kiffer.net

Anorexia Nervosa aka "Mein buckliger Begleiter"

Suche

tucanIJah
Aloha allerseits,

ein paar Leute hier dürften mich wohl noch kennen, war mal vor knapp 'nem halben Jahr hier des öfteren präsent und bin hier ein wenig rum gegeistert. Dann irgendwann hab ich mich aktiv gar nicht mehr im knet blicken lassen, was zum einen wohl den Grund hatte, dass ich mir mal ne längere Pause - was das schmökern angeht - gönnen wollte (vorher täglich), ich mir dachte ich bräuchte nach dem plötzlichen Todesfall meines Vaters zu Beginn dieses Jahres mal über einen längeren Zeitraum hinweg nen klaren Kopf, und nicht zu letzt deswegen, weil mir mein Rauchverhalten recht "armselig" vorkam -> Tag rumkriegen, evtl. noch bissl Geld zusammen kratzen oder irgendwie und irgendwo arbeiten um sich noch nen 10er oder so besorgen zu können, Abends 2-3 Köpfe, bisschen TV gucken, Konsole oder Pc zocken, Fresskick schieben, pennen. Stets die gleiche Prozedur, nur mit zunehmendem Maße unkontrolliertere und unbefriedigerndere Fresskicks als sonst. Kann mich noch genau daran erinnern, dass ich mal das Gefühl zu der Zeit hatte mein einziges Glück könnte ich durch Essen beziehen, mir grauste es gerade zu als ich realisierte dass ich mir selber als alleinigen Glücksquell das Essen gesetzt hatte, und es dazu auch noch in so einem MAße eingeschränkt und kontrolliert hatte. Quasi eine doppelte Selbskastration.
Naja, auf jedenfall hab' ich dann halt vom einen auf den anderen Tag erstmal das Rauchen sein lassen, dachte halt es läge daran, dachte es würde sich schon alles von selber regeln wenn ich nicht mehr schmöker. Zunächst schien auch alles recht gut, ich ging wieder feiern, hab mich ab und an recht lustig mit Alkohol abgeschossen und hab wieder mehr Kontakt zu anderen Leuten gehabt. Schulisch gesehen hab ich mich auch wieder gut zusammengerissen, war zwar vorher schon nie nen Problem aber ich konnte schon merken wieviel ich in meiner "dichten" Zeit verschusselt hab. Irgendwann kam dann aber wieder dieses Gefühl der Leere, das Gefühl ich könnte kein Glück mehr fühlen, das Gefühl irgendetwas würde nicht mit mir stimmen. Tägliche , scheinbar grundlose, Heulkrämpfe häuften sich, Lustlosigkeit und Angstzustände suchten mich des öfteren Heim bis ich dann endluich beschloss davon jmd zu erzählen, erster Ansprechtpartner wurde dann halt meine Mum, direkt mit der Bitte nach professioneller Hilfe, mir machte es schon eine Heidenangst vom ein auf den anderen Moment in Tränen auszubrechen und nicht zu wissen warum. "Werde ich langsam verrückt? Halt ich das noch länger aus?", waren Gedanken die mich nur all zu oft plagten.

Zunächst ging es dann halt zu nem normalen Durchgangsarzt, extra ein bekannter der Familie, dem konnte ich das alles besser schildern. Zunächst hieß es bloß es sei eine Depression und ich bekam eine Überweisung zu einem/r Therapeut/in. Parallel hierzu öffnete ich mich selber jedoch immer mehr für die Mutmaßungen die langsam aber sicher in Form von Gerüchten und Geschwafel ihre Wege durch meine Schulstufe und meinen Freundeskreis fanden : Ich seie Magersüchtig, litte unter Anorexia Nervosa. Ich begann mich im Internet schlau zu machen, bekam typische Verhaltensmuster von Essgestörten zu lesen und fing nach und nach an zu begreifen was los war als ich festellte dass diese Muster nahezu perfekt auf mich übertragbar waren. Es war so weit mir einzugestehen, dass mein Essverhalten ganz und gar nicht normal war, und dass es nicht so einfach sein würde all dies zu normalisieren...
Alles begann mit einer einfachen Diät, mit dem Wunsch nicht mehr 101,8 Kg zu wiegen bei einer Größe von 1,92m. Zunächst sollte es bloß Richtung 85 Kg gehen, dort angekommen versuchte ich dann wieder einigermaßen klar zu essen , wusste jedoch nicht wieviel etc aus welchem Grund ich dann nach und nach damit anfing kalorien zu zählen. Ich informierte mich wieviel mein Körper in etwa brauchen würde und gab ihm diese Menge, zunächst bei den Produkten immer nur über den Daumen gepeilt, später Pi-Genau aufs Grämmchen genau ausgerechnet. Hinzu kam der Gedanke es sei besser weniger zu essen als mehr, besser abzunehmen als zuzunehmen, denn wenn ich ja weniger wiege kann ich mir halt am nächsten Tag was gönnen, dann hab ich quasi nen "polster" hinsichtlich dessen. DAs ab und an auf die Waage gehen wurde zum täglichen Exempel, stets morgens nach dem Duschen; war es "zuviel" so ging die STimmung runter, war es gleichbleibend oder weniger akzeptierte ich es. Nach übermäßigen Fresskicks war ich am nächsten Tag richtig mies drauf.

Seit des Selbstgeständnisses sind knapp 3 Monate vergangen, ich geh wöchtenlich eine Stunde zu meiner Therapeutin, habe mal zu und mal abgenommen, versuche durch einen Essensplan von der kcal-zählerei loszukommen (war schon nahezu ein automatismus, wenn ich z.B. nen Apfel gesehen habe sah ich ihn nicht als solches sondern eher als 100kcal), gehe zur Ernährungsberatung und habe nen kompletten Körpercheck auf Mängel und sonstiges hinter mir. Rauchen tu ich auch wieder ab und an (zur zeit ist wohl eher "ab und an"), Gewichtlich steh ich bei 60-61 Kg, achja, und auf die Waage versuche ich auch nur noch 1 mal in der Woche zu gehen , kaum zu glauben wie sowas zu einem Zwang werden kann... Achja, und natürlich Zweifel ich auch noch das ein oder andere mal daran dass ich irgendwann wieder normal leben kann.

Warum ich dass euch alles hier erzähle? Weiss ich selber nicht so genau, vielleicht will ich einfach nur wissen ob wer noch andere Fälle kennt, vielleicht wollt ich mich einfach als Chance nutzen das Thema mal im allgemeinen hier anzuschneiden. Sicher jedoch ist eins, ich wollte irgendwas mit diesem Fred bewirken, nur wie so oft bei längeren Beitragen ist es mir so ergangen, dass ich zum Ende hin vergaß was ich zu Beginn alles so schreiben wollte =).... Ai, genau , wollte noch sagen, dass all das mit ein Grund dafür war, dass ich solang nicht anwesend war ;), war aber mit sicherheit nicht alles

naja,

greetz

nIJah

macrocosmic
Hui-Jui, das ist ja mal eine "heftige" Geschichte.
Schön, das es dir besser geht und welcome back.


Ill in the head
Jo_gut zu hören, dass du wieder die Kontrolle hast. Irgendwann kriegst du bestimmt wieder alles so auf die Reihe, wie du es dir vorstellst.
Aber is man bei 1,92 m und 60 kg nich ein bissel zu dünne? Ich bin ca. 1,90 und mit 80 kg ganz gut dabei.

RaveN
ich bin ebenfalls exakt 1,92 m groß und wiege um die 94 kg (+/- 3 kg).

ich könnte mir niemals vorstellen 30! kg weniger zu wiegen.
*schock!*

ich halte mein gewicht seit mindestens 12 jahren(wegen bundeswehr (+ 23kg!)) und fühle mich nicht übergewichtig.
o.k., eine kleine (süße *gnicker*) bierplauze habe ich schon, aber was soll's?
*abstink!*

sieh zu, das du ein gesundes mittelmass findest. *zwinker*

snag
Schön, dass du wieder da bist.. *grins*

Natürlich musste ich diesen Thread ganz durchlesen (wie eigentlich alle Threads, aber das Wort "Aneroxia Nervosa" hat mich nun mal an sich rangezogen..)..
Auch bei mir fings mit dem Ziel an, "nur ein paar" Kilos abzugeben, obwohl das Verhaeltnis Grösse-Gewicht gar nicht mal so schlimm war. Es war das Jahr, als mein Grossvater starb, und noch dazu musste ich (ich musste) die Uniprüfung bestehen, auf die ich mich 2 Jahre vorbereitet hab.
Genau wie du dacht ich auch, dass eben weniger essen besser ist. Also hab ich das auch getan. Die Abschlussparty verging super, die Uniprüfung besser als ich sie erwartet hab, aber der Wille fürs Abnehmen war immer noch da, wie ne Sucht.. Mit der Zeit konnte man das gut erkennen, auch am Körper und auch an der schlechten Laune die ich hatte.. na klar kann man das merken wenn man in 2 Monaten 10 Kilos abnimmt, 46Kg.. oweiha.. und dennoch kam ich mir "dick" vor, als ich in den Spiegel guckte.. erst im beim Basketballspielen (fand jeden Nachmittag statt, weiss God woher ich die Energie hatte.. ) spürte ich nen heftigen Schmerz an den Knien und der Tag endete beim Arzt.. naja, er meinte, ich würde Gewicht an den Muskeln verlieren, ich soll mich ausruhen und ordentlich was essen..

Wieder wie du hab ich dann im Internet recherchiert, in den Büchern gelesen und ich hab grosse Angst gekriegt, als ich gemerkt hab, dass ich tatsaechlich süchtig bin..
Das erste was getan werden musste, war, sich erstmal klar sein und akzeptieren, dass man süchtig ist, diese Magersucht hat.. Der erste Schritt war geschafft, wenn auch nicht so einfach.. Sich an das Essen gewöhnen.. Ich fand den einfachen Weg und traf mich wieder mit Freunden und versuchte mit ihnen draussen zu essen, denn da gabs keine Flucht..
1 Jahr lang musste ich noch Tabletten nehmen, und seit 3 Jahren ist alles wieder in Ordnung..

Seit des Selbstgeständnisses sind knapp 3 Monate vergangen

das ist das Allerwichtigste! und das hast du ja schon mal hinter dir .. was heisst, dass dus bald los wirst!
weiter so! *grins*


Lino
wenigstens klingt es bei dir so, als seist du auf jeden fall auf dem weg der besserung und ich kann dir nur gratulieren, dass du dir auch sofort hast helfen lassen. *grins*

du scheinst mir ein mensch zu sein, der aus dieser krankheit leicht wieder rausfinden kann und ich wüsch dir auf jeden fall alles gute, und ich bin mir sicher, dass du wieder ein ganz "normales" leben führen kannst und wirst...

big up *zwinker*

The Who
Es betrifft viel mehr Menschen, als man eigentlich denkt, auch unter den männlichen Personen.

Ich denke, allein hier im K_Net könnte der fred durch Betroffene noch weiter gefüllt werden.... *???*

 [user:2441]

tucanIJah
Erstmal vorweg: Vielen Dank für eure Zuversicht, jedoch bin ich so sehr auch nicht auf dem Weg der Besserung, empfinde immernoch alles als recht vage und bemerke wie schwer all das hier ist. Mein Verstand sagt mir dass ich eindeutig zunehmen muss, dass ich früher mehr Kraft hatte, nur ist da suzusagen auch eine gewisse Stimme die alles verharmlost, es nicht als schlimm empfindet weniger zu wiegen. Diese Stimme ist es wohl auch die mich ab und an zwischen dem eigentlich 1-Wochen-Takt auf die Waage treibt. Es ist wohl auch zusätzlich eher der Gedanke ans Essen bzw. nicht-Essen der mich kaputt macht, es ist quasi eine Ersatz-Befriedigung und Ersatz-Beschäftigung. Ich merke ja selber wie ich immer wieder dazu tendiere meine Essenseinnahme stets Richtung Abend zu verlagern, in die ZEiten in denen ich sonst nichts zu tun habe. Kennt jemand von euch vielleicht das Gefühl, wenn die Person vor der man am meisten Angst hat man selber ist? Ich merke immer wieder wie sehr ich mir Steine in den Weg lege, wie sehr gegen mein eigentliches Glücksempfinden handle. SO ist zum Beispiel auch das späte Essen eines dieser Dinge. Eigentlich esse ich lieber in Gesellschaft, koche/backe gerne für andere, kapsel mich aus dem Essen dann jedoch meist herraus wenn es für meinen kranken Kopf noch zu früh ist. Das endet halt dann meist darin dass ich spät Abends alleine rumhocke und denke "du musst ja noch massig futtern". Danach ist das schlafen dann meist verdammt schwierig und ich versuch's dann gar nicht erst weil ich verdammte Angst davor hab einfach im Bett zu liegen, nicht schlafen zu können und sich von jeglichen Gedanken heimsuchen zu lassen. Ist wohl auch einer der Faktoren warum ich so gerne zum Gras in später Stunde griff so wie ab und an immer noch greife.... Quais die Erfüllung einer mein er Kindheitsträume : Ich konnte noch nie vernünftig einpennen , hatte immer meine Probleme damit. ALs Kind wünschte ich mir dann stets einen Roboterartigen An/Aus Knopf an mir, mit Zeitschaltuhr zum wieder anschalten ;).

naja,

so weit erstma,

der olle nIJah


 [user:2511]

macrocosmic
Kennt jemand von euch vielleicht das Gefühl, wenn die Person vor der man am meisten Angst hat man selber ist?

Quelle: tucanIJah

Ohja, das kenne ich.
Auch sonst kann ich dir sehr gut nachfühlen und entdecke einige deiner Probleme bei mir.
*seufz*

tucanIJah
so ,gibt inzwischen mal was neues:

zum einen kann ich jedem der in irgendeiner hinsicht probleme mit seiner psyche hat und zwischen der entscheidung steht zum uncle doc zu gehen nur dazu raten, is echt interessant mal in seinen hirnwindungen rumzuwühlen, zwar auch schockieren aber dennoch interessant.

zum anderen wollte ich von meinem entschluß erzählen mich in stationäre behandlung zu begeben. wird zwar mit der zeitlichen komponente alles ein bisschen schwierig sein da ich ja zur zeit auf mein abitur zu steuer, jedoch hab ich halt immer öfter das gefühl mich immer mehr in den schlingen der magersucht zu verstricken, merke nach und nach wie die gedankengänge immer öfter mein denken einnehmen und sich dort parasitenhaft breit machen wie die allseitsbekannte made im speck. ab und an hab ich da sogar das gefühl es sei wie ein 2tes ich , ein böses ich, ein ich das langsam merkt dass ich ihm am liebsten den gar ausmachen würde und nun mit all seiner macht versucht die kontrolle über mich an sich zu reissen oder zumindest zu festigen. letzten montag fand ich mich selber, im rahmen eines mindestens 1stündigen heulkrampfes, in der küche stehend vor, beide arme ausstreckend mit nem brotmesser auf meinem sodaplexus gerichtet. ich stand nur so da, hab geflennt und mich gefragt was ich hier eigentlich noch mache, genießen oder erleben kann ich eh nichts mehr, eigentlich würde ich ja nur noch leuten probleme machen, aber schaffen/kreieren tu ich nichts mehr... auch dieser gedanken gang nimmt langsam überhand.... dies absolute perspektivenlosigkeit. der gedanke dass eigentlich was einen noch befriedigen könne sei essen bzw das daraus resultierende geschmackserlebnis, gerade die sache die man ja so negiert hat und die ohne jegliche stetigkeit und langatmigkeit auf einen wirkt. ja, essen kann schmecken und leckeres essen scheckt gut was wiederrum gut tut, jedoch ist dieser geschmack von jener flüchtigkeit. naja, ich glaub ich beginn mich zu wiederholen, back to the topic: kurz nach dem eingangspost hab ich auf jedenfall mich auf die suche nach einer klinik begeben und auch mit meiner therapeutin darüber gesprochen. nach längerem hin und her stet nun ein termin für eine eingangsdiagnose fest, am 11.10. und 12.10. werde ich in münster psychisch auf den kopf gestellt und es wird mir ein therapievorschlag gemacht, wenn dann alles gut verläuft bin ich evtl schon in den herbstferien von NRW in Münster in der Christoph-Dornier-Klinik.

so long

greetz

nIJah

Daniel
har har, und ich dachte Anfangs, hier gehts um die gleichnamige französische Metal Combo.

 [user:2441]

Kitty, just Kitty
ich habe mich in deinen schilderungen selbst wiedererkannt. ich war letztes jahr 2 monate in einer klinik wegen magersucht, depressionen, selbstverletzendem verhalten......ich wog damals 38 kilo, hatte keine kraft mehr und wollte eigentlich nurnoch sterben.
ABER: ich habe es geschafft da raus zu kommen. es war ein harter, steiniger weg, doch ich kann jetzt von mir sagen, dass die waage und das thema essen/nicht essen nicht mehr die ganze zeit meine gedanken bestimmen.

in diesem sinne wünsche ich dir ganz viel kraft und alles gute. du schaffst das!

ps.: hier ist die adresse von einem essstörungsforum, das mir sehr geholfen hat und immer noch hilft. (bin dort unter dem namen ildi angemeldet)
http://www.die-nebenwelt.de/forum/index.php?

C0oLjAzZ
ist eher ne formale frage zum thema:

beide arme ausstreckend mit nem brotmesser auf meinem sodaplexus gerichtet


äh, also der solarplexus befindet sich auf der bauchseite des körperrumpfes und bezeichnet ein nervengeflecht. beide arme ausstreckend das messer auf den bauch richtend?

aso klar denkfehler. sorry.

 [user:10031]

Zwürfel - Rated R
tucanIJah, ich wünsch dir alles Gute!

@C0oLjAzZ, wenn das dein einziger Gedanke bei dieser Schilderung war, dann tust du mir leid.

Außerdem ist es kein Denkfehler. Wenn du beide Arme von dir streckst (also nach vorne), dann kannst du das Messer so fassen, dass die Klinge auf den Körper gerichtet ist. So kann man mit Kraft zustoßen und zwar in die eigene Körpervorderseite. Schlimm genug, dass ich das jetzt schreiben musste.

tucanIJah
Alohahey,

mir is irgendwie gerade nach nem Statusreport was dieses topic hier so angeht...

Stellt sich natürlich zunächst die Frage, wie geht's dem ollen tucanIJah inzwischen? Soweit ganz okay würd' ich mal behaupten. Kann inzwischen mehr essen, nur ist's oft noch so dass ich, wenn ich esse, meiner Meinung nach zu sehr mit meinen Gedanken an diesem Thema hängen bleibe, ist so als ob ich die Büchse Pandora's öffnen würde mit dem ersten Bissen :/, alsbald ich anfange zu essen bleib ich darauf hängen, seh Essen irgendwo als Beschäftigung, als eine der dollsten Tätigkeiten.... Egal wie sehr ich mir vornehme dies zu vermeiden, es geht einfach nicht, rutsch da stets rein...
mkay, man könnte sagen ich hab verdammt paranoia davor in ne Esssucht zu rutschen, Essen als kleines Seelenheil anzusehen, es als Glücksquell zu mißbrauchen. Aber was ist Essen schon? na klar, es hat ohne Frage eine Größere Bedeutung in unserer Gesellschaft als lediglich ein Energiespender zu sein, aber hat es wirklich so eine Wichtigkeit als dass man sein leben dem ganzen so sehr widmen kann, all sein Schaffen in solch eine Abhängikeit mit ihm setzen kann? Zur Zeit ess ich zwar vernünftig, im Normalfall Vormittags 2 Kürbiskernbrötchen + 2 Datteln, zum Nachmittag hin nen ordentlichen Teller Gemüse samt Beilage, irgendwas halt in der Dimension meines letzten Blogfutters(Blog Eintrag #1054), am frühen Abend dann 1-2 Stücke Obst, halt 2 Äppel, oder ne Mango, ne Papaya, irgendwas in die Richtung halt. Weiter gehtÄs dann irgendwann abends wenn ich nach hause komme, da landen dann meist 2-3 Scheiben Brot auf meinem Teller die mit irgendwelchen vegetarischen Pasten verfeinert werden, oder mit Frischkäse. Kurz vorm pennen gehen gönn ich mir dann meist noch was, nen Pudding, was Schokimäßiges, oder auch was zu knabbern, irgendnen Seelenfutter halt. Manchmal wird aus dem Seelenfutter uach nen Bierchen, aber das eigentlich eher weniger. Inzwischen hab ich damit rund 2 Kilo zugenommen, weitere sollen eigentlich folgen, nur hatt mein körper sich anscheinend an den erhöhten Energiehaushalt gewöhnt. DIe 2 Kg ham mir auch soweit schon geholfen als dass ich wieder genug Energie verspüre um Lust auf Sport zu haben, ich bewege mich wieder gerne, hab einfach mal den Drang einfach so aus Lust und Laune heraus mich rhytmisch zur Mussikk zu bewegen, einfach so mittendrin ne kleine Tanzeinlage einzulegen, so wie jetzt zum Beispiel.... Wäre das hier nen Forum samt Webcam würdet ihr euch warscheinlich ganz schön einen ablachen ;), aber hey, wayne.... WErd mich demnach wohl am montag in nem Fitnessstudio anmelden um mein Zunehmen durch Muskelaufbau zu unterstützen.
Nun aber mal zu der negativeren Seite des ganzen: Ich hab richtige Angst dass ich noch weiter in irgendwelchen Psychoscheiss reinrutsche... VOrgestern erst hatt ich wieder nen Suizidgedanken... Hatte mich mal wieder, wie so oft, mit meiner Mum gezofft, war gerade während ich mir was zu essen in der Küche machte und nen Messer in der Hand hatte. Es kam wieder soweit dass ich einfach mit dem Gedanken geliebäugelt hab das Messer sanft durch meine Pulsader gleiten zu lassen. daraufhin folgte das starke bedürfniss das messer ruckartig gegen meinen Torso zu schleudern. Naja, den Gedankengang konnte ich ja noch relativ gut unterdrücken, jedoch auch nur auf kosten eines anderen, nicht weitaus minderen : Musste mir auf irgendeine Weise Schmerz zufügen, hab meinen kopf massiv gegen den Türrahmen oder nen Schrank gerammt.... und sowas passiert mir z Zt des öfteren.... Demnach hab ich halt schreckliche Angst davor, dass ich die ganze Magersuchtscheisse durch ne andere Sucht zu kompensieren versuche...

der vollständigkeitshalber will ich aber mal mit meiner erzählung fortfahren, falls irgendwer fragen zu etwas hatt soll er die einfach stellen, kann ja dann evtl auf 1-2 Dinge detaillierte eingehen falls es wen interessieren sollte. Z.B Wäre da noch zu erwähnen wie ich, nach nun knapp nem Jahr mit dem Tod meines Vaters klar komme... Ich kann sehr gut behaupten dass ich das ganze miserabel abhandeln kann, ich denk fast noch täglich an meinen Dad und vermiss ihn sowas von. Ich schaff'S einfach nicht mich damit damit abzufinden dass er tot ist, hinzu kommt z Zt noch das Fest der Liebe, und das zum ersten Mal ohne ihn... Gestern Abend bei der Bescherung musste ich auch urplötzlich flennen.... Was würde ich bloß dafür geben auch nur einmal wieder mit ihm reden zu können, Ich muss stets alles was mit Weihnachten einher geht mit dem letzten Jahr vergleichen, war ja immerhin kurz nach Silvester als das liebe Leben sich dafür entschied' meiner Familie das Rückrat zu brechen.

Jedoch gibt's auch ne positive Tendenz, wie schon erwähnt strebe ich den Muskelaufbau im Fitnessstudio an. Dazu kommt noch dass ich vor habe mich wieder irgendeiner Sportart zu widmen. Ich merke wieder wieviel spaß der ganze bewegungskrams machen kann ;)

naja, ich weiss eh dass ich wieder die hälfte von dem was ich eigentlich schreiben wollte vergessen hab, aber was soll's... Ich sag denn ma

greetz

nIJah

eMc
Fitnessstudiobesuche könnten gegen diese Tendenz zum Selbstverletzenden Verhalten vielleicht sogar helfen. Du fügst dir dann die Schmerzen halt durch extreme Anstrengung zu anstatt dich wirklich selber zu verletzen.

Ansonsten wünsch ich dir viel Kraft um dich aus deiner Krise herauszukämpfen.

tucanIJah
Erneuter Statusbericht (brauch irgendwo das niederschreiben meiner Gedanken ab und an, allein damit ich sie mir irgendwann wieder vorhalten kann um nochmal drüber zu reflektieren):


Hmm, sind jetzt inzwischen seit meinem letzten Posting hier gut 2 Wochen vergangen, jedoch hab ich nix an Masse zulegen können ;(. Das mit dem Fitnessstudio hab ich in Angriff genommen, oder besser gesagt, ich nahm es in Angriff und es mich daraufhin direkt in seinen Würgegriff. In der ersten Woche war ich jeden möglichen Tag da, will heissen 4 Mal; an den Feiertagen hatt ich dann richtige Probleme dass ich nicht hingehen konnte, inzwischen brauchte ich diese ANstrengung, es war zu einer Art Berechtigung zu Essen für mich geworden. Ich merkte richtig wie schwer es plötzlich für mich schien so zu essen wie vorher ohne den erhöhten Energiebedarf durch Sport. Auch im Studio merkte ich dieses krankhafte Bild bereits: Fing ich zu Beginn lediglich mit einer kurzen Strecke auf dem Radl an um mich aufzuwärmen wurde daraus schrittweise jedoch schnell mehr. Mir nix dir nix saß ich dann auch anstelle von gewollten 10 Minuten auf einmal 40 Minuten auf dem Rad, und das nur zum Aufwärmen. Es war ein pendeln zwischen der Kalorien- , der Kilometer- sowie der Zeitanzeige des Fahradergometers. Ich sagte mir immer, eigentlich kannst du auch noch die Minute zu Ende fahren, dann war es plötzlich nur noch der Kilometer, und dann auf einmal die 100 Kalorien, ne runde Zahl is halt schöner. Es wurde richtige Zwangartig....
In der letzten Woche war ich dann wiederrum fast jeden Tag da, an einem Tag nahm ich mir jedoch fest vor nicht hinzugehen, was mir mit starkem Widerwillen auch gelang, jedoch war ich an dem Tag richtig aufgewühlt und musste große Mühen aufbringen zu Essen.

Ich habe inzwischen einfach Angst das ein Teil von mir versucht das was ich mehr an Nahrung zu mir nehmen durch den Sport zu kompensieren. Es ist demnach schon ein richtiger Zwang mich dort auszupowern. Was jedoch positiv hinzu kommt, ich verspüre beim Training endlich wieder ein gesundes Hungergefühl und kann nach diesem auch anständig essen, ohne großartig dran zu denken ob es zuviel sei.

Naja, aber wie dem auch sei, letzten Dienstag hatte ich dann wieder eine meiner Therapiestunden, die erste im neuen Jahr und demnach nach einer 3wöchigen Pause. In dieser Zeit sollte ich eigentlich 1,5 kg zulegen, schaffte jedoch nur 500g.... Nun, das Ergebnis war Stress mit meiner Therapeutin und eine neue Auflage für mich, nun muss ich wieder 800g pro Woche zunehmen, was wohl ein richtiges Problem für mich darstellen wird... Ich weiss zwar dass es nur gesund für mich sein kann, jedoch sticht immer wieder dieses krankhafte Ich aus mir hervor.

AI, werd gleich wohl mal fortsetzen, jetzt jedoch erstmal Supersize Me schaun ;), ich weiss, is evtl der falsche Film für mich ^^

greetz

nIJah

bördi
In dieser Zeit sollte ich eigentlich 1,5 kg zulegen, schaffte jedoch nur 500g.... Nun, das Ergebnis war Stress mit meiner Therapeutin


nur nichts überstürzen... weiss zwar nich wies is mit schnell zunehmen, aber beim schnell abnehmen wär das sehr ungesund.... (bin ja bei der ernährungsberatung btw)

und wenn deine therapeutin stress macht, dann wechsel am besten gleich zu jemand anders... sowas suckt echt... die sind nich zum stress machen und "bestrafen" da, sondern zum helfen und um tips zu geben!

tucanIJah
na, sie macht nicht in dem sinne stress, sie bringt halt den nötigen druck auf. es ist ja so, ich hab recht ordentliches Untergewicht, man kann sogar sagen ungesundes Untergewicht, definitiv. Und zudem hab ich ja auch einen Vertrag unterschrieben in dem ich angenommen hab die Menge zuzunehmen. Jedoch werd ich wohl nie aus dieser Ecke hervorkommen wenn mir nicht auch die ganzen Hintertürchen die ich hab geschlossen werden. Es ist halt nen krankhaftes Verhalten, also diese Sucht nach Magerheit und die Angst vor Gewichtzunahme, jedoch ist's notwendig. Und in der Hinsicht ist eine so schnelle Gewichtszunahme (so rasch is es ja auch nich) auch nicht ungesund da ich mich ja jetzt auch im ungesunden bereich bewege. Nahezu alle Kliniken arbeiten mit so einem Gewichtszunahmepensum, wenn nicht sogar mit höherem. Bis zu einem BMI von 17,5 oder 18,5 ist das imo normal...

bördi
bei mir isses genau umgekehrt wie bei dir (krankhaftes übergewicht)... schon krass...und da denkt man als dicke immer "ach die dünnen habens doch so einfach" aber wie man an deinem beispiel sieht isses doch sehr schwierig...

wünsch dir jedenfalls ganz viel glück auf deinem weg... :) es braucht halt schon ziemlich viel durchhaltevermögen...

Kitty, just Kitty
zuerst mal herzlichen glückwunsch, dass du deine essstörung bekämpfst, dass ist ein sehr guter schritt. ich bin seit fast 2 jahren in therapie und das hat mir viel gebracht.
ich weiß, dass fitnessstudio und ähnliches ne gewisse eigendynamik entwickelt...bin selber auch dann ne stunde aúf dem rad gesessen. ich hatte immer die angst davor FETT zuzunehmen. wenn ich extrem viel trainierte, dann wusste ich, das gewicht sind zumindest muskeln, weiß nicht, ob das bei dir auch so ist......
und: du musst dir das essen nicht durch sport "verdienen", du hast auch das recht darauf, wenn du nix tust.....
und denk daran: du bist ein wertvoller mensch, und du bist NICHT dein gewicht!

alles gute und viel kraft
kitty

tucanIJah
achjoa, buddel ich den fred hier nochma aus, aktualität hat er leider ja immer noch, und imho verhädder ich mich glaub ich marionettenmäßig immer mehr in den fäden des puppenspielers, somit hat mein buckliger verwandter wohl nun auch noch einen job bzw ein hobby dazu bekommen, puppenspieler.... killt wer für mich die augsburger puppenkiste? evtl gehört die mistsau ja zu dem pack....

[...]ich weiß, dass fitnessstudio und ähnliches ne gewisse eigendynamik entwickelt...

Quelle: Kitty, just Kitty



jaja, diese verflixte eigendynamik, gepaart mit mariuhana, dem manifestierten handeln im dichten kopp aus beschäftigung zu futtern und einer paranoia vor schlaflosen nächten ist das nix schönes. aber vielleicht erklär ich dazu erstmal die nöchsten paar zeilen ein wenig, wird rückblendencharakter haben ;)

nachdem ich mir ja vorgenommen hatte vor meinem abi eigentlich seit nikolaus letzten jahres nix mehr zu quarzen bin ich ja leider kurz vor den osterferien schwach geworden und hab somit bis zum abi hin wieder ein tägliches konsumverhaltensmuster aufgebaut, lediglich die nächte vor den klausuren waren tabu. dem abi hat's zwar nicht wirklich geschadet, jedoch war dies die erste dauerkiffphase bei mir in der ich die möglichkeit hatte fresskicks nicht nur durch hungern zu kompensieren, nein, nun hatte ich ein viel mächtigeres mittel gefunden, sport... so kam's dann halt dass sich meine nahrungsaufnahme wieder bis aufs frühstück (2 trockene körnerbrötchen) auf die dichten abende und nächte verschob. die fressflashs kamen mit der zeit immer häufiger und wurden von zeit zu zeit zum täglichen begleiter, genauso wie die kurztrips ins fitnesscenter. kurzum: die letzten 9 tage war ich 8 mal dort um 65-80 mins aufm radel zu verbingen, absolutes spinning mit nem energieverbrauch von 850 bis 1100 kalos. all dies scheint so immense furchen in meinem dichten verhaltensmuster hinterlassen zu haben als dass ich, sobald ich gedichtet bin recht schnell in ein fressattakcen muster verfalle...

zwar konnte ich dadurch auch nen kilochen zunehmen, aber zu welchem preis? ich bin das hungern los, jedoch warf dieses loch eine größere spannung auf, fühle ich mich nun nur noch vollkommen existent (oder vielleicht gar existenzberichtigt) wenn ich meine ration sport hatte. naja, wenigstens bin ich ein so konsequenter mensch als dass ich schlussendlich zu dem rationalen zug kam hinsichtlich des kiffens mal wieder kürzer zu treten, die 1monatige pause is nen pflichprogramm welches jedoch gern auch ausgeweitet werden kann. deswegen sitz ich auch gerade hier, die 2te schlaflose nacht, ohne das gras welches ich in letzter zeit so oft als fresstrieb und schlafmittel missbrauchte, welches mir nicht der bewusstseinserweiterung dienlich war sondern lediglich zur negation der welt herhalten musste. wobei es gerade für mich doch recht wichtig erscheint mich mit der realität zu konfrontieren, bedenke man die sympathie die ich in der letzten zeit gegenüber dem suizidgedanken entwickeln konnte.


hmpf, ich glaub der fehlende schlaf dübelt mein denkvermögen doch schon recht arg, ich les mir den krams nachher nochma durch und schreib dann weiter,

so long

greetz

nIJah