Darlegung der Beweggründe für meine Gewissensentscheidung |
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Steinlaus |
Hey, mich würde mal interessieren was die (ehemaligen) Zivis unter euch als Darlegung der Beweggründe für ihre Gewissensentscheidung geschrieben haben
Meinen Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer nach Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland möchte ich im folgenden begründen. Meine Entscheidung ist Ergebnis eines seit vielen Jahren andauernden Prozesses der Erziehung und Gewissensbildung. Nicht nur von anderen übermittelte Werte, auch eigene Erfahrungen bestärkten mich in meiner Überzeugung und dem Glauben an die Gewaltlosigkeit. Von jungen Jahren an wurde ich angehalten, Auseinandersetzungen jedweder Art nicht mit Gewalt, sondern durch Diskussion, Kommunikation und Verständigung mit dem Nächsten zu lösen: eine Art der Konfliktbewältigung, die sich bisher in meinem Leben bewährte, selbst in jenen Situationen, da ich beispielsweise Mitschülern körperlich unterlegen war. Ich kann mit gutem Gewissen behaupten, niemandem jemals vorsätzlich Gewalt angetan zu haben. Ich lernte es als sinnvoll, gar letztlich als einzig geeigneten Weg kennen, Streit - im Kleinen wie im Großen - verbal zu beseitigen, andere verstehen zu lernen, nicht Lösungen mit Gewalt zu erwirken, sondern durch Kompromisse und Achtung des Nächsten sowie seiner Interessen zu bewerkstelligen. Im Unterricht in der Schule wurde mir die gesamte - nicht nur persönliche - Bandbreite der Kriegsfolgen bewusst. Originalfilme, Fotos und Dokumentationen, ausführliche Behandlungen des Ersten wie des Zweiten Weltkrieges, ferner Diskussionen und beispielsweise Besuche in ehemaligen Konzentrationslagern zeigten mir das ganze vom Krieg angerichtete Leid, die grausame Zerstörung von Städten, die unwürdige und jeglichen moralischen Geboten widersprechende Behandlung von Menschen. Ich kam zu der Überzeugung, dass kein Krieg die Ziele rechtfertigt, deretwegen er geführt wird. Die Tötung oder Vertreibung unschuldiger Familien, das Zerreißen derselben ist ebenso sinnlos wie die Verwüstung ganzer Landstriche. Die neuere Geschichte - die Überwindung der langen Feindschaft zwischen Frankreich und Deutschland, die "samtene" Revolution im Osten Europas nach dem Zusammenbruch des Sowjetreichs - zeigen zur Genüge, dass Verzicht auf Gewalt besser, wenn nicht gar machtvoller denn ihr Einsatz ist. Das zwanzigste Jahrhundert ist nicht nur das Jahrhundert der Kriege; es ist auch das Jahrhundert, in dem Menschen wie Gandhi endlich Gehör zuteil wurde. Das Beispiel des Krieges in Jugoslawien, eines Krieges mitten in Europa, das als sicher, zu "kultiviert" für derartige bewaffnete Konflikte galt, entfaltete erneut das Panorama der Grausamkeiten eines solchen Waffenkampfes. Kriege bringen immer - und seien es auch so genannte "gerechte" Kriege - Ungerechtigkeit, Leid und Zerstörung, mögen sie auch "human" geführt werden. Sie spielen sich hoch, entwickeln Eigendynamik, geraten in ihren Wirkungen und Folgen außer Kontrolle. Die internationalen Verstrickungen der heutigen Politik, die komplexen Verbindungen und Verknüpfungen unter einzelnen Staaten mag dies nur noch fördern: es muss in Ansehung der heute zur Verfügung stehenden Waffenpotentiale unbedingt ein solcher Fall verhindert werden. Aufgrund dieser Erfahrungen und Erlebnisse bin ich der Überzeugung, dass jeder Mensch, egal welcher "Rasse" oder Herkunft, behindert oder nicht behindert, ein unantastbares Individuum darstellt, das zu achten, in keiner Weise zu diskriminieren oder vorschnell und grundlos zu verurteilen eines jeden Pflicht ist. Das Leben hat für mich den höchsten Stellenwert und darf deshalb in keiner Weise angegriffen werden. Gewalt schränkt die Freiheit anderer, ihr ihnen gegebenes Recht auf ein glückliches und friedvolles Leben in unvorhersehbarer Weise ein. Allein aus der egoistischen Erwägung, solch Unglück selbst nicht erleiden zu wollen, könnte ich anderen es ebenfalls nicht zufügen. Wir sind alle gleichberechtigte Geschöpfe und dürfen uns daher nicht das Recht anmaßen, über das Leben und Sterben anderer zu entscheiden beziehungsweise gar ein Urteil zu vollstrecken. Meine Werte und mein Bestreben, Auseinandersetzungen gewaltfrei zu lösen, bringen mich zu der Überzeugung, dass ich niemals - aus welchen Gründen und in welcher Situation auch immer - in der Lage wäre, einen Menschen zu verletzen oder zu töten aus dem einzigen mir unbegreiflichen Grunde, dass er an andere Stelle denn ich geboren ist, einem anderen Staate angehört oder andere politische oder religiöse Überzeugungen vertritt. Ich wende mich gegen jegliche Ausbildung, die letztlich darauf zielt, das Leben oder die Lebensbedingungen eines Menschen zu zerstören. Gewalt ist kein Mittel, Konflikte zu lösen, erzeugt stets nur Gegengewalt, endet - einmal angestoßen - kaum mehr, verursacht fortwährend nur weiteres Leid, streut Hass, zeugt Rache. Menschliches Leben zu gefährden oder zu vernichten, was mit einer Ausbildung im Wehrdienst möglich würde, riefe für mich untragbare psychische Folgen hervor, wäre mit meinem Glauben und meinem Gewissen in keiner Weise zu vereinbaren. Ich lüde Schuld auf mich, von der mich niemand befreien könnte. Mag die Bundeswehr - von Krisenreaktionskräften abgesehen - als reine Verteidigungsarmee konzipiert sein, so weiß ich doch schon heute, dass ich in meiner pazifistischen Einstellung folgend niemals auf einen Feind - egal ob als Bedrohung für mein Land, damit meine Familie und Freunde - schießen könnte. Aus den oben genannten Gründen bitte ich hiermit um Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer nach Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, da eine Ausbildung durch die Bundeswehr meine ethischen Grundsätze gefährden würde. Ich glaube mich durch meine Verweigerung des Kriegsdienstes der Gesellschaft gegenüber weder verantwortungslos noch unloyal oder unsolidarisch zu verhalten, sondern möchte meine Energie Aufgaben widmen, mit denen anderen Menschen ich zu helfen vermag. Gegenüber dem Staat ist diese Aufgabe meines Erachtens nach mindestens ebenbürtig. M00h fänd ich echt interessant :) |
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Pazifist ist Fowler |
ich hab meine von nem kumpel... und die tu ich deswegen nicht rein, muss sich eh erstmal zeigen, ob die angenommen wird |
hcirish |
nach solchen texten gegoogelt und wieder hier gelandet
das gute alte k.net hilft auch in jeder lebenslage: vielen dank für diese texte |
Lucy van Pelt |
Hilfe kannst du auch hier bekommen Klick |
kingston-yard der liebeskr.. |
bin ich der einzige der isch erst im inet gründlich übers das wie und was informiert um dann den gewissensentscheid komplett selbst zu verfassen und insgesamt mehr als 4 seiten zu schreiben (inlc. ausführlichen lebenslauf)...
naja zumindest wurde es gleich anerkannt. und war eignetlich mal net ganz schlecht weil man wusste das der scheiß nicht aus den fingern gesogen war sondern ich echt meine volle überzeugung da rein gepackt hab. |
[user:14681] |
kingston-yard der liebeskr.. |
ne klar das is ok, aber die meisten die ich kenne waren einfach nur zu faul und stönten schon als ich sagte das ich 4 seiten geschreiben habe... |
Odin |
Sehr geehrte Damen und Herren,
Hiermit verweigere ich meine Wehrpflicht mit folgender Begründung. Meine Einstellung gegenüber Krieg, Waffen und Gewalt lässt es mir nicht zu, meinen Körper für ebendiese, meiner Meinung nach verwerflichen, Gründe einzusetzen. In meinen Augen gibt es auch ohne kriege genug Zerstörung und Morde somit sehe ich keinen Grund, diese mit meinem Einsatz eventuell unterstützen zu müssen. Des weiteren würde ich mich aufgrund meiner allgemeinen Einstellung zu Leben und Tod nicht fähig schätzen, einen Menschen zu töten. Abgesehen davon habe ich keine Pflichtgefühle, ein Land zu verteidigen das von einer Gruppe weltfremder Personen monarchieähnlich regiert wird, seine Bürger nur ausbeutet und in die Form zwingt, die am einfachsten zu kontrollieren und somit zu regieren ist. Darum sehe ich davon ab, meiner Einberufung zur Wehrpflicht folge zu leisten und stelle mich hiermit zum Zivildienst. Mit freundlichen Grüßen Bei mir hats geklappt - kumpel hat mein text kopiert bei dem hats nicht geklappt |
Arthur Dent |
Da hast du schlicht Glück gehabt, Odin, denn bei dir überwiegen die politischen Gründe. Man aber nur aus Gewissensgünden das Recht den Wehrdienst zu verweigern. |
Odin |
jo ich weiß... schätze da ham wie zu dem Zeitpunkt eben keine zivis gebraucht darum wars ihnen egal ![]() |
ganjamann on funk |
wie schön, dass ich ein blindes schwein bin und gleich ausgemustert wurde.
so musste ich mich gar nicht erst mit so etwas herumschlagen. |
[user:16869] |
muh?! |
Braucht man das bei uns garnet? Ich hab mich schon so gefreut, dass ich mir die Schreibarbeit aufgrund von diesem Fred ersparen kann!Na ja ist es eh besser ![]() |
| Vodoo | 17:01 19.06.08 Problem mit Musterung (geht diesmal nicht ums Kiffen ^^) (7|133) |
| Larry_Brent | 21:57 20.01.08 Dienstuntauglich wegen Kiffen (27|2662) |
| Chuck Taylor | 07:20 14.08.07 drogentest und musterung (7|760) |
| [user:628] | 16:19 04.08.07 Musterung - Was soll man tun? (47|3568) |
| Lino | 14:41 27.05.07 Unterhaltssicherung beim Zivildienst - Rechtsfragen (8|676) |
| poq | 16:53 13.05.07 kiffen--->Standardverfahren? (27|1164) |
| DaWeed | 14:14 17.03.07 Daten vertraulich? (10|1107) |
| muh?! | 15:42 02.12.06 Darlegung der Beweggründe für meine Gewissensentscheidung (16|14845) |
| Lino | 15:25 11.11.06 Einspruch gegen 6 monatige Wartezeit bei T4 (4|981) |
| smith | 00:32 11.10.06 Musterung und Konsum (34|4049) |
Rauchen verursacht Lungenkrebs. |