhin in eine uneingeschränkt positive und liebevolle Richtung".

(c) Jean Liedloff, 1991
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20.12.2006 16:59:11


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