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Woodstock
Auch wenn es nur ein halb so gewagtes Thema ist, so halte ich es für angemessen diesen Fred zu eröffen angestoßen durch dieses Zitat aus dem Pädophil Fred:
Genau wie Leute, die sich, ohne irgendein gesundheitliches Problem Fett fressen, bis sie nicht mehr laufen können, wie dieser Typ aus Südamerika.
Maßlosigkeit.


Es soll also hier nicht primär um Bulimie oder magersucht gehen, sondern darum wie Menschen zu Adipositas oder einfach nur Übergewicht kommen.

Angeretgt wurde ich durch die Tatsache, dass ich selber vor ein paar Monaten noch fettleibig war, inzwischen "nur" noch übergewichtig bin.

Mich persönlich verfolgt da eine lange Geschichte, die ich ganz kurz fassen will:
Als Kind war ich immer schon die Dicke. Richtig schlimm wurde es, als ich mit fünf Jahren aufgrund eines komplizierten Arnbruchs ins Krankenhaus kam. Ich wurde so bemitleidet, dass ich alles was ich wollte in den Rachen gestopft bekam. Zweimal am Tag habe ich warm gegessen und zwar Portionen für Erwachsene. Danach wurde es wieder besser. Mit dreizehn kam der nächste Einbruch. Ich wurde von einer Person in vierzehn Tagen um zehn Kilo hochgepeppelt. Mit fünfzehn wog ich 97 Kilo. Meine Art zu essen kann ich nicht anders als krankhaft beschreiben. Ich habe Mittags eine Dose Ravioli o. ä. alleine gegessen, danach oft ein Paket eis und abends nochmal mit der familie warm.
Heute wundert es mich, dass ich damals quasi nur so wenig wog!
Zum besseren Verständnis, ich bin 1 Meter 68 groß.

Warum mich das wundert folgt nun. ich habe im winter des Jahres in dem ich fünfzehn war auf einer Klassenfahrt drei Kilo abgenommen. Ich hatte einen Anreiz und es folgten dreißig Kilo in vier Monaten. insgesamt wurden es fast vierzig.

Jemandem, der sich ein bisschen mit diesen dingen auskennt wird auffalen, dass das viel zu schnell ist. Ich habe nicht alles sofort wieder zugenommen, aber im Dezember letzten Jahres war ich wieder bei 93 Kilo. Das hat also etwa sieben Jahre gedauert. Aber dieses Gewicht und meine ständigen Kämpfe zwischen duch haben mir gezeigt, dass ich immer noch keine Ahnung davon hatte, wie man sich richtig ernährt. Wie es der Zufall so will hat mich eine Kommilitonin mit zu den Weight Watchers geschleppt, und ich habe seit anfang Dezember 14, 6 Kilo abgenommen, wiege also inzwischen knapp 79 Kilo und bin noch übergewichtig aber nicht mehr stark gesundheitsgefährdet.
Ich muss auf nichts verzichten und hole alles, wovon ich weiß, dass es ordentlich Punkte also Kalorien oder fett oder eben beides hat über sport wieder raus.
Ich habe also endlich etwas gefunden, durch das ich lernen kann, wie man sich vernünftig ernährt.
Ich habe ein System gefunden, das gesund ist und mir helfen kann, mein Leben gesund zu meistern.

Ich will keine Werbung für besagte Sekte *zwinker* machen, ich möchte eher vielleicht was das oben angebrachte Zitat angeht etwas für Verständnis schaffenb und vor allem was die Fragen angeht:
Ist es angeboren? Ist es anerzogen? Ist es krankhaft?
zur Diskussion aufrufen.

Denn ich selbst habe gerade von Kindheit, von lernen, aber auch vom krankhaften Essen berichtet.

Und es soll natürlich nicht nur um zu viel essen, sondern um anomales Essverhalten im allgemeinen gehen, wie der Fredtitel schon sagt.

*KalLi*KnalLi*
Schade, dass ich im Moment zu müde bin....

*notizfürmich*
"Es wird gegessen was auf den Tisch kommt"
und
"Der Teller wird leer gegessen!"


fällt mir da im Moment noch ein.

E: und auch
Erziehungssache?

Woodstock
Jaa, Teller leer ist ja nun ein beliebter Erziehungsfehler. Am besten noch: sonst gibt es schlechtes Wetter!

Mit solchen Sprüchen hatte ich denn doch nicht zu kämpfen. Jedenfalls kann ich mich nicht mehr dran erinnern.

Ich freu mich auf ein waches frisches K.net, das hier ordentlich afu- und mitmischt.

chill-o-matic

Ist es angeboren? Ist es anerzogen? Ist es krankhaft?


angeborene krankheit möglich

anerzogen möglich, soziale und mediale einflüsse miteinbezogen

beide punkte zusammen = 500pfund um es mal ueberspitzt zu formulierne.

Otto Natter
Kurz zu dem leeren Teller un dem guten Wetter:
dieser blöd Spruch beruht auf einem Übersetzungsfehler, denn eigentlich hieß es: Wedder, was wohl im nordeutschen Platt wieder und eben nicht Wetter bedeutet.


Zum Thema Esstörungen kann ich nicht wirklich was sagen, kann mir allerdings gut vorstellen, wie man in sowas reinrutschen kann.

Ähnlich wie bei jeder anderen Sucht beginnt es im Kleinen:

z.B. wg ein paar störenden Kilos wenig bis gar nichts zu essen. man sieht einen Erfolg und macht immer weiter, bis man eben bedrohlich wenig wiegt.
Ebenso wie man evtl. in Frustsituationen vermehrt ißt, dann ist es nicht mehr so einfach wieder weniger zu essen etc. Man ist irgendwann dick, dadurch noch frustrierter, im schlimmsten Falle isoliert etc. ißt noch mehr usw.

Wie bei jeder Sucht denke ich, dass das wichtigste Punkt ist, dass der betreffende selbst etwas ändern wollen muss, wobei sowas eben nicht für jeden so einfach ist. Der eine kann sich zusammenreißen und endlich mehr Sport machen und evtl. etwas mehr auf die Ernährung achten etc. so wie manche einfach mit dem Rauchen aufhören können. Anderen fällt sowas eben schwer und es geht wenn, nur mit Hilfe.

Ich habe schon oft fettleibige oder extrem untergewichtige Menschen gesehen, aber ein Mädel in meiner Uni hat mich echt geschockt.

Die hat ohne Scheiß maximal 30Kg gewogen und man dachte bei ihrem Anblick nur: wenn sie nicht sofort heute was ändert, sehen wir sie nach den Semesterferien nicht wieder...Es entsand eine Diskussion unter mir und einigen Freunden, was man da machen soll/kann.
Keiner kannte sie näher und daher war Ansprechen ausgeschlossen.
Allerdings wollten wir das nicht einfach so hinnehmen und denken, es sei ja ihr Ding etc. Denn, wenn man dann eines Tages mitbekommt, dass sich jmd zu Tode hungert ist die Fassungslosiigkeit groß, aber keiner hat etwas dagegen unternommen.
Wir wussten ja auch nicht, ob sie Freunde hatte und damit jmd der sie irgendwie unterstützen kann etc.
Im Endeffekt haben wir jmd gefunden, der sie einn bisschen kannte und sie dann in einem ruhigen Moment zur Seite genommen hat.
Das Mädchen war sich des Problems bewusst und wollte im Sommer eine Therapie machen etc.

Letztes Semester haben wir sie dann wieder gesehen und haben lange überlegt, ob sie es denn nun sei oder nicht, da sie extrem anders aussah aber irgendwie waren gewisse Gesichtszüge bekannt. Erfreulicherweise war sie es- und zwar mit mindestens 20Kg mehr drauf und somit mit einem relativ gesunden Gewicht. Nun habe ich sie wieder einige Monate nicht gesehen, aber ich hoffe, das diese Tendenz weiter gestiegen ist und sie wieder ein "Normalgewicht" hat.

Wieso ich das erzähle?
Einfach weil ich an ihr das erste Mal gesehen habe, wie sich jmd wirklich beinahe zu Tode gehungert hat und nicht "einfach nur extrem dünn" war.

Und das hat mich wirklich berührt...

Woodstock
Es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die sich in solchen Fällen auch bei Fremdem Gedanken machen.

Schade winde ich das Übergwicht un dvor allen dingen Adipositas inzwischen so häufig vorkommt, dass man es gar nicht mehr bemerkt. und wenn man es bemerkt wird auf das aussehen geachtet und n icht auf die gesundheit.

Ich selber habe imich wegen der Gesundheit zur Abnahme entschieden, auch mein Freund hat immer auf meine Gesundheit und nie auf mein aussehen hingewiesen, Das er mich trotzdem schön fand hab ich immer gewusst. das andere aussehen ist eigentlich nur eine zugabe zur neugewonnenen Gesundheit.

Es ist halt nur leider so, dass in den seltensten Fällen jemand auf dich zukommt und sagt: Du wegen deinem Gewicht, hast du da Probleme? Denkst du an deine Gesundheit? Und das nur, weil dick sein schon normal geworden ist in deutschland.

Dazu fällt mir ein: Ich trage gerade eine Hose in Größe vierzig. Der Norm entsprechend könnte ich das noch gar nicht.
Aber die Hersteller sind im Trend mitgegangen und als die deutschen dicker wurden wurden auch die Hosen weiter.

Otto Natter
Es ist halt nur leider so, dass in den seltensten Fällen jemand auf dich zukommt und sagt: Du wegen deinem Gewicht, hast du da Probleme? Denkst du an deine Gesundheit? Und das nur, weil dick sein schon normal geworden ist in deutschland.


Ich denke nicht, dass es was damit zu tun hat, dass es normal geworden ist, sondern, dass es einfach schwer ist, den richtigen Weg zu finden jemanden auf ein Problem anzusprechen- v.a. wenn es sich um irgeneine "Sucht" handelt.

Wie sprichst Du jmd an, der ein Drogenproblem (egal ob legal oder illegal) hat oder eben eine Esstörung?

Das ist ein so sensibles Thema und jeder reagiert anders darauf.
Der eine nimmt die in der Ansprachene angebotene Hilfe dankend an, aber die Mehrzahl wird abweisend/aggresiv reagieren.

Entweder nach dem Motto: das geht Dich einen Scheiß an, dass ist mein Leben oder eben das ist nur grad ne Phase, wird schon wieder etc.

Es ist "eben so", dass man sich nicht in andrer Leute Leben einmischt.

Wie an obigen Beispiel ersichtlich, bin ich nicht so und gottseidank auch ein großer Teil meiner Freunde auch nicht.
Klar wird solch eine Haltung oft negativ als neugieriges Einmischen, Beleidigung etc. angesehen.
Ich persönlich jedoch "beleidige" oder "verletzte" lieber jmd damit, dass ich ihn darauf anspreche, als mir irgenwann den Vorwurf zu machen, nichts unternommen zu haben, dass derjenige sich aus welchem Grund auch immer und in welcher Form auch immer zu Grunde gerichtet hat.

Zu Deiner Hose, Woodstock:

Ich habe in den letzten Monaten (Jahr/en) auch stark zugenommen und habe regelrecht Probleme schöne Hosen/Oberteile in 40 zu finden- studiere aber auch in der Provinz *knetlol*

weisserwitwer
Noch schlimmer ist wenn gesagt wird: "Du ist jetzt Deinen Teller auf", vor allem wenn er nicht aus Papier ist. *gnicker*

Aber so ist es, ich würde nie auf einen dicken Menschen zugehen und sagen "Hast Du nicht Probleme mit Deinem Gewicht ?" Genauso wie ich nie auf einen Junkie zugehen würde und fragen würde "Hast Du Probleme mit Drogen ?" Es geht mich nichts an, jeder muss das tun was er tun muss und kann sich auch nur selbst helfen im Endeffekt.

Vielleicht geht es dem Dicken ja auch gut ? Wer bin ich mir anzumaßen zu entscheiden was schön ist und was nicht ? Wenn man Freunde mit solchen Problemen hat wird man sie eher drauf hinweisen als Fremde. Wobei es auch früher schon Dicke und Drogenabhängige gab... oder Dürre und Kontrollfreaks...

Catwoman Down Under
Ich würde mich auch nie trauen Übergewichtige darauf anzusprechen, z.b. eine frühere Mitbewohnerin von mir - immer wenn wir zusammen gegessen haben lag das Geheimnis der schlanken auf der einen seite (ich) und der übergewichtigen auf der anderen seite ganz klar auf der hand:
Ihr motto war: Iss das doppelte, aber mit zusätzlicher Portion Butter und nach einer halben Stunde iss dieselbe Portion nochmal. *angst*
Mir war das ehrlich gesagt unangenehm, weil ich in gegenwart von Übergewichtigen beim essen wie eine essgestörte rüberkomme:
Ich esse meine Portion nicht immer ganz auf (sagen wir mal in der Mensa, da die Portionen dort beträchtlich sind) auch aus dem Grund weil ich dann einfach satt bin.
Kurze Abschweifung: Ich hab als Kind etwa eine kleine Portion (wenn überhaupt) am Tag gegessen, das lag wiederum nicht an schlechter Erziehung/Vernachlässigung, sondern einfach daran dass ich überhaupt nie Appetit hatte. Meine Mutter ist verzeifelt um wenigstens etwas in meinen Magen zu kriegen, aber ich hätte auch 2 Tage ohne essen leben können, und als 5 jährige hatte ich sicher keine vorstellung von der Bedeutung einer Figur. (Das ich trotzdem ein quietschiges Kind war belegt Foto # [bild:26384...)Nun mein essverhalten änderte sich erst mit 13, irgendwie hatte ich mehr Hunger und aß auch in der Schule was das Zeug hielt...dennoch war ich dünn. (16 Jahre/45 kg)
Dank der Pille nahm ich nochmal einpaar Kilo zu, aber da ich Prinzipien habe, also ganz klare Vorstellungen was ich essen will (gemüse, gesunde fette, kein fleisch -aber nicht wegen des fettgehalts- und einfach wovon ich weiß dass es Gesund ist, kann ich nicht so extrem zunehmen. Ich mache auch Sport, aber interessanterweise müsste ich aufgrund meiner (gerade entdeckt) schilddrüsenunterfunktion sogar übergewichtig sein. (durch vermehrte Wassereinlagerungen) Mein Stoffwechsel läuft auf Sparflamme, beim Sport muss ich manchmal 5 minuten am stück gähnen weil mein Blutdruck übelst runtersackt...erst nach ner halben std. kreislauftraining bin ich wieder fit. Nun kriege ich das für dieses Problem schuldige Hormon per tablette und das bedeutet erhöhter stoffwechsel - mindestens 3-5 Kg Gewichtsverlust... *abstink*
Warum ich mich nicht freue? Weil ich Gesund eingestellt bin und wenn überhaupt durch Sport abnehmen will, dabei aber wenigstens Kurven behalten kann...

Naja, warum das hier reingehört? Ich glaube nicht nur Übergewichtige werden blöd angeguckt als wenn was mit ihnen nicht stimmt, und mein Problem ist dass ich solche Kommentare am Essenstisch genausowenig abkann, wie z.b. "machst du eine diät?" Nein, ich lebe gerne gesund und wüsste auch nicht wann ich langfristig auf Pommes oder Gemüseburger verzichtet hätte. Oder Schokolade, oder Käsefondue!!!

...Da ich mich auch im Motivierungs-abspeck-fred beteiligt habe muss ich sagen: Das war angebracht, weil ich ein halbes Jahr Fressflashs an Abenden kompensieren wollte...Nun gibts keine Fressflashs mehr, so am Rande...

Otto Natter
Es geht mich nichts an, jeder muss das tun was er tun muss und kann sich auch nur selbst helfen im Endeffekt.


Genau das meine ich. In dem oben beschrieben Fall hat sich das Mädchen wirklich beinahe zu Tode gehungert! Soll man da einfach wegschauen und sagen, sollse mal machen, is ihr Ding?
Das solche Esstörungen häufig eine Form des Hilfeschreis sind, ist bekannt.

Allerdings kam bei uns eben
Wenn man Freunde mit solchen Problemen hat wird man sie eher drauf hinweisen als Fremde.
zum tragen- wir kannten sie nicht und dswg hat sie von uns keiner angesprochen. Aber wir haben eben jmd gefunden, der sie kannte und der das gemacht hat.

Wäre das jmd aus meinem Bekanntenkreis gewesen, hätte ich das auf jeden Fall getan. Auch wenns natürlich schwer und heikel ist, aber ich schau doch nicht zu, wie sich jemand langsam vor meinen Augen umbringt!

Vielleicht geht es dem Dicken ja auch gut ? Wer bin ich mir anzumaßen zu entscheiden was schön ist und was nicht ?


Es geht doch nicht darum ob jemand das schön findet oder nicht, sondern wie Woodstock schon schrieb um den gesundheitlichen Aspekt.
Es geht nicht um Leute, die mit 1,68 55Kg oder 90 Kg (das weicht zwar von der "Norm" ab, ist aber alles im Rahmen) wiegen, sondern 30 bzw. 150.


Woodstock
Bei 1,68 Meter läuft die gesunde gewichtsspanne von 56 - 71 Kilo!

Jane
Bei einer/m untergewichtigen Fremden würde ich eher aktiv werden und sie ansprechen als bei einer/m Übergewichtigen. Ich glaube, übergewichtige Menschen würden einen Hinweis auf ihre Fettleibigkeit eher als Beleidigung auffassen und weniger die Hilfe darin erkennen (gewagte Aussage). Wobei es sicher Ausnahmen gibt.

Zudem habe ich das Gefühl, dass Magersucht wesentlich akuter ist, wobei ich Fettleibigkeit nicht unterschätzen will. Magersüchtige Mädchen können ja schon innerhalb von einem Jahr so dermaßen krank sein, dass es schon lebensbedrohlich wird. Ist das bei Fettleibigkeit auch so? Ich glaube nicht, jedenfalls habe ich davon noch nie etwas gehört. Wie gesagt, ich äußere mich ungern, wenn ich nicht die volle Ahnung habe.

Magersucht erweckt in den meisten noch eher das Signal „Achtung! Gefährlich!“ als es Fettleibigkeit macht. Ich meine... man muss nur einmal Galileo anschalten und Jumbo zuschauen, wie er die größte Bratwurst oder den größten Döner der Welt verspeist. Ich finde das krank. Ehrlich. Und wie oft hört man „Das kann doch nicht gesund sein!“, aber keiner macht was. Wogegen Germanys Next Topmodel in Kritik gerät, weil es Mädchen vielleicht in die Magersucht treiben könnte.

Ist Magersucht weiter verbreitet in Deutschland als Fettleibigkeit oder hört man davon nur mehr? Komisch, dass ich mit Magersucht mittlerweile junge Mädchen im Alter von 13-17 Jahren verbinde. Irgendwie traurig. Und vor allem so gefährlich, deswegen klingeln bei mir bei Magersucht die Alarmglocken mehr als bei Fettleibigkeit. Und bevor ich mich hier noch einmal wiederhole, beende ich mein Geschreibsel mal.

Catwoman Down Under
Ich weiß nichts über die Statistik, aber alleine von der Tendenz meiner Uni (was ich so sehe) gibt es definitiv mehr Übergewichtige als Untergewichtige.
Bei 10 Kilo Übergewicht sagt natürlich niemand was und die Betroffenen reden dann selber schon davon abnehmen zu wollen, weil das ja nicht soo unmöglich ist. Aber hat jemand die Grenze überschritten, da redet die/der Betroffene nie davon und man selbst schämt sich jedesmal wenn man das Wort 'fett' in einem ganz anderen zusammenhang vor der Person sagt. Dabei versuche ich mir das schlechte gefühl abzugewöhnen, denn es ist eigentlich nicht schlimm. Das fett sein ohne was dagegen zu unternehmen, es einfach so hinzunehmen, das ist schlimm finde ich.

xmas
Ich stelle zur Diskussion, inwieweit man wirklich so einfach was unternehmen kann, bei einer psychisch veranlagten, von der Norm abweichende Verhaltensweise. Es gibt ProAna. Menschen, die von ihrer Krankheit nicht mehr wegkommen und sie desswegen akzeptieren. Genauso gibts ProAdis - auch wenn diesich vllt. nicht so nennen. "fett sein" hört sich für mich zu sehr nach ästhetischem Problem an, ohne Rücksicht auf die psychische Störung, die man "zu dünn sein" gerne gewährt (vllt. auch nur um ne Ausrede zu haben nach dem Motto "iiiiiiich seh zwar nicht so perfekt aus wie angezogene Magersüchtige, aber daaaaaaafür bin ich auch nicht krank")

über die Statistik denke ich, dass es schon enorm viele adipöse Menschen geben muss, wenn bei so vielen Anorektischen der Durchschnittswert immer noch zu hoch ist.

Catwoman Down Under
Hä? Heißt das du glaubst dass dünne Leute sich automatisch an Magersüchtigen orientieren? Oder was meinst du mit 'angezogenen Magersüchtigen'?
Wenn du glaubst dass 'zu dünn sein' zu hören (besonders von einem mann) einen emotional nicht belastet, dann liegst du aber falsch...
Aber keine Ahnung von welchem Standpunkt aus du das vertrittst.
Übrigens unterlege ich mich ungern einer Zwangssprache nur weil sich irgendwer verletzt fühlen könnte. Ich bin direkt und hab noch nie ein blatt vor den mund genommen, (was eine meiner stärken ist wie auch freunde sagen, bin zumindest ehrlich) das wär mir auch zuviel zwang und meinungsfreiheit würde für mich dann keine bedeutung haben.
Vielleicht lernt man das, wenn man selbst schon so einige male vor den kopf gestoßen wurde und merkt dass diese welt nicht mit samthandschuhen angefasst werden muss.

xmas
ich meinte damit, dass Magersüchtige in Klamotten (also angezogen) gar nicht zu dünn aussehen, sondern im Gegenteil sehr schick. es ging mir garnicht um die Sprache, Du kannst jeden fett oder dürr nennen, wie Du willst. Und wo hab ich Männer erwähnt? ich wollte nur darauf hinweisen, dass Fettsein eher als Undiszipliniertheit interpretiert wird, während Dürrsein noch den Mitleidsbonus der Krankheit bekommt. und ich habe, während ich das schrieb gemerkt, dass das vllt. auch daran liegen könnte, dass ja keiner neidisch auf fette Menschen, sondern lediglich auf dünne Menschen ist. Wenn man als Normalgewichtige nicht dünn ist - und so schick aussieht wie angezogene anorektische Models - , dann kann man sich wenigstens damit entschuldigen, dass man nicht krank ist. War also eigentlich garkeine Replik auf Deinen Post, sondern nur allgemein zum Thema.

edit: okay, "angezogen" reicht noch nicht. Ich meinte halt sone Laufsteg-Hosenanzüge mit Schulterpolstern undso, auf garkeinen Fall kurze Ärmel oder Hosenbeine. ansonsten hast Du natürlich recht.

Catwoman Down Under
alles klar...missverstanden, sorry!
Nun das muss aber nicht immer der Fall sein, eine aus meinem Studiengang sieht eindeutig Magersüchtig aus, sie trägt 3 Pullis übereinander und dennoch sieht man die Knochendürren Arme dadurch. Als sie im Sommer T-shirts anhatte blieb kein Zweifel mehr. Das Persönchen ist nun auch 1,55 oder so und bei ihr hat man das Gefühl sie verschwindet einfach in den Klamotten. Das sieht nicht schick aus wenn Knochen hervorstechen. Das sieht wirklich bemitleidenswert aus, mehr nicht. Es gibt z.b. aber auch Models die überhaupt nicht Magersüchtig aussehen, man sieht keine spitzen Knochen, nur dass sie schlank sind. Kann man wohl auch nicht verallgemeinern. Nur dass sie im Verhältnis zur Körpergröße noch dünner aussehen bei evtl. gesundem BMI.

Kitty, just Kitty
Adiposias ist meiner Meinung nach eine ebenso ernst zu nehmende Essstörung wie Anorexie oder Bulimie. Ich war/ bin jahrelang in einem Selbsthilfeforum für Essgestörte und habe dort immer wieder miterlebt, wie sehr Personen, deren Übergewicht aus einer psychischen Störung resultiert, darunter leiden, dass sie nicht als krank, sondern schlicht und einfach als undiszipliniert angesehen werden.

Was aber bei allen Essstörungen, sei es jetzt Anorexie, Bulimie, Adipositas oder EDNOS gleich ist ist die Tatsache, dass das Essen bzw. nicht Essen stellvertretend für etwas anderes steht. Gewisse, z.T. nicht gerade gesunde Verhaltensweisen im Umgang mit Nahrung sind heutzutage schon fast normal (z.B.: Sich mit ner Tafel Schokolade und nem Becher Eiscreme trösten, zwei Tage nix essen damit man bei der Party richtig zulangen kann, vor dem Abiball zwei Wochen Saftdiät machen damit man in das tolle Kleid passt etc). Wenn das Thema Essen bzw. Essen als Ersatzhandlung jedoch einen überproportional großen Stellenwert einnimmt, dann ist es essgetörtes Verhalten, und hierbei ist es vollkommen gleichgültig, ob es sich durch maßloses Essen oder durch Nahrungsverweigerung manifestiert.

Zum Thema gesundheitliche Risiken: Ob man heute den Herzinfarkt kriegt weil der Herzmuskel durch Anorexie angegriffen wurde, durch bulimiebedingten Kaliummangel oder durch die Folgeerscheinungen von Adipositas ist. Was ich damit sagen will, ernsthafte Essstörungen, vor allem solche, die länger andauern, schaden dem Körper immer erorm. Magersucht ist halt die Essstörung, bei der man dem/ der Betroffenen am schnellsten ansieht, dass er oder sie krank ist. Bei Bulimikern (meist normalgewichtig) oder adipösen Menschen ("Der isst halt gerne und reißt sich dabei nicht zusammen...") bleibt die Essstörung oft lange unentdeckt, oft so lange, bis sich die Betroffenen selber Hilfe suchen.

Gerade dieses Hilfe suchen gestaltet sich jedoch oft schwierig, da bei Adipositas und Bulimie immer auch Scham mitspielt. Die Bulimie wird inzwischen auch von der allgemeinen Bevölkerung als Krankheit akzeptiert, Adipositas wird leider immer noch oft als "Ausrede" für völlereibedingtes Übergewicht abgetan.

weisserwitwer
Wenn jemand harte Drogen oder Alk in nicht geringen Mengen oder über einen längeren Zeitraum konsumiert oder sich offensichtlich unterernährt und er mir was bedeutet würde ich ihn auf jeden Fall drauf ansprechen. Bei einer fremden Person ist das schon schwieriger, außer man begenet ihr beispielweise in einem Internetforum, da hätte ich weniger Probleme. Dicken braucht man das meist aber nicht zu sagen, sie wissen meist selbst dass sie zu dick sind und finden sich entweder damit ab oder tun was dagegen, wobei ich hierbei leider aus der Sicht des Beobachtenden sprechen muss.

Woodstock
Worauf ich mit dem Ansprechen eigentlich hinaus wollte: Übergewicht und Fettleibigkeit sind schon so normal geworden.
Schon alleine dass weisserwitwer sagt, dass sich viele damit abfinden ist ja das schlimme.
Ich habe einen Kommilitonen, der lebt echt gefährlich. Er sieht zwar gesund aus, nur halt sehr dick, aber genau das ist es ja. Er setzt sich gerne mit essen auseinander, weiß auch genau wie ich auch schon lange wusste, was gesund ist und was ungesund. Und genau wie ich trifft er einfach nicht das richtige Maß. Immer wenn er mich sieht, fällt ihm auf wieviel ich abgenommen habe, sieht wie gut es mir geht. Aber sobald ich ihm sage er solls doch einfach auch mal ausprobier n und mit ins treffen kommen verschließt er sich sofort. Macht einen Rückzieher und es sieht so aus, als ob all sein Körperfett sein größter besitz wäre.

weisserwitwer
gesund ist es bestimmt nicht, in gewissen Maßen aber sicher vetretbar. Solange es "im Rahmen" bleibt kann es eventuell besser sein locker damit umzugehen anstatt sich durch Fehlversuche und Verkrampftheit noch größerem Streß auszusetzen, kommt halt wirklich auf jeden selbst an. Ich meine nur, es kann doch nicht nur dünne Menschen geben, oder ? Und nur Nichtraucher ? Und Nichtkiffer ? Ok, langsam werde ich anmaßend ^^

.camouflage.
nicht gerade gesunde Verhaltensweisen im Umgang mit Nahrung sind heutzutage schon fast normal (z.B.: Sich mit ner Tafel Schokolade und nem Becher Eiscreme trösten, zwei Tage nix essen damit man bei der Party richtig zulangen kann, vor dem Abiball zwei Wochen Saftdiät machen damit man in das tolle Kleid passt etc).

Quelle: Miss Kitty


Es ist normal, eigentlich kenne ich fast ausschließlich Mädchen die so essen. ich möchte mich selbst nichtmal davon ausschließen, seit ich soviel abgenommen habe, hat sich meine beziehung zum essen auch grundlegend gewandelt.
Bei jungen Männern ist meiner Meinung nach oft das Risiko von exzessiven Sport statt exzessiven Fasten, ich kenne da ein bis zwei Beispiele bei denen du richtig merkst wenn sie mal wieder kämpfen.

Und auch das essen als Ersatzhandlung, ist absolut vertretbar heutzutage, getreu dem Leitsatz: "tun Sie sich was gutes"
(wenn sie sonst nichts gutes finden)


Meiner Meinung nach hat das aber auch viel mit dem notwendigen Lebensstil in dieser Gesellschaft zu tun.
Um bewusst und gesund essen zu können, muss ich mir Zeit nehmen.
Ich muss kochen, langsam essen und danach nicht weiter rennen.
Allerdings ist Zeit, in dieser Zeit, Mangelware.
Wir nehmen auch gar nicht mehr wahr was und wann wir essen, da wir beim Fernsehen, reden, zwischen zwei Terminen oder aus Langeweile essen.
Ich habe Monate, da knie ich mich für jede malzeit hin,
einfach um mir wieder bewusst zu machen "du isst gerade, würdige das".


Zwielichtige
Also kurz vorweg: Ich bin am unteren Rand des Normalgewichts und mittelmäßig sportlich.

Als Kind war ich immer etwas "moppelig" bei mir hat es sich dann allerdings wirklich verwachsen. Mein Vater ist stark übergewichtig, meine Mutter etwas übergewichtig, insgesamt neigt meine ganze Verwandtschaft zum Übergewicht. Ob das nun rein Ernährungsbedingt oder genetisch ist entzieht sich meiner Kenntnis ;)

Aber was ich an mir und meinen Eltern feststelle: das Benutzen des Essens als Stresssenker. Wenns mir richtig scheiße geht weil es in der Uni nicht läuft wie es soll oä tendiere ich schon dazu mir unglaubliche Mengen Pizzahut Zeugs zu bestellen und mir das am Stück reinzuschieben. Dazu kommt dann noch Alkohol, aber mehr so Bier, was ja nun auch einiges an Kalorien hat und dazu den Abbau der anderen noch verlangsamt.
Dadurch das meine Arbeit dann nur im Sitzen stattfindet wird da auch nichts verbrannt. Ich hab es geschafft in den Semesterferien beim Arbeiten aus Unzufriedenheit und Bewegungsmangel innerhalb von 4 Wochen 7 Kilo zuzunehmen. Und da kam aufeinmal das Verständnis dafür wie mein Vater es auf 140kg geschafft hat.
Nur das ich die Notbremse gezogen habe. Aber ich schätze wenn man sich dieser Spirale aus Unzufriedenheit(mit der Situation und einem selbst->was durch Gewichtszunahme ja noch verstärkt wird) und Ersatzhandlung nicht bewusst wird, kann das sehr schnell in eine Sucht (die "Ess-Sucht" ist da ja wirklich nur eine Facette) führen.

Ich glaube nicht dass das bei jedem übergewichtigen Menschen der Fall ist, allerdings ist das eben was ich in meinem Umfeld beobachte und auch an mir selbst.

r0wi aka Sir_sumpf_a_lot
essstörungen? kenn ich nicht.... ich geh erstmal kotzen *kotzrechts*


*tränenlach*

sorry for ot... kommbald nochmal wieder und werd versuchen mich etwas sinnvoller dazu zu äußern.

.camouflage.
innerhalb von 4 Wochen 7 Kilo zuzunehmen.

Quelle: Zwielichtige


Das geht in 4 Tagen, hab ich schon gesehen.^^

Zwielichtige
nur bei mir normalerweise (gott sei dank) nicht.