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Löwenzahn |
Ich habe nach einem Fred zum Thema gesucht, aber leider nichts gefunden. Deswegen eröffne ich mal einen. Auslöser dafür war folgendes...
Ich habe heute morgen die Sendung "die story" im WDR gesehen. Das Thema war "Arme Sau - Das Geschäft mit dem Erbgut". Hier kurz die Zusammenfassung:
In der Sendung wurde gezeigt, dass ganz normales Getreide, deren Felder neben Feldern mit gentechnisch verändertem Getreide lagen, von dem GenTech-Getreide durch den Wind bestäubt wurde und das Saatgut somit GenTech-Eigenschaften besaß. Da jedoch die Firma Monsanto (übrigens auch Hersteller von Agent Orange) Patente auf GenTech-Getreide besitzt, mussten die Bauern hohe Geldstrafen (im Millionen-Bereich) zahlen und gingen natürlich pleite. Und das ohne Eigenverschulden. Somit waren die Bauern gezwungen, das teure Saatgut von Monsanto zu beziehen, da ihr Getreide so oder so GenTech-Eigenschaften besaß, aber nur so den Geldstrafen wegen Patentrechtsverstößen entgehen konnte. Durch die Windbestäubung verbreitet sich das GenTech-Erbgut blitzartig über die umliegenden Felder, so dass es schier unmöglich ist, genetisch unverändertes Getreide anzubauen. Erwähnenswert ist auch, dass Monsanto die Käufer seines Getreides verpflichtet, jährlich Saatgut nachzukaufen. Es ist verboten das selbst geerntete Saatgut zur Pflanzenzucht zu verwenden. Außerdem wurde gezeigt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen bis dato unbekannte Eiweiße enthalten, die so in der Natur nicht vorkommen. Insbesondere im Hinblick auf Prionen-Erkrankungen (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, BSE, Scrapie etc) ist das besorgniserregend. Auch beunruhigend waren die Erfahrungen der Bauern, die zeigten, dass Schweine, die mit GenTech-Mais befüttert wurden, nur noch zu 30% zeugungsfähig waren. Bisher sah ich in der Gentechnik immer nur die Chancen wie Ertragssteigerungen, Krankheits- und Parasitenresistenzen. Mir war gar nicht bewusst, wie sehr sich Veränderungen des Erbguts von Getreide auswirken können. Dieser Beitrag hat mich zum Umdenken gebracht. Ein weiterer Punkt, der mich zum Nachdenken gebracht hat, war die Überlegung, ob man Gene überhaupt patentieren darf oder kann. Wie in dem Beitrag gezeigt verbreiten sich die Gene auch ohne den Menschen, so dass man der Gentechnik kaum mehr entgehen kann, wenn sie einmal in den Naturkreislauf gelangt ist. Und gerade diese Verselbstständigung sollte uns eigentlich verbieten, im Erbgut rumzupfuschen. Dem gegenüber stehen natürlich die Chancen, die sich durch die Gentechnik ergeben. Es ist ein schwieriges Thema. Wenn man diese "Experimente" (wie man sie ja eindeutig nennen muss, da keiner die Auswirkungen abschätzen kann) im kleinen Umfang unter kontrollierten Bedingungen durchführen könnte, wäre das ja vertretbar, aber sowas quasi "in freier Natur" zu machen finde ich unverantwortlich. |
lairyburnt |
Angst macht mir, dass wir wohl bald keine Wahl mehr haben werden, zwischen gentechnisch veränderten Lebensmitteln und herkömmlichen.
wie das Beispiel mit dem Mais zeigt, verselbstständigt sich das, es werden immer mehr Felder verseucht, am Ende werden wir auf dieser Welt keine Gentechnickfreien Lebensmittel mehr kaufen können. Ich möchte mein Recht auf freie Lebensmittelwahl nicht aufgeben!
dann werden wir nämlich alle zu |
*KalLi*KnAlLi* |
und dann sterben die Bienenvölker jahr um Jahr...wer bestäubt dann all das Obst/ Gemüse ![]() |
lairyburnt |
Ich war letztlich in der Stadt beim Bäcker, da hatten die die Theke voll Bienen, und waren gerade am überlegen, wie sie "die Wespen" platt machen.
Ich habe sie dann mal schnell aufgeklärt, und geraten, einen Imker zu Rate zu ziehen. *puh* grade noch mal gerettet. Die Mädels waren dann auch ganz begeistert von dem Bienenrettungsplan. Stadtkinder *Kopfschüttel* |
[user:628] |
Boogeyman |
Ich bin mir sicher das Techniken wie die Gentechnik uns allen nochmal den Arsch retten werden. Leider ist das "missbrauchspotenzial" viel zu hoch und der Mensch eventuell noch nicht reif genug um sich solche Technik ohne Missbrauch nutzbar zu machen.
Die Natur hat den Mensch sich soweit entwickeln lassen das er erst in der Lage ist sich Gentechnik nutzbar zu machen was somit nicht unbeding "wieder natürlich oder unnatürlich wäre wie immerwieder als Gegenargument behauptet wird. Natürlich sollte der Verbraucher die freie Wahl haben ob er solch veränderterte Produkte kaufen möchte oder nicht. Jedenfalls kann diese Technik sehr nützlich sein im Bezug auf Nahrungsmittelknappheit in der 3ten Welt und so weiter. |
kopfsalat |
die nahrungsmittelknappheit der dritten welt ist kein technisches problem. |
Arthur Dent |
Bei dem merkwürdigen Bienensterben in den USA (ca. 75% weniger Bienenvölker) wird z.B. auch der Verdacht gehegt, Genpflanzen könnte einen Beitrag dazu leisten. Untersucht wird das aber nur wenig, obwohl die Auswirkungen auch für den Mensch spürbar werden (zahlreiche Nutzpflanzen werden durch Bienen und andere Insekten bestäubt) Ein Patent auf Schweine finde ich absolut pervers. Wenn wir das zulassen, wird es sicher auch bald passieren, das wir für unsere eigenen Gene Lizenzgebühren bezahlen müssen.
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Boogeyman |
Das da die Wirtschaft und diverse andere Interessen dahinter stehn ist klar. Trotzdem könnte die Gentechnik dabei helfen Nahrung so billig zu machen das wirtschaftliche Faktoren kaum mehr eine Rolle spielen. |
[user:628] |
Laszlø Brønt |
ich hab leztens gelsen das die pollen von genveränderten pflanzen giftig für insekten sind.. ich suchs mal raus bei gelegenheit
-e- Gen-Mais Pollen vergiftet nachweislich bereits geschwächte Bienen Aktuelle Studien lassen die deutschen Imker und Umweltverbände Alarm schlagen, denn der Gen-Mais spielt doch eine Rolle beim großen Sterben der Bienenvölker, über das bereits viel berichtet wurde. Der Wissenschaftler Hans-Hinrich Kaatz aus Jena hat bei seiner Studie die Wirkung des im Gen-Mais gebildeten Insektizids BT auf bereits geschwächte Bienen geprüft. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Parasiten dadurch Überhand nehmen. Als Folge der durch BT ausgelösten weiteren Schwächung können sich Parasiten durch die Darmwände der Bienen bohren, was zum Tod der Insekten führt. Auch Umweltbelastungen haben die Sterberaten der Bienen in den letzten Jahren hochschnellen lassen. |
Fish-Brnt |
dazu sag ich nur: viele länder in afrika wären locker fähig ihre gesamte bevölkerung zu ernähren... wenn der export nach europa&co nicht lukrativer wär. |
kopfsalat |
was meinst du mit verändern? |
Boogeyman |
WORD Und was denkst du wo dein Strom herkommt - vom Feld ? Nee achso aus der Steckdose ich vergas *Witz* *EDIT* (Kränken ist nicht meine Absicht - zum denken anregen eher - und nett das die Aussage darüber so schön ignoriert wird)
Sorry für widerholtes Offtopic aber das musste einfach sein ... |
[user:628] |
xmas |
.. verkuerzt, weil in der Zwischenzeit ewig viel Gutes dazu geschrieben wurde..
deiner Argumentation nach, war der Atombombenabwurf auf Hiroshima ein natuerlicher Vorgang.. Es geht hier ja auch nicht um natuerlich und unnatuerlich, sondern um nachhaltig. also das Aufwiegen des kurzfristigen Nutzen mit Fragen wie "ist Handlung x vertraeglich mit gegebenen Sozial und Oekosystemen?", "wie sehen die langfristigen Folgen der Nutzung von x aus?", "sind die Folgen der Nutzung von x umkehrbar?". es wird hier von Missbrauch einer Technik gesprochen. ich behaupte, dass man dies nur tun kann, wenn es auch einen Nutzen gibt. Nicht jede Technik, die man zu etwas fuer die Menschheit Negativem einsetzen kann, laesst auch einen positiven Nutzen zu. ich behaupte, dass die Bezeichnung der Gefahren der Gentechnik als Resultat ihrer "missbraeuchliche Nutzung" irrefuehrend ist, weil sie suggeriert, dass Negatives durch angemessene Nutzung verhindert wuerde. Bei der Nutzung von Gentechnik bei Lebewesen mach ich mir weniger Sorgen. Hier sind in erster Linie ethische Probleme im Spiel, die in ihrer Konsequenz moeglicherweise eine Revision unseres sozialen humanistisch-westlichen Wertesystems mit sich bringen. Hier liegt tatsaechlich ein Problem der angemessenen Nutzung vor und es gibt zig Ethikkommissionen, die medizinischen Nutzen gegen euthanasistische Selektionsszenarien aufzuwiegen versuchen. Ich will die Problematik nicht herunterspielen, sondern nur sagen, ich hab das Gefuehl darum wird sich gekuemmert. Ganz anders sieht es aus, mit der angesprochenen Nutzung von Gentechnik im Pflanzenreich. scheinbar fuehlt sich keiner verantwortlich dafuer in Ethikkommissionen Nutzen und Gefahren gegeneinander aufzuwiegen. Interessant ist doch, dass die Gentechnik bei Lebewesen dem Menschen die Verantwortung fuer Selektion auferlegt, diese Moeglichkeit aber bei ihrer Anwendung im Pflanzenreich geradezu ausschliesst: die Nutzung der Gentechnik ist langfristig absolut und laesst kein verantwortungsbewusstes Handeln mehr zu. es weniger unmoralisch einen Embryo abzutreiben, weil er die falsche Augenfarbe hat oder ihn zu Stammzellen zu verwursten, als fuer die unkontrollierte Verbreitung von unfruchtbarem Saatgut zu sorgen oder ganze Voelker zu patentieren. aus einem einfachen Grund: bei Ersterem mag ja noch ein Nutzen fuer die Allgemeinheit durschschimmern, bei Letzterem geht es nur um den individuellen Nutzen auf Kosten des allgemeinen Wohls. .. selbst wenn sich eines Tages herausstellen sollte, dass der Konsum von genmanipulierten Pflanzen oder Tieren, die solche Pflanzen genossen haben nicht schaedlich ist, so ist dir Weigerung der Verbraucher solchen Kram zu essen wohl die einzige Moeglichkeit genuegend politischen Druck aufzubauen, sich mal um solche Probleme zu kuemmern.. |
kopfsalat |
hast du da ne quelle zu? interessiert mich krebs? ich glaub, so weit müssen wir gar nicht gehen, es gibt schon wesentlich geringere sachen, die ernsthafte probleme mit sich bringen könnten, wenn die organismen, die wir essen nen anderen stoffwechsel bekommen, bei dem stoffe entstehen, die vorher nicht in unserer nahrung auftauchten. stichwort allergien: es gibt leute, die mit laktose oder bestimmten verbindungen aus nüssen, soja, oder sonstwas probleme bekommen, da warten noch unzählige möglichkeiten, uns den alltag schwer zu machen, auf ihre verwirklichung. ich denke aber, das problem mit irgendwelchen giftigen stoffen ist das geringere, sozusagen startschwierigkeiten einer neuen technologie, das größere problem sehe ich darin, das hier ein globales ökologisches experiment gestartet wurde, ohne überhaupt die möglichkeit zu haben, das ganze einzudämmen, falls es aus dem ruder läuft.
klar, schon dabei irgendwann gibt es nur noch menschen, nutztiere, nutzpflanzen, sowie schimmelpilze und krankheiten auf dieser erde, und alles in der hand einiger firmen. kann ja heiter werden... |
lairyburnt |
Jeder hat Zellen in sich, und wenn diese entarten( wuchern, sich unkontrolliert vermehren..), dann nennt man das Krebs. |
[user:628] |
ko'ben |
Der Titel hat übrigens nur in sehrsehr geringem Ausmaß was mit den beiden eingereichten Patentschriften von Monsanto zu schaffen.
In dem einen Patent steht ein ganzes Ballwerk von alteinhergebrachten Zuchtmethoden in etwas neuerer Kombination. In dem zweiten steht etwas zur genetischen Diagnostik... und auf Diganoseverfahren wird per deutschtem Gesetz kein Patent ertteilt. Weiter würde mich wundern, wenn die abgefuckte Firma über den Prüfungszeitraum hinauskommt, geschweige denn ein Patent erteilt wird. "Patent auf Leben" wär als Titel passender gewesen. Was die Medien in Verbindung mit "Gentechnik" setzen ist wie zB das genveränderte Hyper-Gras aus Holland undifferenzierte Panik-Mache. Davon ab bin ich für Nachhaltigkeit was tranferierte Toxine angeht, was beim GVO-Mais nicht der Fall ist. Das und die Sterilität von Patentsamen ist wie schon geschrieben (ich glaub von Holger) meiner Ansicht üble Abzocke und hat nichts mit 3-Welt-Hunger-Hilfe zu tun. Das Argument der toten Bienenvölker seh ich hingegen skeptisch... Epidemien unter Bienenvölkern gabs schon immer und ein Zusammenhang zu den GVOs ist bisher nicht erwiesen. |
lairyburnt |
Die "dritte Welt" wird von der Hungerhilfe eh nichts haben, weil sie es sich nicht leisten können, diese zu bezahlen. |
kopfsalat |
ist nicht böse gemeint, geht mir ja auch nicht anders, genau deshalb würd ichs gern irgendwo genauer nachlesen.
ein protein ist ne längere kette von aminosäuren, kürzere ketten (50-100) werden als peptide bezeichnet. die proteine werden erstmal zu aminosäuren zerlegt bevor sie den körper überhaupt betreten. hmmm, und da weiß ich nicht weiter... werden in genetisch veränderten organismen möglicherweise auch andere aminosäuren gebildet, oder werden neue proteine nur durch andere kombination aus den "herkömmlichen" aminosäuren gebildet? |
ko'ben |
nein, der herkömmlich fundus von aminosäuren.
ja |
[user:628] |
Löwenzahn |
Ich will mal nur kurz ein paar Infos einstreuen.
Krebs: Es gibt im menschlichen Körper etwa fünfzigtausend Milliarden Zellen. In jeder Sekunde sterben Millionen Körperzellen ab und werden durch neue ersetzt. Etwa bei jeder Milliardsten Zellteilung (also spätestens alle 1000 Sekunden, also etwa alle 17 Minuten) kommt es zu einer Mutation. Im besten Fall handelt es sich um eine stumme Mutation. Das heißt, dass es keine Auswirkungen gibt. Im schlimmsten Fall beginnt die Zelle sich unkontrolliert weiter zu teilen. Das ist dann Krebs. (Quelle: Vorlesung in Molekular-Biologie an der HHU Düsseldorf) Krankheitserregende Eiweiße: Prionen (v. engl. Proteinaceous Infectious particle, sowie der Analogie zu Virion) sind Proteine, die im menschlichen oder tierischem Organismus sowohl in normalen (physiologischen), aber auch abnormalen und dann krankmachenden (pathogenen) Strukturen (Konformation) vorliegen können. Die pathogenen Prionen sind mit großer Wahrscheinlichkeit für die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen, BSE („Rinderwahnsinn“) beim Rind oder Scrapie bei Schafen verantwortlich. [...] Physiologische (d. h. normale oder apathogene) Prionen haben überwiegend die Struktur von Alpha-Helices, die pathogenen Formen jedoch kommen überwiegend als Beta-Faltblatt vor. Die Gefahr der pathogenen Prionen besteht nun darin, dass sie in der Lage sind, die physiologischen, nicht pathogenen Prionen in diese Beta-Faltblätter umzuwandeln. (Quelle: Wikipedia) |
Löwenzahn |
Das ist ja mal ein schönes Dilemma. Mit solchen Aktionen verliert man schnell mal an Ansehen und Glaubwürdigkeit. Allerdings finde ich auch den "Ökoterror"-Kommentar von der CDU-Tante äußerst unpassend. Dass Genmais Bienenvölkern schadet, ist ja weithin bekannt. Und dass die Imker da schonmal schlecht gelaunt sind, kann ich mehr als verstehen, zumal das Imkereiwesen in Deutschland schon mit genug Problemen zu kämpfen hat. Andererseits stellt sich die Frage, was man sonst tun könnte. Ich sehe das Ganze mehr als einen Akt der Verzweiflung. |
RaveN |
Gen-Mais, wirklich sehr innovativ. ![]() |
macrocosmic |
Wenigstens tun die was und labern nicht nur rum (dennoch kann ich die Zerstörung fremden Eigentums nicht wirklich gutheißen).
Dieses Genzeugs ist diabolisch und wird der Welt bestimmt noch einige Probleme bringen. Eventül ist das aber auch so gewollt... |
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| [user:628] |