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CRySTAL |
Nicht genug damit, dass der zuständige Polizeivize Wolfgan Daschner, aufgrund der Folterandrohungen, damals seinen Job verloren hat, sondern jetzt beruft sich ein Kindesmörder auf Menschenrechte(die er dem elfjährigen Jakob von Metzler nicht gewährte), sieht sich zudem als Justizopfer und darf sogar auf Freispruch hoffen?! Hierbei drängt sich mir die Frage auf, ist es denn gerecht einen (nachweislichen) Mörder freizusprechen, weil ihm damals mit Folter gedroht wurde? Irgendwie fehlt mir in dem Fall jegliches Verständnis... |
Larry_Brent |
Ich hoffe, du meinst das Verständnis für die dämlichen Bullen, die lieber die Gestapo-Nummer gebracht haben anstatt ihren Job vernünftig zu tun und wegen denen jetzt eventuell ein Kindermörder auf freien Fuß kommt... |
teekessel-sensei |
CRySTAL |
Mitnichten, mir fehlt es an Verständnis dafür, dass tatsächlich darüber entschieden wird, ob ein Kindesmörder (dem kein Haar gekrümmt wurde) die Freiheit wiedererlangt. |
s |
Es ist natürlich moralisch völlig in Ordnung in diesem Fall mit Folter zu drohen, aber man darf sich nicht erwischen lassen. Wie ist das überhaupt rausgekommen? |
Larry_Brent |
Mir auch. Aber wie gesagt, der Fehler lag ganz eindeutig bei den Cops, die den falschen Vorbildern nacheifern. |
[user:16869] |
CRySTAL |
Dem "armen" und "verwirrten" Kindesmörder helfen? Erzähle das mal den Hinterbliebenen.
Wenn Hoffnung darauf besteht das Opfer zu retten und derjenige welche hundertprozentig der Täter ist, aber damit nicht herausrückt, sollte man meiner Meinung nach sogar Foltern dürfen. Für Vergewaltiger/Kindesmörder halte ich das durchaus für legitim... |
[user:11542] |
Arthur Dent |
Ansonsten teile ich die Ansicht Denningers. Wenn das unter Folterandrohung gegebene Geständnis Gäfgens der einzige Hinweis auf seine Täterschaft ist, hätte er imho nicht verurteilt werden dürfen. Das hat aber weniger mit "Täterschutz" zu tun, sonder mit dem Schutz derer, die zu unrecht beschuldigt oder verdächtig werden. |
[user:16869] |
CRySTAL |
Das ist der springende Punkt bzw. das Problem an der Sache. Danke [user:11542], dass du das zu Wort bringen konntest.
Mit "nachweislich" meinte ich, dass Gäfgen nach der Folterandrohung ein Geständnis abgelegt und die Ermittler zu der Leiche des Kindes geführt hat. Sicherlich ist das keine Grundlage für eine Verurteilung, aber wer gesteht ein Kind umgebracht zu haben und zufälligerweise auch noch den Aufenthaltsort der Leiche kennt, kann in meinen Augen nicht (ganz) unschuldig sein.
So wäre es wünschenswert, doch mit Realität hat das ganze wenig zu tun und sowas umzusetzen dürfte ebenfalls schwer fallen. Um nochmal auf deine "Theraphie statt Strafe"-Sache zurückzukommen, was sollte mich, als angenommenen Verbrecher, davon abhalten jmd. umzubringen, wenn ich sowieso keine Strafe zu befürchten habe? |
[user:16869] |
CRySTAL |
Kotzt dich nicht eher die Realität selbst an, anstatt die "Sprüche"?
Ich versuche nicht etwas daran zu ändern, dass weiterhin gegen Straftäter vorgegangen wird, warum auch? Halte es ja für legitim...
Eine perfekte Gesellschaft ohne jede Disharmonie/Ungerechtigkeit und dergleichen ist nun mal "realitätsfern", auch wenn du solche Sprüche hasst.
Wenn die Therapie ja so "hart" ist, warum entscheiden sich dann so viele dafür anstatt ins Gefängnis zu gehen? |
wasabi |
im zweifel für den angeklagten, wo ist das problem? eine aussage unter folter(-androhung) hat zurecht keine substanz.
blöd für die angehörigen. aber gerecht. |
Z-ties |
Gerecht? irgend so ein kranker typ kommt frei nur weil ein polizist das kind retten wollte. den ihm lief die zeit davon. es ist vielleicht etwas hart gewessen aber von mir aus hätten sie diesen typen foltern können. Und ich hätte immer noch keine ungerechtigkeit gefunden.
Natürlich muss man dan auch überlegen wo fängt man an wo hört man auf. Ich finde aber in diesem einen fall war das gerechtfertigt |
Freaky FourfingaZ |
Unter Folter, gestehe ich den Kennedymord.... |
Z-ties |
sie wussten aber schon bevor sie folter drohten das er schuld ist. Sie drohten die folter nur an weil er nicht sagen wollte wo das kind ist |
Arthur Dent |
Leute, ihr diskutiert immer um Einzelfälle, überseht aber, das Einschränkungen der rechtsstaatlichen Mittel alle betreffen werden. Und unter den Folgen hätten unnschuldige (potentiell also alle, du und ich eingeschlossn!), zu unrecht Beschuldigte erheblich mehr zu leiden als Täter. Ich erinnere nochmals an den Fall Zurwehme (bitte selbst googlen), bei dessen Flucht nicht nur ein Straßenmaler in Dresden und der dortmunder Blues-Gitarrist Jochen Schrumpf verhaftet wurden, weil sie für Zurwehme gehalten wurden, sonder auch ein völlig unschuldiger Tourist aus Köln in seinem Hotelbett erschossen wurde. Der Polizist, der geschossen hat, war sich genau so sicher, wie Daschner. Seid ihr bereit, euch foltern zu lassen, nur weil man euch verwechselt? |
teekessel-sensei |
wenn hier rumgefoltert werden dürfte, wo wäre dann die grenze?
mir gefällt der gedanke nicht wegen 1 gramm möglicherweise gefoltert zu werden, nur damit ich den ticker nenne oder so... |
kopfsalat |
wasabi |
ich habe nicht von moralischer gerechtigkeit gesprochen, sondern von der gerechtigkeit des deutschen gesetzes. natürlich tun mir die angehörigen leid und ich kann den zorn auf den vermeintlichen kindermörder nachvollziehen. aber da das geständnis von gäfgen das einzige indiz für dessen alleinige schuld ist und dieses unter folterdrohungen entstand, ist es nichtig. was ist denn daran so schwer zu verstehen? ja, er wusste den aufenthaltsort des kindes, aber er könnte genausogut mitwisser sein. was wissen wir schon, unter welchen umständen was passiert ist? |
Z-ties |
ja wasabi hast schon recht im prinzip und Arthur Dent
auch vollkommen fand dies halt nur in diesem fall nicht ganz so schlimm |
Arthur Dent |
Deshalb finde ich es auch richtig, das Daschner kein Polizist mehr ist, denn das war ein Zeichen, was geht und was nicht. Wie ich finde, ein wichtiges Zeichen. Krasser Vergleich: Unter den von den Nazis umgebrachten Juden, Zigeunern, Kommunisten etc. waren sicherlich auch ein paar Verbrecher, dennoch finde ich die Greutaten des Naziregimes in diesen Fällen nicht weniger schlimm. |
[user:16869] |
CRySTAL |
Wenn du nicht mit Blindheit geschlagen bist und/oder du unter stark halluzinogenen Substanzen stehst, würde ich dir raten deine Augen zu öffnen. Was du dabei dann siehst nennt man "Realität" ;)
In gewisser Weise muss ich dir Recht geben, doch für mich liegt immer noch ein himmelweiter Unterschied zwischen einer Androhung und einer tatsächlichen Folter. Aber, wenn jemand bei einer Androhung anfängt zu gestehen und das Corpus Delicti bzw. deren Aufenthaltsort aushändigt/verrät, gehe ich davon aus, dass derjenige der Täter ist bzw. er zu Recht verurteilt wurde. |
[user:16869] |
CRySTAL |
Ich korrigiere mich: Was du dabei dann sehen solltest nennt man "Realität".
-E- Da dieses Thema wohl eher philosophischer Natur ist, würde ich vorschlagen das ganze entweder in einem eigenen Thread, per SMS oder über ICQ auszudiskutieren um hier nicht unnötig weiter Offtopic's zu erzeugen. |
Arthur Dent |
Versoch doch mal ein Konzept zu skizzieren, daß in solchen Fällen gefolter werden dürfte, aber andererseits potentiell Unschuldigen der größtmöglich Schutz gewährleistet wird. Übrigens: 100%-ig Feststehen tut eine Täterschaft erst nach einem richterlichen Urteil (wenn überhaupt), vor einem Urteil hat jeder Mensch als unschuldig zu gelten (auch wenn Herr Schäuble das anders sieht)
Wie gesagt, siehe Fall Zurwehme. Der Polizist, der den Kölner im Hotelbett erschoß, war sich auch sicher, daß da Zurwehme liegt. Gerechtfertigt? Ich sehe keine Möglichkeit, Folter in bestimmten Rahmen zuzulassen (von Menschenrechtlichen Gründen mal ganz abgesehen) ohne den Rechtsstaat abzuschaffen. Und das würde dann auch Unschuldige treffen. Ich stelle daher nochmals diese Frage
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CRySTAL |
Sicherlich niemals, da du ja selbst schon gesagt hast, dass eine hundertprozentige Täterschaft erst nach einem Urteil feststeht. Ich habe damit lediglich die Situation genannt, für die ich Folter befürworten bzw. für vertretbar halten würde...
Ich ebenso, ansonsten müsste ich u.a. Kindesmörder freisprechen, weil ich mich nach dem Gesetz zu richten hätte und der moralische Standpunkt (um den es mir ursprünglich ging) vor Gericht wertlos ist. Davon ab, dass Folter in einem Rechtsstaat nichts zu suchen hat ist völlig richtig, doch gerade solche Beispiele zeigen, dass Gesetz und moralische Gerechtigkeit in gewissen Fällen zwei paar Schuhe sind. In diesem Beispiel in einem Ausmaß, dass mir die Galle "hochkommt". -E- Die allseits geliebte Rechtschreibung |
Arthur Dent |
Noch mal: Wo sollte da die Grenze gezogen werden?
Und noch mal:
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teekessel-sensei |
NEIN! |
CRySTAL |
Ich habe schon zweimal die einzige Situation genannt, für welche ich Folter vertretbar halte...
Ich dachte eigentlich, dass meine Antwort hierzu aus meinen Postings hervorgeht, aber hier nochmal in aller Deutlichkeit: Nein |
RaveN |
Also hätte man Gäfgen auch nicht foltern dürfen, oder ist er jetzt doch schon 100%ig der Täter? ![]() |
CRySTAL |
Er wurde ja nicht gefoltert, ihm wurde nur das Ganze nur angedroht. |
bobmarleyfan |
Folter als rein physischen prozess zu begreifen wird dem Begriff nicht gerecht. Angst löst Zungen und sie werden gespalten sein ! ; ) |
xmas |
abgesehen davon, das sich Folter bisher als extrem ineffektives Mittel bei der Wahrheitsfindung erwiesen hat - die meisten Gefolterten sagen halt alles, was ihnen grade so einfaellt.. (das Dammbruchargument halt ich wiederum fuer Kaese)
Folter ist illegal. und Androhung von Folter ist Folter. (nac |