Türkei - Beitritt in die europäische Union
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[user:165] |
wintux |
Also ich finde man sollte der Türkei den Eintritt in die EU nicht verwehren. Das würde ein sehr schlechtes Zeichen geben. Soweit ich weiß vertröstet man die Türkei schon seit Jahren.
Warum sind eigentlich CDU/CSU gegen den Türkeibeitritt? Das hab ich bis jetzt auch nicht verstanden. Nur weil sie die Fördergelder für Ostdeutschland nicht verlieren wollen? |
Shawn |
ich würde mir das schon nochmal genau überlegen.
... oder wie Christian Schmidt-Häuer es einmal in einem Artikel beschrieben hatte:
und mit dem letzten ist die Türkei gemeint! Die Türkei war noch nie Europa. Das klingt zwar jetzt hart, aber finde ich irgendwo schon gerechtfertigt. Es gibt wirklich viele Gründe weswegen ich der Türkei den Beitritt verwehren möchte, hab aber jetzt keine Lust die alle zu nennen. Doch ein Grund steht auf jedenfall fest. Es sind auch die Kosten!
leicht gesagt,... wer soll denn dann den Aufbau Ostdeutschland weiterfinanzieren ? |
Kantakukuruz |
Ich bin nicht grundsätzlich gegen einen EU-Beititt der Türkei, glaube aber, dass das im Moment nicht möglich ist. Sowohl politisch als auch wirtschaftlich.
Es gibt eine politische Kultur, die sich von dem, was in Mitteleuropa üblich ist, unterscheidet. Miltär und Polizei spielen eine für uns ungewohnt große Rolle, die Minderheitenpolitik plus eine selbstkritische Behandlung der Geschichte ist verbesserungsfähig. Wirtschaftlich ist die Türkei ein Land mit großen Unterschieden. Die Industrialisierung und der Standard der Infrastruktur sind in den letzten Jahren weit fortgeschritten. Der Tourismus floriert und bringt Geld und neue Impulse. Andererseits gibt es aber noch ne Menge unterentwickelte Regionen, in denen man sich vorkommt, wie in der zentralasiatischen Steppe. Die EU hat Länder, in denen es ähnliche Probleme gab, gut integriert, siehe z.B. Portugal. Nur ist die Türkei ein sehr großes und bevölkerungsreiches Land. Ich denke, die Türkei könnte durchaus in die EU passen und somit Europa bereichern. Nur ist bis dahin eben noch sehr viel für die Türkei zu tun. Beitrittsverhandlungen halte ich für sinnvoll. Dazu gibt es feste Regeln. Ehe die Türkei den entsprechenden Standard hat, wird sowieso niemand das Land voreilig aufnehmen. |
[user:4666] |
Kantakukuruz |
Noch was zum Thema "Die Türkei war noch nie Europa".
Wenn man Europa als Vereinigung von Staaten ansieht, die aus christlich-abendländischem Kontext kommen, dann hast du damit Recht. Nur gehören dann Griechenland und die Beitrittskandidaten Bulgarien und Rumänien auch nicht dazu. Aus Sicht der Türkei würde ich behaupten, dass man sich dort Europa geistig näher fühlt, als z.B. den Nachbarländern Syrien oder Iran. Außerdem ist die türkische Kultur schon längst Bestandteil des mitteleuropäischen Alltags - eben durch die sogenannten Gastarbeiter. |
[user:165] |
snag |
Nein, wir sind für den Eintritt in die EU noch nicht bereit, denn die Türkei besteht nicht nur aus Istanbul, leider..
Aber wenn ich mir die Kandidaten ansehe, frag ich mich, worum es hier eigentlich geht, und was die Kriterien sind, um in die EU eintreten zu können. Ich vergleiche die Laender.. Entwicklung.. Wirtschaft.. Landschaft.. Ausbildung.. mh.. so gross sind die Unterschiede ja gar nicht..mh Ah doch, da hab ich wohl ein kleines Detail übersehen, die Religion, wie konnt ich denn das vergessen, ne Schande! Aber wie es in den EU-Laendern doch so oft gesagt wird, jeder ist mit seiner Religionswahl frei, niemand kann ihn zu etwas zwingen, jeder kann an das glauben was er will.. Aha.. |
sell the tab |
Ich bin ganz klar für einen Eintritt der Türkei in die EU.
Begründungen gibt es eine Menge, doch der Wichtigste für mich ist, dass die Türkei schon immer der Bindepunkt zwischen Europa und Asien war, und somit für eine Stabilität zwischen den Ländern sorgen könnte. Daher sollte der Türkei alle erforderlichen Hilfen zur absoluten Demokratisierung gewährleistet werden. Und wenn man sieht, welche Verbindungen es grade zwischen der Türkei und der BRD durch die Gastarbeiter gab, finde ich es nur Gerecht die Aufnahme zu unterstützen. Eine Ausgrenzung halte ich für ziemlich daneben, wenn nicht sogar für den absoluten Populismus. Auch wenn es nichts mit der Politik zu tun hat. Warum durfte die Türkei eigentlich bei der Eurovision mitsingen. Durch Essen, Bauchtanz und eine sehr interessante Kultur dürfen sie uns unterhalten, aber wehe Gelder für die Demokratisierung ausgeben. *schüttelmitdemkopf* Turkey: 12 Points |
SigurRos |
Ich bin dafür, dass die Türkei der EU beitritt!
Das mit den Kosten ist immer so eine Sache! Vor jeden neuen Beitritt scheint es beschwerden zu geben, wieviel darin dann investiert werden muss. Das Geld kann man immer anderes ausgeben..... und schließlich verschwenden wir in Europa auch viel Geld... Das mit östl. bundesländern halte ich also für Blödsinn! Nun mal zu der Türkei als solches! Die Türkei ist das einzige Land, was es geschafft hat bzw schafft eine Demokratie mit den Islam zu verbinden! Ein gutes Vorbild der Trennung von Staat und Kirche! In dem Land darf die Religion keinen Einfluss auf den Staat (Schulsystem etc ) haben. Und nun mal langsam Leute!!! Bis die Türkei in die EU aufgenommen ist, dauert das ganze eh noch ein bisschen! Bis die neuen EU-Länder dieses Jahr eintreten konnten, vergingen über 10 Jahre! Und die Türkei ist auf einen guten Kurs! Es scheint, aus meiner Sicht, unverzichtbar zu sein, die Türkei aufzunehmen! Gerade in der heutigen weltweiten Lage der erneut aufschwappenden Religionskonflikte. Wir brauchen die Türkei, genauso wie sie uns braucht! Und mit ihr, wären wir ein noch besseres Beispiel auf der Welt! Genug geschwafelt....ich bin tot müde...!!!
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Hille |
als auch gesellschaftlich. dem stimme ich genauso zu, wie den anderen Aussagen in Post #597662. |
snag |
(--> dank Atatürk!) schön, dass das wenigstens einer weiss... |
[user:5099] |
snag |
so ist es :) |
macrocosmic |
Ja und? Wo ist das Problem? Dieses "Argument" habe ich doch letztens erst gelesen?
Ach wäre das schön! Leider habe ich mich noch nicht genug über die Beitrittsmodalitäten im einzelnen informiert und kann mir hier noch keine fundierte Meinung leisten, aber aus ganz persönlicher Sicht würde ich einen EU-Beitritt der Türkei befürworten. Von mir aus könnte sogar Grönland eintreten, hauptsache die welt rückt endlich näher zusammen. ²³ |
Kantakukuruz |
Hey... zwei! Mindestens! Das Beispiel von Trennung von Staat und Religion find ich gerade kein besonders gutes. Dieser sogenannte Laizismus (ein neues Wort für euer persönliches Fremdwörterbuch) ist einer der Grundprinzipien der modernen Türkei. Er hat die Politik einerseits vor dem Einfluss religiöser Fundis geschützt. Andererseits hat das aber auch zu nicht wenig Unfreiheit für die verschiedenen Religionsgemeinschaften in der Türkei geführt. Grundsätzlich ist Trennung von Staat und Religion solange sinnvoll, wie Zwang und Bevorzugung bestimmter Religionsgemeinschaften vermieden werden. Nur: Wer sich als Gesellschaft völlig vom Religiösen abschirmt, schirmt sich auch gegen die positiven Einflüsse aus Kirche und Religion ab. Zu snags Post:
Ich glaube, da umschreibst du den schlimmsten Fehler, den wir "Westler" bei der Debatte über die Türkei in der EU machen können: Nämlich zu denken "Wir wollen keine zig Millionen Muslime in der EU", sich aber nicht zu trauen, das auszusprechen und statt dessen irgendwelche anderen Gründe vorzuschieben. |
snag |
und ich glaube, den Fehler haben die "Westler" schon laengst gemacht! und wenn die Westler ihr "Problem" nicht sagen können, ich mein einfach da stehen und sagen "Unser Problem ist, dass die Mehrzahl des Landes aus Moslemen besteht".. und wenn die das nicht sagen können, und sich einfach hinter wirklich laecherlichen Gründen verstecken, sind die "Westler" Feiglinge! btw Kanta, wegen Post #597662, da könntest du den meisten Türken in D ne Menge beibringen! Respekt, dass du so viel drüber weisst.. :) |
[user:2245] |
[user:5099] |
wintux |
Ich steig hier aus dieser Diskussion aus
Viel spass noch ![]() |
macrocosmic |
Das würde ich der Bundeszentrale für politische Bildung so nicht unterstellen.
Welcher Spruch? Und: Bitte achte mal etwas mehr auf Grammatik, wenn du dich schon dazu berufen fühlst, hier was zu sagen.
²³ p.s. Du wirst mir immer unsympatischer.. |
Kantakukuruz |
Jetzt hat [user:2245] schon zweimal ein bekommen, plus ein" Du wirst mir immer unsympatischer" - und ich versteh gar nicht, was an seinem Post so schlimm sein soll. |
[user:2245] |
[user:2214] |
SigurRos |
3. Glasnost (wenn man zum Beispiel an den ersten Genozid der Menschheitsgeschichte (in dem Umfang) an den Armeniern im 1. Weltkrieg denkt)
wird bisheute totgeschwiegen (Quelle: Double...) <<< so so ... und was ist mit all den anderen Ländern in Europa? Welches aus wir deutschen hat bitte wirklich etwas aufgearbeitet? Es gibt einige, auch wenn Deutschland , als Verlierer und mit der Judenhetze ganz vorne steht... obwohl dies im betracht zu z.B. Russland auch etwas schwankt... Wir stehen vorne und das ist auch gut so! Wie dem auch sei, einige neue EU Beitrittsländer haben meiner Meinung nach auch nicht viel aufgearbeitet... Ob nun Gewinner oder Verlierer... heute kann man zumindest sagen... das Beide Seiten aufarbeiten müssen... und das nicht so sehr unterschiedlich! So kannst du die Türkei da nicht alleine hinstellen Double D-Town Jünger... So Leute jetzt aber... n8! |
Kantakukuruz |
Mal ein paar Worte zum Armeniergenozid:
Das ist eines der absoluten Tabuthemen in der türkischen Gesellschaft. Sicher haben viele Staaten diverse Leichen im Keller ihrer Geschichte. Das Problem in diesem Fall ist, dass die offizielle Türkei den Völkermord bis heute völlig leugnet und selbst Menschen im Ausland, die sich öffentlich zu der Thematik äußern, massiv von türkischen Nationalisten bedroht werden. In soweit ist der Umgang mit der Sache von seiten der Türkei wirklich ziemlich einmalig in Europa. |
[user:2245] |
[user:2511] |
bobmarleyfan |
für mich wäre unter anderem hauptsächlich die menschenrechtliche situation relevant und da hängt für mich auch die "freiheit" des einzelnen mit drin und in wie weit die unbedingt gewährleistet werden kann.
leider bin ich mir unschlüssig über die reale situation der türkei in dieser frage. ich habe bisher nur negative berichte gelesen/gehört die zwar alle eine veränderung prophezeien aber eben nicht zum jetzigen zeitpunkt. also falls jemand vielleicht eindeutigere oder auch mal aus dem leben gegriffene erfahrungen hat wär ich ganz interessiert. mh wie steht es denn mit der motivation der türkei zur eu zu gehören. ist das rein wirtschaftlich? wünscht sich ottonormaltürke zur eu zu gehören?besteht da friedensinteresse ? leider alles fragen auf die ich im moment ( auch nach information durch verschiedene quellen ) noch keine halbwegs eindeutige antwort geben kann. also erstmal ein klares nein wegen unklaren verhältnissen. vielleicht liegen die ja aber auch an mir :) |
next_episode |
ich finde es unverschämt vom herrn stoiber wahlwerbung mit sprüchen wie "schwächung europas durch türkei beitritt" zu machen, und merkels gerede von "privilegierter partnerschaft" klingt wie "ihr seid es nicht wert". sicher hat die türkei im moment nicht alle voraussetzungen dafür aber in absehbarer zeit wird es einfach nur peinlich und unseriös den beitritt zu verzögern. und das argument, "dann müsste man ja alle bzw. auch russland aufnehmen" zieht nicht, abegesehen davon, daß russland noch gar nicht in die eu will. soweit ich weiss wird mit bulgarien, rumänien etc. auch verhandelt, falls sie vor der türkei beitreten sollten, belibt da sowieso nicht viel übrig an möglichen beitrittskandidaten! |
Pagat |
Ich bin ebenfalls langfristig (!) für den Beitritt der Türkei, vorrausgesetzt die schon angesprochenen Veränderungen kommen zu Stande.
Oder auch andersrum: Ich glaube die Veränderungen werden nur passieren, wenn der Türkei verbindlich in Aussicht gestellt wird, dadurch Zutritt zur EU zu erhalten. |
Mario |
ja, seit 1963, damals noch zu ewg zeiten. als erstes möchte ich auch sagen das es nicht mehr heisst "soll die türkei eu mitglied werden?" sondern "wann soll die eu mitglied werden".? der reformkurs der türkei ist auch nicht zu übersehen, nur nutzt es leider niemanden, wenn gesetzte nur auf dem papier erscheinen, die umsetzung ist das entscheidene und die wirklichkeit sieht leider noch etwas anders aus. das recht auf freie meinungsäusserung ist in der türkei noch eingeschränkt, ebenso die versammlungs und religionsfreiheit. das sind wichtige punkte die wirklich jedes land erfüllen sollte. positiv finde ich: -todesstrafe wurde abgeschafft -ausstrahlung kurdischer fernsehprogramme ist grundsätzlich erlaubt (ist das tatsache so, snag?) -politischer einfluss des militärs wurde zumindest abgeschwächt ich bin für einen eintritt der türkei in die eu, vorausgesetzt, die festgesetzten bedingungen von 1993 werden erfüllt. nimmt man der türkei die hoffung, sehe ich auch eine ernsthafte gefahr, das begonnene reformen fallen gelassen werden. |
snag |
Bevor ich dich frage, was und ob du ueberhaupt etwas ueber die Geschichte der Armenier weißt, ob das nicht nur eine Wiederholung dieser laecherlichen Bedingung ist, was der standarde Nachrichtenzuschauer von da und dort hoert und als ganz klare Information an andere Nachrichtenzuschauern weitergibt, muss ich da wohl ein bisschen ueber die Geschichte schreiben, damit einiges, mindestens von deiner Seite aus klarer wird. (Es ist einfach, einen Text von einer bestimmten Quelle zu kopieren und das hier einzufuegen. Wichtig ist, ob du ueberhaupt was von dem Text mitbekommen hast, und nach den Gruenden der Tatsachen gesucht hast.. anscheinend nicht.) Die Armenier waren in der Geschichte unter der Fuehrung von Makedonien, Selefkit, Rom, Byzanz, von den Arabern und letztendlich Tuerken. Im 11.Jahhundert durften die Armenier dank dem Selcuklu Reich, nach einem Leben, das mit der Sklaverei zu vergleichen war, unter der Fuehrung von Byzanz, ein anstaendiges Leben fuehren. Den Armeniern wurden die Freiheit fuer die Religionsauswahl, und die Gruendung eines eigenen Gerichtes gegeben, sprich, eine definitive Aufhebung der Sklaverei. Wann genau begann das schlechte Verhaeltnis zwischen den Armeniern und den Tuerken? Wieso war der Tuerke auf einmal der Feind des Armeniers, wenn alles bis zum 19. Jahrhundert so gut gelaufen ist? Wie oben schon zitiert wurde, ich mach es noch mal
Die guten Zeiten waren vorbei, worauf die europaeischen Laender schon seit Jahrhunderten gewartet haben. Die reiche Landschaft, die landschaftliche Position auf der Karte, mit der man politisch und auch wirtschaftlich viel weiter kommen konnte, hatte die anderen starken Laender schon seit langem gereizt und fasziniert. Der Reiz war so gross, dass sie auf den ersten Fehler und auf die erste Schwaeche der Osmanen gewartet haben, um langsam aber sicher mit allen Staerken und Spielen angreifen zu koennen. Um so „klug“ waren sie, um ihre Wuensche und Plaene, wie heute auch, nicht zu veroeffentlichen und sich statt dessen einen Opfer, der bereits ein Teil der Osmanen war aber nicht ganz zu den Osmanen gehoerte, aussuchten. Das waren damals die Armenier, ein anderes mal waren es die Griechen und heute sind es die Kurden. (Es sind alles Voelker, die sich mit den Tuerken irgendwann gut verstehen konnten, dessen Verhaeltnisse sich durch Laender, die nichts anderes als materiell denken und die Voelker ausnuetzen wollen, gestoert wurden. Leider!) Wie gesagt, die Minderheit zwischen den Osmanen, also die Armenier, wurden als Opfer ausgesucht, die in der Zwischenzeit von dem osmanischen Volk schon laengst als Einheimische anerkannt waren. Der Mensch kann seinen schwachen Freund schnell wegen einem staerkeren Freund vergessen, und wenn der staerkere Freund sogar etwas zum anbieten hat, ihm verspricht, in der Zukunft gemuetlicher leben zu koennen und eine Verbesserung und den Frieden garantiert, kann er sogar zweiseitig spielen und schleicht im Namen des staerkeren Freundes in die wichtigsten Sitzungen des Schwaecheren rein, sammelt die Plaene, Ideen und eventuell auch Geheimnisse und traegt sie zum Staerkeren. Er spielt also gerne den Unverschaemten und vergisst dabei, dass er einmal durch die Hilfe des Schwaecheren von der Sklaverei gerettet wurde.. Der schwache Freund wurde zu einem Feind und der erste Aufstand fand im 1890 statt, die Einwohner in Erzurum wurden angegriffen und getoetet. Die Aufstaende fanden kein Ende, im Gegenteil, sie wurden noch heftiger, und noch mehrere Leute starben durch diesen Schwachsinn. Die Regierung konnte da kein Auge schliessen, was sie ja sowieso die ganze Zeit gemacht haben, und Rache war angesagt, leider! Es heisst immer, 2-3Mio Armenier wurden umgebracht. Die Anzahl der in den osmanischen Laendern gelebten Armenier ist 1,23 Mio. Nach den franzoesischen Historikern ist diese Zahl 1,5Mio, nach den englischen Historikern 1Mio, und nach den Armeniern 2,5Mio. Da damals 700.000 Armenier aus den osmanischen Laendern vertrieben wurden, wie kann die Zahl denn 2-3Mio sein? Was die Armenier als Armeniergenozid bezeichnen, haben sie ja nicht zum ersten mal in deren Geschichte erlebt; man moege die Geschichtenbuecher lesen und lernen! Dies hier ist einer der laecherlichsten Gruende, wieso Tuerkei nicht in die EU eintreten kann. Mich nervts, dass die EU nicht klar und deutlich sagen kann, dass die Tuerkei eben nicht bereit ist, weil die wirtschaftliche Situation nicht ausreichend ist und weil die Mehrzahl des Landes Islam als Religion haben. Statt dessen verstecken sie sich hinter solch laecherlichen Gruenden und fuehren das als Bedingung fuer den Eintritt in die EU. |
[user:4666] |
snag |
ich finds schade, dass sich die, die da oben irgendwo sitzen, von den anderen Laendern fuer Gewalt ueberreden lassen, und das nur fuer ein bisschen mehr Material.. dann kommts soweit, dass Dinge mit der Zeit unerklaerlich werden.. um so einfacher wird es fuer die anderen, die Dinge (Gruende & Tatsachen) zu verstehen, dann waehlt man das Meistgehoerte, was ja meistens erfunden wird, aus. |
Kantakukuruz |
Snag... wenn ich deinen Text richtig deute, muss ich mich doch sehr wundern.
Was du schreibst könnte man so zusammenfassen: Die Armenier hatten das Pech, zwischen die Machtinteressen der Osmanen und anderer Staaten (ich gehe davon aus, dass du an Russland denkst) zu geraten. So weit, so historisch richtig. Was dann folgt, klingt für mich wie "leider hatten die Türken dann keine andere Wahl, als die Armenier auszurotten". Das kann doch nicht sein, dass du hier einen Völkermord als traurige, aber irgendwo doch unabwendbare Angelegenheit bezeichnest! Es geht hier nicht um die Niederschlagung von ein paar Aufständen, sondern um die schriftlich angeordnete und systematisch durchgeführte Beseitigung einer kompletten Volksgruppe.
Was unterscheidet diesen Satz von folgendem: "Die Juden sind auch schon vor Hitler immer wieder verfolgt worden, darum sollen sie sich mal nicht so anstellen"? Damit wir uns verstehen: Es geht mir nicht darum, die Türken als Völkermörder hinzustellen. Es ist mir nur unverständlich, dass das Thema von der Türkei totgeschwiegen wird. Niemand in der modernen Türkei ist für das Geschehene verantwortlich zu machen, genausowenig wie es eine Kollektivschuld der Deutschen an der Judenvernichtung der Nazizeit gibt. Aber es ist einfach nötig, dass man sich solchen historischen Altlasten stellt, anstatt sie zu leugnen oder irgendwie zu relativieren. |
[user:2245] |
[user:2511] |
äääh ... |
die meisten argumente sind eh schon gefallen. es ist nicht zu übersehen, dass sich die türkei an europa orientiert. viele sinnvolle gesetze existieren am papier, werden aber de facto nicht in die praxis umgesetzt. dbzgl. würde sich die eu wahrscheinlich leichter tun, auf möglichst rasche umsetzung zu pochen, wenn die türkei bereits mitglied wäre.
"macht erst mal eure hausaufgaben und dann reden wir weiter" - damit macht man es sich zu leicht. was die türkei bräuchte wäre ein klar definiertes beitrittsszenario - auch wenn sich das über die nächsten 20 jahre hinzieht - und volle unterstützung bei der umsetzung von reformen .. |