Und da geht sie hin, die Sprache... |
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[user:2511] |
schmock ING. |
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es so schlimm kommen wird wie von einigen Seiten befürchtet. Eine "Verlodderung" der jugendlichen Sprache gab es bereits in vorhergegangenen Generationen und stellte bisher für unsere Sprache kein Problem dar. Was vor vierzig Jahren noch undenkbar war, wird heute hunderfach täglich in den Chefetagen der Republik gemacht; der gefühlsbetonte Ausruf "geil" wird einmal als Beschreibung der witzigen .pps Datei, des tollen Wochenendes oder schlicht als Bezeichnung der Sekretärin (der geilen Sau) genutz.
Es wird marginale Eindeutschungen geben, die grammatikalische Grundstruktur unseres Satzbaus wird jedoch weiterhin Bestand haben (so meine Vermutung). Grade im Geschäftsbereich (welcher auch immer dahinter stehen mag) ist eine klare und unzweifelhafte Artikulation von Nöten und lässt sich nicht durch steinzeitliche "ugah"-Laute ersetzen. edith schmeisst n "durch" in den satz |
Icarus |
lol Die Polylux ist immer wieder "geil" ;) Manchmal finde ich es schon erschreckend welch mangelndes Sprachvermögen bei einem Teil der Jugend vorherrscht. "Fick dich" bedeutet da zB "Ich habe gerade keine Lust". Nachdem ich als Kind ein halbes Jahr im Jugendfußballverein war konnte ich auch eine ganze Reihe an türkischen Schimpfwörtern - ohne ihre Bedeutung zu kennen. "sik da lan" ist da öfter gefallen als das "Tor". Eine allgemeine gesellschaftliche Verrohung wie in der Satire dargestellt wird aber dennoch ausbleiben. Auf ein Gymnasium kann sich jemand mit derart geschwächtem Deutsch nicht halten, daher wird die obere Bildungsschicht nicht von einem Etholekt infiltriert werden. Ich habe fertig. |
Haken |
Jup, denke ich auch, jedenfalls mit weniger weit führenden Folgen. (Und es heisst "Siktir lan"...*gg*) |
Otto Natter |
Davon war ich auch immer überzeugt. Bis ich an die Uni kam...Gerade bei den WiWis und Juristen sind relativ viele Ausländer, v.a Türken- und da wird teilweise genau so gesprochen wie ich es für eine Hauptschule vermutet hätte- bei Juristen und WiWis!!! Und ich rede nicht von 2, 3 Leuten, die ich mal so habe reden hören |
Pantoffelkino Teleshopping |
Ich kann Post #1067002 für die Ruhrpottunis bestätigen, aber hoch neun!
Diese Leute entscheiden sich meistens für ein BWL- oder VWL-Studium, wohl weil sie glauben, daß es zum großen Geld führt und diese Leute ja häufig großen Wert auf Statussymbole oder das traditionelle muslimischeFamilienbild (der Mann verdient das Geld und ist der Ernährer) legen.
Aber was ist denn ein Abitur noch wert bzw. inwieweit ist denn dort gute Artikulations- und Konversationsfähigkeit gefragt? Wer sich einigermaßen anpassen kann und nachplappert, was der Lehrer hören will, kommt auch da durch. Dafür muß man nicht gut mit Sprache umgehen können. |
[user:16869] |
Icarus |
Auf dem von mir besuchten Gymnasium hätte jemand, dessen Sprache so schlecht ist, dass er zB Präpositionen auslässt niemals das Abitur geschafft - daher meine Hypothese. Selbst in Mathe mussten wir die Formeln in kompletten Sätzen ausformulieren. Die Leistungsansprüche der einzelnen Schule scheinen aber tatsächlich ziemlich unterschiedlich zu sein. Aber was ihr da von den Unis schreibt erschreckt mich (Ich beginne im nächsten Semester mein Studium). Gerade als Jurist ist doch Formulierungsfähigkeit gefragt.. |
Otto Natter |
[user:16869]:
Das heisst so!
Ich glaube die Uni und v.a die WiWi- und Jura-Fakultäten sind Meister in schwachsinnigen Abkürzungen benutzen --> Ich werde dieses Semester unter andrem OFP, KoRe und FiMa belegen
So siehts leider aus. Ich habe zwei Freundinnen (eine mit komplett deutscher Familie und eine mit ausländischen Eltern), die beide so ziemlich genau so schreiben wie sie reden. Beide haben dadurch ziemlich Probleme in der Uni v.a. bei Übersetzungen, aber auch in normalen Klausuren. Abitur haben sie dennoch beide gemacht (die mit den deutschen Eltern zwar ein ziemlich schlechtes, aber das lag eher an der Faulheit). Bemerkenswert finde ich bei den bereits erwähnten Türken (aber auch anderen Ausländern, die nur zum studieren hier sind, also nicht hier aufgewachsen und somit teilweise nicht sooo gut deutsch sprechen), dass sie ausgerechnet solche Fächer studieren, in denen ein guter Ausdruck bzw. Textverständnis gefragt ist. Ein Mitbewohner von mir sagt bis heute (nach ca. 6 Jahren in Deutschland) Ich gehe in dem Küsche, schreibt aber Hausarbeiten nahezu Fehlerfrei. Auch habe ich zwei Bachelor-Klausuren von 2 bulgarischen Freunden von mir gelesen und da gabs auch nur minimale Fehler. Beim Sprechen machen sie jedoch schon einige. Bei mir persönlich ist das andersrum. In den Sprachen die ich studiere, mache ich schriftlich mehr Fehler als beim Sprechen. Kritisch wirds eben bei solchen Fällen, wie den genannten Freundinnen, die so schreiben wie sie reden... |
[user:16869] |
LoneWolf |
Abk. rlz! |
Woodstock |
Ihr vergesst, dass an den Unis nicht nur Gymnasiasten sondern auch Gesamtschüler studieren.
Das sind die, deren Lehrern meist alles egal ist, ob du nun was kannst oder nicht. Daher kommt ein großer Teil der Sprachverwirrung an den Unis. Naja das Zentralabitur wird hier jeztt hoffentlich was ändern, es sei denn, die Lehrer haben so keine Lust, dass sioe ihre Schüler im Stich lassen. |
Otto Natter |
Das kann gut sein, dass das in den von mir zitierten Fällen zutrifft, da ich ja jetzt in Hessen bin, wos diese Schulform noch gibt. Aber müssen die denn dann nicht auch Abitur machen, bevor sie an die Uni gehen? Ich dachte in ner Gesamtschule hat man halt bis zu ner gewissen Klasse gemeinsam Unterricht und wenn man will macht man halt weiter bis zum ABI? (Hab da kein Plan, da es bei uns Gesamtschulen seit Ewigkeiten nicht mehr gibt- wurde abgeschafft, als ich so in der 5., 6.Klasse war). Ausserdem beantwortet das auch immer noch nicht die Frage, wieso diese Leute dann in ausgerechnet solchen Fächern wie Jura und Wirtschaft eigentlich keine Probleme haben- deren Hausarbeiten und Klausuren und Fallstudien sind ja nicht gerade irgendwelche Bildzeitungstexte. |
Woodstock |
Also an Gesamtschulen macht man generell Abitur, genau wie an Gymnasien. Allerdings liegt es meist im ermessen des Lehrers, wie schwer das Abitur wird.
In NRW gibt es seit neuestem das Zentralabitur. Das ist für Gymnasien und Gesamtschulen gleich. Die Gesamtschulen müssen also jetzt nen ordentlichen Zahn zulegen. Kann den Schülern nur gut tun. Dass die Texte nicht schlecht geschrieben sind, liegt daran, dass man ja auch vorher an der Schule lernt, wie man diese Texte schreibt bzw. auch an der Uni. Es ist gar nicht mal so einfach nen schlechten, also schlecht verständlichen und mit falscher rechtschreibung versetzten Text zu schreiben, wenn man eng an der Literatur arbeitet. Das bedeutet, was du liest kannst du auch in guter Schriftsprache bearbeiten, allerdings beherrscht im mündlichen Sprachgebrauch doch mehr das Umfeld und die Gewohnheit die Ausdrucksweise. Ich mein, wenn du mich mit "Aldaa wie isset, kommse mit Kino?" begrüßt und ich antworte: "Aber ja meine Teuerste ich liebe den Cinematographen, lass uns gleich aufbrechen!" , dann guckst du erstmal wie'n Auto. |
Otto Natter |
*wien Auto guck*
Ich weiß was Du meinst, aber ganz ehrlich, wie kann jemand der sagt Kommste mit Kino hochkomplexe Texte schreiben? Klar, ich rede auch anders als ich schreibe und schreibe z.B. hier anders als in der Uni. Aber bei manchen Leuten merkt man doch, ob sie rein theoretisch richtig reden könnten. Also Artikel verwechseln u.ä ist schon hart. Und zu
Ich erwähnte ja
Und die ausländischen Freunde, deren Bachelorarbeiten ich korrigiert habe, haben in der Schule sicher nicht solche Texte im Deutschunterricht gelrnt. Also sie könnens mir auch nicht beantworten, wieso die so gut schreiben können im Vergleich zur gesprochenen Sprache. Mir persönlich gehts wie gesagt andersrum: Ich kann Fremdsprachen viel besser sprechen als schreiben... Naja, mir solls erstmal egal sein, solang ich nicht von allzu viel solcher Fehltritte umgeben bin... |
Arthur Dent |
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Miraculix |
Also ich weiß ja nicht über was für Gesamtschulen ihr redet, aber auf der Gesamtschule wo ich war, wars irgendwie n bisschen anders. Unseren Lehrern war nicht alles egal, bei uns konnte jeder "normal" sprechen (also zumindest die die ich gehört hab).
Das mit dem ABI war bei uns so, man konnte nach der 10. klasse abgehen und hatte halt je nach dem hauptschul , FOR oder FOR mit qualli. Um ABI zu machen, braucht man FOR mit quali. |
Woodstock |
Ich finde es schön zu hören, dass es noch qulitativ hochwertige Gesamtschuloen gibt.
Selber MÖÖÖÖP Ich hab auch in NRW ABI gemacht und gar kein einfaches. Aber wie du deine Schwerpunkte im Lehrplan setzt, oder wie genau du dein Schüler auf die drei eingereichten Aufgaben vorbereitest ist ja wohl doch im ermessen des Lehrers. Und meinen Lehrern war es lieber und alles notwendige beizubringen, manstatt die Lösungswege von drei möglichen Aufgaben. |
Larry_Brent |
Und das hat ja auch geklappt
scnr |
Arthur Dent |
Im ermessen des Lehrers liegt es auch weiterhin, den Untericht (im Rahmen des Lehrplans) zu gestalten, Zentralabi hin oder her. Und ob das NRW-Zentralabi qualitativ besser ist, als das dezentrale Abi vorher, muß sich ja auch erst mal noch herausstellen.
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marymary |
Die WiWi's sind die Schlimmsten. Man erkennt sie unmittelbar an ihrem Kleidungsstil und an ihrer Aussprache. Entweder sprechen sie überdurchschnittlich gut und vornehmlich in akademischer Sprache oder eben so wie im ZItat beschrieben. "Ey Alter is dat Scheißkaffee Automat kaputt oda watt, alter, watt is datt denn?" Ich habe nichts gegen Ausländer - im Gegenteil. Natuerlich folgt dem Satz jedoch ein Aber. Gestern noch stand ich im Aufzug in der Bib und als ich mich umsah und umhörte kreisten verschiedene Sprachen in meinem Ohr und in dem Aufzug stand eine Deutsche - ich. Und das ist kein Zufall. Und dem entsprechend ist auch die Sprache. Sei es in der Mensa, in Seminaren, bei Vorträgen und Referaten. Ich habe schon Referate gehört, wo es fast unmöglich war, etwas zu verstehen, weil die Aussprache so beschissen war. An einer Universität. Entweder wird überwiegend türkisch gesprochen oder polnisch und vergleichbares. ODer es wird mit veränderter deutscher Sprache gesprochen, ohne Artikel mit falschen Personalpronomen oder das ü wird zum i und das ch zu sch. Es ist nicht nur anstrengend sondern es ist auch sprachlich einfach nicht korrekt. Die Profs sehen darüber hinweg, es würde mich nicht wundern, wenn sie selbst sogar ohne Artikel sprechen würden. Und vielen kann es dort auch nicht auffallen, weil eben die meisten nicht einmal wissen, dass es falsch ist, so zu sprechen. Ich frage mich immer, wie die Hausarbeiten dieser Leute aussehen. Ich frage mich, wie man ein Diplom erlangen kann an einer deutschen Uni in einem Studiengang der einem eine in deutschgeschriebene Diplomarbeit abverlangt? Ich finde es nervig Was ganz schlecht ist, sind Deutsche die nicht in der Lage sind, sich in ihrer eigenen Sprache mitzuteilen. So wenig fähig, dass sie nicht einmal ihr Anliegen schildern können, geschweige denn, eine Ungerechtigkeit zu Fall bringen können. Sie sind nicht nur sozial benachteiligt dadurch, sondern werden oftmals noch in die Irre getrieben, ausgenutzt etc. Aber sie haben dann wenigstens mit 23 schon mal ein kleines Kind, was mit 2 Jahren noch immer nicht sprechen kann, wo die Zukunft vor Rosigkeit nur so nach Blumen duftet... Klar gibt es überall Dialekte etc. Der Ruhrpottslang ist auch nicht schön, aber ich finde man kann verlangen, dass wenigstens an einer Universität so gesprochen wird, dass die Sprache nicht verkümmert. Wenn selbst in der Wissenschaft so liederlich mit der Sprache umgegangen wird, wie soll die Sprache dann in Zukunft überleben? Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass wir mit der Rechtschreibreform schon auf viele solcher Verkümmerungen eingegangen sind udn die dann direkt mal reformiert haben. Ich war von Anfang an der Meinung, diese Reform ist für alle die von Vorteil, die schwierige Wörter sowieso nie schreiben oder sprechen konnten. Genauso dämlich sind diese sich stetig vermehrenden Anglizismen. Meine Oma versteht schon teilweise die Schlagzeilen der Zeitung nicht ganz, weil sie kein Englisch kann Ein Hoch auf vergessene Wörter, gehuldigt sei meine wunderbare Sprache. Denn durch sie besitze ich die Fähigkeit, anhand von verschönernden Adjektiven, durch viele verschiedene Worte all mein Innerstes deutlichst ausdrücken zu können, bis auch der Unerfahrenste bis ins kleinste Detail erfährt, was genau ich wobei auch immer, empfunden habe. |
[user:22569] |
sour_mash |
Ich denke auch, dass das angeführte Beispiel schon sehr übertrieben ist.
Allerdings höre ich auch viel zu oft dieses "Neue Deutsch". Ähnlich wie in dem Video, können beängstigend viele der Jugendlichen keinen korrekten deutschen Satz mehr sagen. Die deutsche Sprache ist meiner Meinung nach nicht obsolet, im Gegenteil, ich finde sie sehr schön. Auch das Phänomen, dass deutsche Jugendliche klingen wie Ausländer ist furchtbar! Zum Glück sind auf der Schule, auf der ich bin, sehr sehr wenig solcher Fälle. Generell ein sehr geringer Ausländeranteil, was ich wirklich gut finde! Ich habe auch ausländische Freunde, aber alle bemühen sich die Deutsche Sprache so gut wie möglich zu erlernen und schämen sich für ihre Landsleute, die keinen Wert darauf legen sich anzupassen. Vielleicht wäre es effizient den Deutsch Unterricht umzustrukturieren, und auch noch in der 8 oder 9 Klasse Diktate zu schreiben! Es darf nicht alles mit einem Augenzwinkern abgetan und überhört werden, sonst haben wir bald tatsächlich eine neue Sprache, die sich wie möchte-gern-Türkisch anhört! |
Otto Natter |
Ich studiere ja hauptsächlich Fremdsprachen und in den Sprachen haben wir auch einige Ausländer(Hauptsächlich Russen und Lateinamerikaner bzw. Spanier). Klar, tragen die ihre Referate mit Fehlern vor etc. aber ich sehe da einen Unterschied, ob z.B. von einer Südamerikanerin der Plural falsch gebildet wird, ein Akzent zu hören ist o.ä oder ob ich eben so Sachen sage wie Geh ma Bibliothek?- Solche Fehler machen die eigentlich bei uns nicht.
Das sehe ich völlig anders. Ich finde es viel schlimmer, wenn man es echt nicht kann- noch schlimmer als Deutscher. Meine oben zitierten Freundinnen (wiegesagt, eine komplett Deutsche und eine, die hier geboren ist) können einfach beide kein Hochdeutsch. Was bei der die hier geboren ist nicht ganz so schlimm ist, da sie aus Hessen kommt und zwar Dialekt redet und halt Isch weiss net etc. sagt, aber die Grammatik in Ruhe lässt. Die andre kommt allerdings gebürtig aus Mannheim und hat viele Jahre in der Nähe von Stuttgart gelebt. Und die sagt so Sachen wie Ich ruf Dir dann an. Aber ohne Außnahme, egal mit wem die redet. Ich zum Beispiel, rede eigentlich so gut wie immer Hochdeutsch( v.a. in der Familie), habe aber in den Jahren in denen ich im Schwabenland auf der Schule war auch Sachen wie Ich bin da rumgestanden statt habe und passe mich im Allgemeinen der Redeart meines Gegenübers an (meist nicht wirklich absichtlich). Dennoch kann ich wenn ich will richtig reden. Ist ja genauso, wie ich hier häufig- wie die meisten- wir hams statt wir haben es u.ä. schreibe. Aber ich kanns ( :-) ) eben auch richtig. Ähnlich sehe ich das mit Anglizismen. Ich bin auch gegen diese übertriebene Anwendung, wenngleich ich natürlich auch einige benutze- allerdings nur die, von denen ich auch weiß, was sie bedeuten, bzw. kenne ich auch das deutsche Wort dafür. Ich persönlich finde es nicht schlimm, wenn man es wie Du sagst in gewissen Situationen ablegt.
War bei mir auch so und da war ich auch froh drüber.
Immer wieder lustig zu hören/lesen, wie unterschiedlich die Schulen in den verschiedenen Bundesländern sind- wir (Ba-Wü) haben bis zur 9.Klasse Diktate geschrieben
Naja, Sprachwandel ist völlig normal-wie schmock ING. schon sagte
Ich kann mich z.B sehr gut dran erinnern, wie meine Oma sich Ende der 80er aufregte, wenn jmd Scheiße gesagt hat. Mittlerweile kommt das in jedem Spielfilm, Serie u.ä. vor.
Merkt man, dass ich momentan mal wieder für eine Linguistikklausur lerne und zusätzlich eine Hausarbeit über Sprachkontakte und dadurch ausgelösten Sprachwandel in Lissabon schreibe?
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littlefirefairy |
Isch kümm us Ostbelgistan, hier spreschen mar zwa Deutsch, aba nur ostbelgisch dialäkt, hochdeutsch gübts hier nisch!
Und Artikel sowieso nich, aber das wa das kommt von uns, das ham die Öscher uns geklaut. Und so schöne Wörter wie Pistolet(Milchbrötchen) und Farde(Ordner) haben wir, die kennt ihr garnicht, jawoll. Und ausserdem darf man bei uns alle eingedeutschten Wörter noch richtig schreiben, die aus dem französischen kommen, so mit ph und so. Das liegt daran, dass wir Französisch als Zweitsprache haben, und studiert wird hier sowieso nur französisch(oder flämisch, bei den deutschsprachigen eher selten) Und stellt euch vor, bei uns können die deutschsprachigen Studenten oft kein "Hochfranzösisch", was das ganze Studium selbstverständlich erschwert, aber da muss man halt durch, als germanophoner Belgier. Würde man diese Leute vom Studium ausschliessen, das wäre aber gemeine Diskreminierung, dann würden die Deutschsprachigen wohl alle nicht studieren, und die hohen Posten in Ostbelgien würden mit Frankophonen besetzt, mit denen die Deutschsprachigen nicht kommunizieren können. So einfach isses also nich! |
Woodstock |
Sprachwandel passiert natürlich und wir Linguisten haben es auch am leichtesten ihn als solchen anzusehen, aber was jetzt Soziolekt, Dialekt oder Ethnolekt ist, muss lange nicht im Sinne des Sprachwandels übernommen werden.
Dativ statt des Genitivs mit wegen ist schon längst grammatisch und doch will es ein Großteil der Bevölkerung nicht annehmen. "Geil" klingt in den Ohren meines Vaters schon lang nich mehr vulgär... Und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wie lange es dauert, bis "wie" statt "als" im Deutschen generell grammatisch ist. Aber es wird sehr viel länger dauern, bis Präpositionen im alltäglichen Sprachgebrauch von der Bildfläche verschwinden. Ebenso, wie Artikel. (Falls dies jemals der Fall ist braucht es über ein Jahrhundert). Länger, wag ich zu behaupten, als es dauert, bis türkische Phrasen in die deutsche Sprache eingegliedert sind. Selbst bis dahin wird es noch lange dauern, vorher werden noch viel mehr englische Begriffe die deutsche Sprache beherrschen, und viele Deutsche die Englische. Und wenn dann türkische Phrasen der deutschen Sprache angehören und und diese wieder ins englische üb ergehen und weiterhin alle Sprachen sich untereinander so vermengen, dann wird in einigen Jahrtausenden der Traum von der UNiversalgrammatik von ganz alleine in Erfüllung gehen. Ist das nich ein schön utopischer Schluss? |
Icarus |
Vielleicht bleibt ihnen gar nichts anderes übrig um verstanden zu werden ;). Btw, kennt ihr den Film Idiocracy http://www.idiocracy.de/ |
Pantoffelkino Teleshopping |
Unsere Kommunikations- / Sprachformen ändern wir wohl fast alle zeitweise und situationsabhängig. Und das nicht, um bewußt die eigene Sprache zu vergewaltigen, sondern um uns über Interaktionssymbole in die jeweilige soziale Gruppe integrieren zu können bzw. "in die Rolle zu schlüpfen", die dort vorherrschenden Erwartungen zu erfüllen, zu denen nun mal auch eine bestimmte Sprachform zählt. Lustig wird's nur, wenn es bei manchen Leuten so stark auffällt wie oben beschrieben :) |
Arthur Dent |
*hüstel* nun ja...seht selbst Mehr Nachrichten zum Thema NRW-Zentralabi Warum testet man sowas nicht vorher gründlich? |
[user:23010] |