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In Vino Veritas. Der Wein-Fred

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Kantakukuruz
Gott zum Gruße, liebe Gemeinde!

Ich hab mir für den heutigen Abend mal wieder ein Fläschchen Wein gegönnt, das gerade halb ausgetrunken vor mir steht. Ich habe irgendwie den Verdacht, dass es hier den einen oder anderen Hanffreund gibt, der auch die Qualitäten eines guten Rebensafts zu schätzen weiß. Also habe ich mir gedacht: Wie wäre es, wenn hier Leute ihre Eindrücke über einen gekauften und probierten Wein reinschrieben?

Ich mache mal den Anfang.

Bei der Flasche, die mir wie erwähnt vor Augen steht, handelt es sich um einen Frankenwein in der charakteristischen Bocksbeutelflasche. (Bei der Gelegenheit: Gruß an alle Franken unter euch!). Ein Müller-Thurgau-Prädikatswein (Kabinett), trocken und aus dem Jahre des HERRN 2002. Keine Lagebezeichnung, dafür der wohlklingende und geschwungene Schriftzug "Elegance". Abgefüllt hat das Ganze die Gebiets-Winzergenossenschaft Franken EG in Kitzingen. 11,5 Umdrehungen. Gekostet hat mich der Spaß 3,99 beim Supermarkt meines Vertrauens.

So. Jetzt gehts ans Einschenken. *plätscher*

Die Farbe ist ein grünliches gelb, meine ins Glas gesteckte Nase nimmt ein Hefearoma wahr. Sehr fruchtig riecht er nicht gerade. Das Etikett verspricht ein "dezentes Aroma". Wo sie Recht haben, haben sie Recht.

*schluck*

Dem Müller Thurgau sagt man nach, eine Rebsorte mit wenig Säure zu sein. Der Müller Thurgau, aus dem dieser Wein gekeltert wurde, hat davon offensichtlich irgendwie nichts mitbekommen. Nicht, dass er so sauer wäre, dass sich dem Weinfreund gleichzeitig sämtliche Schließmuskel verkrampfen würden. Aber von einem ausgewogenen Verhältnis von Süße und Säure kann nicht die Rede sein. Auf dem Gaumen bleibt der Nachgeschmack von unreifen Äpfeln.

Fazit: Gut gekühlt ist dieser Wein genau das Richtige für einen zünftigen Schoppen zum Essen. Vorzugsweise ein gutes deutsches Abendbrot mit Wurst, geräuchertem Schinken, Käse und sauren Gurken. Auch für eine Weinschorle wäre er geeignet, dafür aber eigentlich zu teuer. Hätte ich ein gutes Essen gekocht und Gäste dazu eingeladen, hätte ich mit diesem Wein ein schlechtes Gewissen. Würde er die Hälfte kosten, wäre ich mit ihm zufrieden. Angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Prädikatswein handelt und eine DLG-Prüfnummer den Flaschenhals ziert, bin ich doch ein bisschen enttäuscht. Was nicht heißt, dass ich die zweite Hälfte der Flasche auch noch zu leeren gedenke.

In diesem Sinne: Zum Segen!


 [user:1101]

Cynops
Hm, ich hab mich auch mal mit Wein beschäftigt, bin aber lange nicht in der Lage, das so schön zu beschreiben wie Du, Kanta...

Zumindest hab ich hier gerade einen leckeren Portugiesen vor mir stehen, einen
'99er Dao Serra. Für mich ein angenehmer, relativ dezenter Wein, der auch zu einem nicht allzu deftigem Essen gut passt. Für 3,49 Euro ein gut trinkbarer Wein, aber sicher kein Hochgenuss der Sinne, sondern ehr etwas unspektakuläres und dezentes.

Kartoffelkifferin
Vor mir steht ein Weisswein Graf Karoly.
Es ist ein trockener und herrlich fruchtiger Weißwein aus Ungarn.
Der Wein ist eine Komposition aus Chardonnay, Sauvignon und traditionellen ungarischen Rebsorten. Jede dieser Sorten trägt durch ihren individuellen Charakter zu seiner unverwechselbaren Frische und Lebendigkeit bei.
Das Flaschenetikett ist persönlich von Graf Karolyi unterschrieben.*lol*

*schmatzend und schnalzend den ersten Probierschluck testend*
Wirklich sehr sanft im Geschmack, fruchtig und angenehm.

*schluck* *freu*
Wirklich sehr lecker! : )
Ein leichter scharfer Nachgeschmack, sehr fruchtig und belebend.
Der Wein schlängelt sich wie ein dünnes Rinnsaal durch meine Kehle und erfrischt den Gaumen. Angenehm trocken und leicht süffig. *lol*

Kurzum: Zum Kochen hervorragend gut geeignet *gnicker*
Morgen wird er zum Festmahl gereicht ....und eine leckere Weissweinsosse zum Fisch ergeben. *gg

Also ich glaub, ich bin heut nicht mehr ganz zu einem gerechten Urteil fähig.
Dann geniesse ich ihn eben!!! *grins*

MagicTouch
Oh ein Fred, der direkt mal anregend wirkt... mal schauen, was mein Keller so hergibt...

Kantakukuruz
Graf Karoly


Jó isten... Egészségedre!

Cynops
....moment

Wie, klemmt der Schraubverschluss oder kriegst Du den Tetrapak nicht auf? *lol*

Kartoffelkifferin
Neee Kanta, der schreibt sich echt Karolyi. *lol*
Schauste hier: www.graf-karolyi.de

MagicTouch
Hmm... muss leider passen, heute zumindest.
Im Keller befindet sich leider nur der 95-er Tokaji und den halte ich für einen so guten Wein, dass ich ihn nicht an einem Mittwochabend öffnen werde.

Andermal *zwinker*

Sven
Gut, dass es Dich gibt Kanta, sonst hätte ich irgendwann nur noch Essig gehabt. Also hab ich mich nach dem heutigen Arbeitstag entschlossen, eine Flasche edlen Tropfens aus meiner kleinen, bescheidenen Sammlung zu öffnen.

Es handelt sich um eine Riesling Spätlese vom Cleebronner Michaelsberg, abgefüllt im Jahre 2000 des Herrn von der Weingärtnerei Cleebronn-Gügglingen EG aus Württemberg. Was sie gekostet hat kann ich nicht sagen, da ich meinen Wein von meinem besten Freund "beziehe", der zufälligerweise gelernter Weinküfer ist, und zwar der beste seines Jahrgangs in ganz Deutschland *mal für ihn angibt

Das Prädikat Spätlese und die gerade mal 10,5% Alkoholgehalt versprechen eine angenehme Süße. Von außen betrachtet schimmert er rieslingtypisch blassgelb mit einem dezenten Grünstich. Im Glas eingeschenkt bleibt dieser Eindruck erhalten. Die Temperatur schätze ich auf 13 - 15°C, es hätte freilich etwas weniger sein können aber ich habe mich ja erst kurzfristig zu dieser Degustation hinreißen lassen.

Der Korken ist in perfektem Zustand, furztrocken und absolut dicht. Ohne viel Gewalt lässt er sich zögerlich aber dennoch geschmeidig mit einem hellen Plopp aus dem Flaschenhals befreien. Mir strömt ein gleichsam säuerlicher und lieblicher Geruch entgegen, der sich weiter ausbreitet während ich ihn ins Glas einschenke. Eine herrliche Farbe, auch wenn er durch seine wässrige Blassheit den Eindruck erweckt, ein wenig schwach auf der Brust zu sein. Ich schwenke ihn kurz, leicht ölig windet er sich an der Innenwand des Glases hinab, die mikroskopisch kleinen Schwebstoffe fallen wie Schneeflocken zu Boden. Meine Gehirnzellen klatschen Beifall vor Begeisterung.

Der Geruch macht sofort Lust auf mehr. Außerordentlich fruchtig erinnert er ein wenig an Maibowle mit vielen frischen Erdbeeren. Aber anscheinend hat er ein wenig zu viel Filtration abbekommen, denn der prägsame Geruch des Alkohols überspielt die säuselige Note von saftigen Früchten. Von Hefe ist glücklicherweise keine Spur. Wollen wir doch mal sehen, was er noch so drauf hat *schluckschlürfzutsch*

Der Geschmack ist lieblich bis süß und entsprechend meiner Vermutung etwas zu warm, weswegen eine Menge seines Aromas verloren sein dürfte. Aber Weißweine haben aufgrund ihres geringeren Gerbstoffgehaltes sowieso eine kürzere Lebensdauer als ihre roten Genossen und wahrscheinlich hat er letztes Jahr noch doppelt so gut geschmeckt. Nichtsdestotrotz ein sehr guter Wein, den man ruhigen Gewissens als süffig bezeichnen kann. In den wenigen Sekunden, die er auf der Zunge verweilen darf, verströmt er ein zartes Bouquet, das von würziger Vanille bis Rosenduft reicht. Im Hals löst sich dieser kulinarische Freudentaumel aber nach kurzer Zeit in Wohlgefallen auf, übrig bleiben süße, klebrige Lippen. Ein hervorragender Wein, den man am besten zusammen mit seiner oder seinem Liebsten genießt, indem man ihn sich gegenseitig wie Nektar von den Lippen saugt. Welche, ist die Frage wieviel man davon bereits getrunken hat.

Mein Fazit: Gerne wieder, dann aber bitte in Zweisamkeit. Zum Ausklingenlassen eines anstrengenden Abends ist er aber dennoch sehr gut geeignet. Als Begleiter zu einem guten Essen empfielt er sich hauptsächlich für den Dessertgang, vielleicht ein Zitronensorbet oder ein Fruchtsalat.

Zum Wohl!

Jemand
Guter Wein muß nicht unbedingt teuer sein. Kann es aber natürlich gerne auch sein.
Frankenwein im Bocksbeutel ist auch preisgünstig aus dem Spermarkt meist recht gut. Mir ist dann ein Silvaner aber lieber als ein Müller-Thurgau. Angeblich ist ja der Silvaner die Frankenweinrebsorte schlechthin.

Ansonsten sind die Chardonnay Weine, aber nicht unbedingt die orginalen und sehr teuren französischen, sondern aus Californien und Südafrika oder Australien recht gut, finde ich persönlich. Der Chardonnay von Gallo aus Californien ist meiner Meinung nach recht gut. Aber auch andere.
Auch der Chardonnay Golden Khan aus Südafrika ist sehr lecker.

Von den ganz billigen süßen ungarischen Supermarktweinen schmeckt der Gewürztraminer recht gut finde ich. Gewürztraminer ist überhaupt eine sehr leckere Rebsorte. Und natürlich auch der Riesling, die edelste deutsche Weißweinrebsorte. Es gibt auch billigen guten finde ich persönlich. Der badische "Orthenauer Riesling" Q.b.A. im Bocksbeutel den der Lidl Markt im Sortiment hat schmeckt recht gut.

Und Tokaji ist natürlich auch was feines...

area 51
In Vino Veritas. Wie wahr, wie wahr! *zwinker*
Ab und zu gönn ich mir auch mal ne Flasche Wein, aber dann am liebsten in netter Gesellschaft, da alleine trinken keinen Spaß macht.
Um teuren Wein zu kaufen, dafür fehlt mir leider das Geld, aber wenn ich euch mal nen Tipp geben darf.
Bei Aldi gibt es einen lieblichen Weisswein für knappe 2€.
Superlecker! Ich werd demnächst nochmal nachschauen wie genau der heisst. Hat jedenfalls ein hellblaues Etikett auf der Vorderseite.

Ollie
Wow, was könnt ihr einen Wein beschreiben: ansprechend wie ein Werbetexter, aber auch präzise bis ins Detail. Ich bewundere euch! Jedenfalls kommt es mir so vor, die ich das Zeug einfach nur trinke ohne Sachverstand!
Es ist eine Schande, dass ich mindestens 60, nein bestimmt 70 Flaschen herumliegen habe (alles Geschenke von Leuten, die mir unterstellen, ich hätte Kultur), und dabei trinke ich fast nix mehr, jedenfalls im Verhältnis zu früher, als ich in 4 Wochen den Weinkeller meines Schwagers geschafft habe *gnicker* Die ältesten könnte ich wohl schon wegwerfen, werden ja nicht alle Weine besser, wenn sie 15 Jahre nur vergessen werden.

Cynops
Um teuren Wein zu kaufen, dafür fehlt mir leider das Geld,

Irgendwie hat man ja immer diese Assoziation bei wein "gut=teuer"... und bei wein nach dem preis zu fragen ist immer sowas...naja, das macht man halt nicht... aber das stimmt natürlich nicht, selbst in guten weinläden bekommt man gute weine in der preislichen Mittelklasse - so ab 3,50 oder so...und meist wird man dann auch bei einem 4-euro-wein nicht schlechter bedient als bei einem teureren Artgenossen.
Über die untereste Kategorie - Tetrapak für 70 cent oder so - muss man sich natürlich nicht unterhalten, aber ansonsten hat der preis echt nur sehr, sehr wenig mit der qualität zu tun.

 [user:4144]

Baghira


um harald schmid zu zitieren:
bei wein gibt es für mich zwei kriterien,
1. er schmeckt/ nicht
2. kein schädel am nächsten tag *lol*

daran halte ich mich auch, da ich von dem ganze bouquet-gerede nix versteh...aber beim aldi gibts nen soave für 1,50, den ich mir hin und wieder zu gemüte führe. die ham seit neuestem auch dornfelder im angebot, zumindest nord. probiert mal fröhlich drauf los..;)

um noch kurz nen spruch zum besten zu geben, den ich auch im kopfzerbrechende sprüche thread geschrieben hab:
"alkohol ist der schlüssel zur seele,
aber öffnen musst du sie selbst."

wuslon
Es ist eine Schande, dass ich mindestens 60, nein bestimmt 70 Flaschen herumliegen habe

Quelle: Ollie



yes ... ich hab nen auftrag *grins*


so ...aber als gebürtiger Franke - noch dazu Mainfranke (Weinfranke) muss ich hier doch auch mal meinen senf dazugeben.

@kanta ...das dein müller nicht so der kracher war, hat einen einfachen grund. du hattest einen genossenschaftswein. die weine der gebietswinzergenossenschaft, sind die zusammengewürfelten trauben aus dem ganzen anbaugebiet. wir nennen die genossenschaftsweine hier in franken deswegen auch gerne den "franken-cuvée"
cuvée kommt aus dem französischen und steht eigentlich für Fass. er hat aber verschiedene bedeutungen. gemeint ist damit eigentlcih die erstpressung des weines, welche im vergleich zur zweiten pressung sehr schonend ist. die zweite pressung nennt man übrigens Taille (wird unter wesentlich höherem druck gepresst). Cuvée meint aber auch eine "mischung" verschiedener weine. so kann man sich z.B. aus "minderwertigeren" roten und weißen, einen rosé mischen, oder eben aus verschiedenen müllern - einen genossenschaftsmüller.

wenn du mal einen richtig guten müller trinken magst kanta ... dann kann ich dir nur die vielen privatwinzer in franken wärmstens ans herz legen - hier speziell die thüngersheimer oder die eussenheimer lagen.

der preis liegt mit 3,99 für diesen genossenschaftswein deutlich über der hier bei uns tollerierten grenze. 2,50 hättens auch getan. für 3,99 bekommst wesentlich bessere weine. aber wie du schon sagtest ... zu ner brotzzeit passt er - der müller ist und bleibt der klassiker unter den frankenweinen, wird aber (wie jemand schon so schön geschrieben hat) in den letzten jahren immer mehr vom Silvaner und auch vom Bacchus verdrängt.

der Frankenwein gehört meiner meinung nach mit zu den besten die man weltweit kaufen kann. natürlich sage ich nicht es ist der beste, weil ich selbst schon hammer weine aus südafrika chile mexiko china und selbst den usa getrunken habe. ich darf das natürlcih als lokalpatriot nicht für gut heissen ausländische weine zu kaufen - aber immerhin können wir franken mit stolz behaupten, das wir jährlich mehrere tausend hektoliter müller nach amerika exportieren.
solln die amis den scheiß saufen *g* ...ich trink eh den müller nicht so gern. wobei man sagen muss das sie viele winzer mittlerweile den müller mal zur brust genommen haben und den staub rausgekehrt haben.
es gibt z.B. eine weinserie die sich "die jungen Franken" nennt. ein Müller-Thurgau, und ein Rotling, welche beide ehr auf den geschmack junger weintrinker zugeschnitten wurde und eine herrliche frische fruchtige note haben.

sehr empfehlenswert ist auch der sogenannte Rieslander. ein kreuzung aus einen Riesling und einem Silvaner ... sehr fruchtig im geschmackt erinnert er leicht an einen griechischen samos (ein likörwein der sehr verheerende wirkungen zeigt nach dem zweiten glas) ...jedoch ist der rieslaner bei weitem nicht so schwer wie der samos. für mädels die gerne einen süffigen wein trinken perfekt.

die rotweinfans werden seit einigen jahren in franken auch mehr als gut bedient.
wir haben nicht nur die standarts wie den Spätburgunder und portugieser, sondern auch herrvoragende dornfelder und nicht zu vergessen Dominas.

die fränkischen Domina weine sind mittlerweile sogar auf dem weltmarkt sehr sehr weit vorne, aber leider dementsprechend teuer weil unser anbaugebiet ja nicht gerade das größte ist *g* ...aber hier gilt wie immer das sprichwort nachdem sich die franken schon immer gerichtet haben - lieber qualität als quantität.


leck ... jetzt bin ich derbst vom Thema abgekommen. aber ich denke es ist vielleicht für den einen oder anderen auch mal ganz intressant ein wenig was aussen rum zu lesen.

sollte jemand fragen über wein haben, so kann er sich damit gerne an mich wenden - und sollte ich sie nicht beantworten können, dann frag ich einfach den winzer meines vertauens bei dem ich seit jahren meinen schoppen kauf.


meine bevorzugten weine:

weiß:
1999er Eussenheimer First Kerner Kabinett vom weingut Keller - Bocksbeutel 0,75 l / Säure 5.6 g/l / Restzucker 14.2 g/l / elegant, dezente Zitronennote / preis: 4,50 euro

2002er Eussenheimer First Bacchus - halbtrocken vom gleichen weingut - Literflasche 1,0l / Säure 5.8 g/l / Restzucker 9.4 g/l / aromareich, stoffig / preis: 3,80 euro

rot:
2002er Eussenheimer first Domina - trocken - Flasche 0,75l Bocksbeutel-Flasche / Säure 3.8 g/l / Restzucker 0.6 g/l / Waldfruchtaroma, schwer / preis: 5,60 euro


ansonsten wirds einem hier wirklich nicht langweilig in sachen sortenvielfalt. besonders freu ich mich auf den 2003er jahrgang. das werden solche hammerweine aufgrund des heißen sommers - wahnsinn. ich durfte bereits den dornfelder verkosten und muss sagen, das der mein neuer lieblingswein 2004 werden könnte.

Kantakukuruz
@wusl: Ist schon klar, dass ein Wein ohne Lagebezeichnung ein ziemlicher Cocktail ist. Wobei ich ganz pragmatisch davon ausgehe, dass ein erfahrener Kellermeister aus mehreren Weinen durchaus was Feines machen kann. Das böse Wort "Verschnitt" schreckt mich also nicht besonders.

Der Webauftritt deines Leib- und Magenwinzers macht allerdings wirklich nen guten Eindruck.

wuslon
verschnitt soll ja auch nicht abschrecken kanta ... ich verteufel sie ja auch nicht alle.
wenn das falsch rübergekommen is dann möchte ich das nochmal berichtigen.

was ich eigentlich sagen wollte, der Wein der privatwinzer ist eigentlich der typische frankenwein und nicht der genossenschaftswein. ich werd mich auch hüten und werd sagen die weine von der genossenschaft taugen nichts.
mein fall sind sie halt nicht.

aber ich seh schon kanta ... mir machen maln weinpröbchen bei dem weindealer meines vertrauens.



edit: ist hier schon einmal jemand in den genuss einer beerenauslese oder eines eisweins gekommen? wenn nein - euer geldbeutel dankt es euch ... wenn ja - dankts euch euer gaumen

man muss es mögen ...aber dann ist es die königsklasse im weintrinken.

und nochwas was ich loswerden muss, was sonst auch soweit ich weiß nirgends auf der welt so produziert wird wie bei uns, ist die songenannte "1er Traube". der name is programm - das besondere daran ist, das an jeder rebe nur ein träubel heranreifen darf, welcher dann logischerweise sämtliche energie vom weinstock abbekommt. der bocksbeutel ist normal nicht unter 20 euro zu haben. aber selbst dass sollte dem genuss gelegentlich nicht im weg stehn. schließlich rauch ich auch dope wo mich das gramm bis zu 10 euro kostet - da fang ich doch beim wein nicht das sparen an.


aber jetzt genug *fingerfestbind* ... über wein könnt ich seitenlange berichte schreiben.

Sven
die weine der gebietswinzergenossenschaft, sind die zusammengewürfelten trauben aus dem ganzen anbaugebiet.

Na na na, so schlimm ist das aber nun nicht. Auch die Genossenschaftswinzer haben überwiegend Weine eines bestimmten Anbaugebiets im Sortiment. Die zusammengewürfelten Reste sind dann für solche Winzer, die nur über wenig oder gar kein eigenes Land verfügen.

Cuvée meint aber auch eine "mischung" verschiedener weine. so kann man sich z.B. aus "minderwertigeren" roten und weißen, einen rosé mischen

Wieso auch? Cuvée bezeichnet ausschließlich den Verschnitt verschiedener, meist junger Weine, was vor allem bei der Versektung angewandt wird. Ein Rosé ist etwas vollkommen anderes. In Baden-Württemberg existiert noch der Begriff "Schiller" für einen solchen Weinverschnitt, der auch nur in diesem Bundesland verwendet werden darf.

Meine bevorzugten Rebsorten sind zum einen der Riesling und die Scheurebe, die sich bezüglich Fruchtigkeit und Säure sehr ähneln, und zum anderen der Gewürztraminer, weil er einfach ein unfassbar kräftiges Aroma besitzt.

ist hier schon einmal jemand in den genuss einer beerenauslese oder eines eisweins gekommen?

Oh ja, sogar eine Trockenbeerenauslese durfte ich schon probieren, zum Glück nicht bezahlen. Ein absolutes Geschmackserlebnis. Eiswein hab ich fast immer, wenn der Winter auch frostig genug war. Das erfahr ich dann meistens aus erster Hand und daraus bekomme ich auch immer meine Flasche. Aber derart süße Weine sind wirklich nur etwas für den kurzweiligen Genuss. Einen feuchtfröhlicher Abend lässt sich damit nicht füllen.

wuslon
sorry sven ... aber genau so läufts bei der gebietswinzergenossenschaft franken.
ich hab für die gearbeitet ... von daher bin ich mir da nicht nur sicher das meine info korrekt ist.

was du schreibst ist aber richtig ... vielleicht hast du ja nicht genau hingelesen bei dem was ich geschrieben habe ... denn du schreibst von den genossenschaftswinzern nicht von der winzergenossenschaft.
natürlcih hat jeder winzer in der genossenschaft seine eigene lage ... aber nicht jeder baut seinen wein selbst aus ... und rat mal was mit den trauben dann passiert ... richtig ...die fliegen in der GENOSSENSCHAFT alle in einen topf. deswegen steht auf dem genossenschaftswein nämlich auch keine lage drauf.

und noch weng klugscheissen ... ich weiß ja nicht wies bei euch ist ... aber bei uns ist ein winzer der KEIN eigenes land hat .... auch kein winzer.


und zum cuvée:

Cuvée
Andere Bezeichnung für Verschnitt , also die Vermählung zweier oder mehrerer Weine.

quelle: Weinlexikon

Verschnitt
Verschnitt ist meist abwertend gemeint und bei deutschen Weinen nicht sonderlich beliebt. Allerdings vergisst man dabei, das es keine großartigen Bordeaux-Weine ohne Verschnitt geben würde. In jedem Bordeaux-Wein sind mindestens drei verschiedene Rebsorten miteinander gemischt (also verschnitten).

Übrigens: das (französische) Wort cuvée bezeichnet den gleichen Zusammenhang. Es klingt nur sehr viel feiner. Oder?


quelle: weinlexikon


und noch eine quelle von Gastro Lloyd

Cuvée (F) Französischer Begriff und abgeleitet von "Cuve" (Faß). Der Begriff hat verschiedene Bedeutungen. Bei der Champagnerproduktion bezieht es sich auf das Pressen der Weintrauben. Je sanfter die Weintrauben gepreßt werden, desto feiner wird der spätere Wein sein. Cuvée ist der erste Teil des Saftes, der aus der Presse läuft, während die zweite, weniger schonende Pressung, Taille genannt, unter größerem Druck ausgeführt wird. Cuvée kann auch eine Bezeichnung für eine Mischung verschiedener Weine sein, wird dann aber häufiger als Assemblage bezeichnet. Nicht zuletzt trifft man den Begriff als "Tête de Cuvée" auf Etiketten an, mit dem manchmal die besten Weine eines Produzenten ausgezeichnet werden. Da der Begriff vom französischen Weingesetz nicht geschützt ist, handelt es sich nicht eindeutig um eine Qualitätsgarantie.


Ein Rosé ist etwas vollkommen anderes.

Quelle: Sven


sorry ...aber wenn du mir gegenüber solche behauptungen aufstellst ...dann hätte ich die auch einfach gerne begründet.


nicht das ich mich jetzt von dir angefahren fühle ...aber offensichtlich hast du meine posts nicht aufmerksam genug gelesen. ich schrieb das man sich einen rosé mischen KANN.
im normalfall wird der rose so gekeltert, das die Maische nach dem stehn nicht fertig gähren darf, weil der alkohol sonst zuviel rot aus den schalen der beeren lösen würde und somit ein rotwein entstehnen würde.

das wort schillerwein sagt mir übrigens auch was - das das allerdings nur in BaWü verwendet werden darf hab ich noch nicht gehört. das das wort von dort kommt war mir klar.



edit:
Aber derart süße Weine sind wirklich nur etwas für den kurzweiligen Genuss. Einen feuchtfröhlicher Abend lässt sich damit nicht füllen.

Quelle: Sven



word ... bzw. der feuchtfröhliche abend ist ruck zuck vorbei und die kopfschmerzen für den nächsten tag vorprogrammiert


Sven
und rat mal was mit den trauben dann passiert ... richtig ...die fliegen in der GENOSSENSCHAFT alle in einen topf. deswegen steht auf dem genossenschaftswein nämlich auch keine lage drauf.

Genau diese Aussage kann ich eben nicht nachvollziehen. Ich habe überwiegend Genossenschaftsweine bei mir daheim, weil die hier Baden-Württemberg sehr stark verbreitet sind. Auf jeder (!), die ich bislang hatte, stand auch das Anbaugebiet drauf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Zufall war.
Mit den Begriffen habe ich mich tatsächlich ein wenig vertan, das tut mir leid. Eine Winzergenossenschaft oder Weingärtnergenossenschaft (oder wie immer die auch heißen) ist meines Wissens ein Verband von regionalen Winzern, die ihre geernteten Trauben der Genossenschaft überlassen und die diese dann keltert. Das heißt doch aber nicht automatisch, dass alle Trauben einer Rebsorte zusammen verarbeitet werden, egal von welchem Hügel sie stammen. Ich scanne Dir gerne alle Etiketten meiner Genossenschaftsweine ein.
Mit dem zweiten Satz meinte ich nicht Winzer (sprich den Weinbauer), sondern die Weinkellerei, die kein eigenes Anbaugebiet hat und nur von fremden Winzern bezieht. Im Gegensatz zum Erzeugerabfüller, der alles selbst macht.

Bei der Sache mit dem Cuvée hab ich zu schnell gelesen oder zu langsam gedacht.

Soweit ich informiert bin, ist ein Rosé nichts weiter als ein Rotwein, der jedoch kalt (also wie ein Weißwein) gekeltert wird, damit die roten Farbstoffe sowie die Gerbstoffe nicht aus der Schale der Traube entweichen. Ich wollte nur dem weit verbreiteten Irrglauben vorbeugen, nach dem ein Rosé ein Misch-Masch aus Rot- und Weißwein ist. Das wollte ich einem erfahrenen Weinkenner wie Dir natürlich keineswegs unterstellen.

wuslon
Das heißt doch aber nicht automatisch, dass alle Trauben einer Rebsorte zusammen verarbeitet werden, egal von welchem Hügel sie stammen

Quelle: Sven


um gottes willen ... nein das wollt ich damit auch auf keinen fall sagen.
natürlich kommen ausschließlich die trauben der gleichen sorte in einen topf.
lol ... würd denk ich ziemlich beschissen schmecken wenn die nen hügelcuvée machen würden :-)

und die etiketten deiner genossenschaftsweine intressieren mich eigentlich gar nicht sven - ich würd dann doch ehr zu ner gemeinsamen weinprobe einladen wo du welche mitbringst und ich welche spendier und dann lass mer uns ma in nem fränkisch-badischen feature zünftig volllaufen :-)

edit: die brotzeit dazu lassmer uns frisch geschlachtet von meiner oma kredenzen


und zu deinem zweiten satz - ich meinte auch die weinkellerei - und die ist hier regional eben nur die genossenschaft. dort schmeißen dann die jeweiligen winzer ohne eigene kelterei ihre beeren rein.
es gibt natürlich auch die möglichkeit sich seinen eigenen wein (ein winzer ohne kelterei) dort machen zu lassen - da steht dann aber nur ganz klein was von der genossenschaft drauf und der winzer hat sein eigenes label.


und wegen dem rosé ... hab ich oben ja schon geschrieben das der "nicht fertig" gekeltert wird, das der entstehende alkohol die farbstoffe nicht komplett lösen kann.


aber was solls ich denk wir wissen beide um wasses geht sven :-)
in diesem sinne werd ich mir jetzt mal nen erlenbacher krähenschnabel rieslaner spätlese aus dem jahre des herrn 2000 aufziehn. hammer wein - mit ner leichten note richtung aprikose und nem phantastischen schwänzle

schwänzle - fränk. dialekt für den lang anhaltenden geschmack den ein guter wein im hinteren gaumen und hals bereich hinterlässt.

Sven
ich würd dann doch ehr zu ner gemeinsamen weinprobe einladen wo du welche mitbringst und ich welche spendier und dann lass mer uns ma in nem fränkisch-badischen feature zünftig volllaufen :-)

Gute Idee. Da muss ich aber vorher noch die Vielfalt meines Sortiments aufstocken *zwinker*

Aber wo ich doch zwei Jahre Frankenwein ausgeschenkt habe, würde mich mal interessieren, ob Du den Müller-Thurgau der Dettelbacher Sonnenleite kennst. Ich glaub der war sogar ohne Prädikat. Wir hatten den nur in 1-Liter Gastroflaschen, soll's aber auch im Bocksbeutel geben. Dann wahrscheinlich mit Prädikat. Den haben die bei uns (Regensburg) getrunken wie Wasser und dabei war der richtig trocken und sauer. War quasi unsere Hausmarke.

wuslon
jup kenn die dettelbacher sonnenleite ... aber müller is halt net so meins. da hat mich mein vadder ziemlich versaut ... der trinkt viel müller. drum war bis zu meinem 20 lebensjahr wein für mich eigentlich nur müller.
erst die letzten fünf jahre is der lokalpatriot in mir so richtig erwacht und ich fröhne gern mal den verschiedensten lokalen weinen.


kennst den "mädschigg-schoppen"

ich zitiere kurz:

Es is fuchzich vor, a glees Völkle in Underfrångn wärd schon lång underdrüggd vo der Kapitale im Süden. Aber unbeuchsam wie se sin, tun se alleweil amål aufbegehr. Mid ihrn Mädschigg-Schoppen in der Hinderhand hamm se halt ihr Subber-Geheimwaffm baråt. Ihr wissd scho, di Brüh, wu der Obelix als Bu neigfloche is. Un der Asterix kriechd alsemål aa sei Schlüggle ab, – un dann gibt´s Wallung!

quelle: Dour de Frångn - Asterix uff Meefrängisch


gibts 3 verschiedene ... müller silvaner und bacchus ...unsre klassiker ... sehr zu empfehlen