Kurzgeschichte: Meine wunderbare Reise ins wilde Germanien |
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Croaking Lizard |
Hallo zusammen!
heute belästige ich euch mal mit einer Kurzgeschichte, die ich vor ca. 4 Jahren mal geschrieben habe... Vielleicht gefällt sie ja der/dem ein oder anderen.
Meine wunderbare Reise ins wilde Germanien An einem schönen Freitag Abend im Spätsommer, -einer dieser Abende, an denen so ein wunderbarer Wiesenduft in der Luft liegt- brach ich zu meinem "Wegbegleiter" auf. Mein Wegbegleiter, ein Schamane anfang Dreißig, ist ein erfahrener Reisender im wilden Germanien (oder wie man es auch immer nennen mag). Er ist natur- und kräuterkundig, und vermag viele alte Geschichten aus unserer Heimat zu erzählen. Wie dem auch sei, bereiteten wir uns nachdem ich bei Ihm angekommen war auf die Reise vor. Ich aß noch etwas, wir tranken einen frischen Pfefferminztee, und die Reise sollte beginnen. Zum Ziel der Reise: Der Name des Zielortes war mir unbekannt, jedoch wusste ich, dass auf dem früher oder später erreichten Hügel vor langer langer Zeit ein Thingplatz der Heiden gewesen sein soll, von dessen höchstem Plateau, in der mir nicht all zu fernen Heidelandschaft, man freie Sicht in alle Himmelsrichtungen haben sollte... Wir machten uns auf die Socken, um rechtzeitig mit den anderen Erwarteten zum Thing am besagten Hügel zu sein. Unser Weg führte uns in einen finsteren Wald, normalen betrachtern sicher gruselig und unheimlich erscheinend, mir jedoch erschien der Wald nicht grausig. Im Gegenteil, ich spürte eine nie so gefühlte Liebe zur Natur, und diese konnte die Natur mir anmerken. Als Dank erhielt ich die Fähigkeit, klar zu denken und zu sehen. Ich konnte das erste mal atmen -frei von jeglichem negativen Gefühl. Der Weg führte uns vorbei an Elfenkolonien, Baumfamilien und zahlreichen anderen Geschenken der Götter. Ein weinendes Baumjunges, dass man von seinen Eltern getrennt hatte, hat es mir besonders angetan. Die Geschehnisse wirkten auf mich, und ich fühlte mich positiv sentimental gestimmt. Von Zeit zu Zeit drohten wir, uns zu verlaufen. Doch der Mond, unser Freund, passte als wachsamer Begleiter ständig auf uns auf und wies uns mit seinem warmen Schein den richtigen Weg zum Ziel. Am Thingplatz angekommen, hätte ich weinen können, vor Freude über die Aussicht in dieser Heidelandschaft. Nun fühlte ich mich bereit, meinem Lehrmeister und Wegbegleiter das Geheimnis des Feuers zu verraten, dass mir Vater und Sohn anvertraut hatten. Ich traf die Beiden am Heidenkönigsgrab. Und obwohl ich sie schon lange kenne, freue ich mich jedes Mal als würde ich Sie gerade erst kennen lernen, wenn ich sie treffe. Wir legten auf dem Thingplatz noch eine Ansuz-Rune aus einem langen und zwei kurzen Baumstämmen, bevor uns die dunkle Natur wieder verschluckte, um unsere wundersame Reise fort zu setzen. Vorbei an einer langen Hecke, erreichten wir endlich das uralte Gehöft, um das die ebenso alten Obstbäume -die beachtenswerter Weise wie ein Elfennring angeordnet waren- wie eherne Wächter dastanden, und ihre schauerliche Musik knarzten. "Wir wollen nichts stehlen, uns dürstet nur" erklärten wir. Sie ließen uns gewähren. Wir aßen hungrig aber bescheiden ein paar Ihrer Birnenfrüchte und betrachteten den majestätischen Hof noch etwas. Es sei gesagt, dass die kleinen Freunde uns erklärt hatten, dass man einen Baum immer an der Form seiner Blattgestalt identifizieren kann. Eine Ewigkeit später besichtigten wir noch eine Heidenwerkstatt und machten uns auf den Rückweg. Beinahe wären wir in eine Taverne eingekehrt, doch wir merkten (den Göttern sei Dank), dass wir mittellos waren. Also setzten wir den Heimweg fort, vorbei an schatzkästchenartigen Häusern, und mussten dort zum Glück feststellen, dass die Zivilisation nichts für uns ist... Wir gehörten als Eingeborene einfach in die Natur. Die Erfahrung, die ich in dieser Nacht gesammelt habe, wird mich ein Leben lang begleiten. Ich danke dem Leben, den Göttern und vor Allem meinem Lehrmeister Christian für die Inspiration.
Ich hoffe, ich habe euch damit nicht gelangweilt...
CroLiz |
succubus |
nicht schlecht, mir gefällt, wie du die alltägliche natur als etwas fremdes und beinahe heiliges betrachtest. diese nachtwanderung schilderst du als ein erlebnis in einer fremden, geheimnisvollen und magischen welt, dadurch wird sehr deutlich, wie sehr dich diese "reise" emotional bewegt hat. und dadurch, dass du deinen beglieter als schamanen bezeichnest, wird die ganze geschichte zu einer art pilgerfahrt.
schön gemacht |
[user:2223] |
[user:5099] |
MadMann |
Kannst du mal näher erläutern wer die Heiden waren/sind? Ich habe immer gedacht damit seie Atheisten gemeint, konnte jetzt aber auch nix vernünftiges bei google finden...kannst du mir da mal auf die Sprünge helfen?--->Danke. |
[user:5099] |
RaveN |
<wiki>Heidentum</wiki> ![]() |
MadMann |
OK..leuchtet ein...thx für die Erklärung, ich war wirklich das betreffend etwas unwissend. :) Danke |
Croaking Lizard |
Vielen Dank für eure Kritik |
snag |
der titel reicht ja schon.. (wenn ich das jetzt mal nicht objektiv bewerte..)
natur, musik.. und dann noch ne andere, aussergewöhnliche beschreibungsart.. schön ![]() |
macrocosmic |
Paco, deine Geschichte ist auch diesmal wieder von dem wunderbaren Geist der kleinen Freunde durchdrungen und hat viel Kurzweil beim Lesen und Staunen über dein Erinnerungsvermögen, sowie die exzellente Wortwahl und den anschaulichen Schreibstil entfacht. Sehr schön! Bitte mehr davon. |
| Lucky Lump | 18:07 18.09.08 6 word story (415|1642) |
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