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Christian Klars Grüße an die Rosa-Luxemburg-Konferenz

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Menschenfresser wetzendie ..
"Liebe Freunde, das Thema der diesjährigen Rosa-Luxemburg-Konferenz "Das geht anders" bedeutet - so verstehe ich es - vor allem die Würdigung der Inspiration, die seit einiger Zeit von verschiedenen Ländern Lateinamerikas ausgeht. Dort wird nach zwei Jahrzehnten sozial vernichtender Rezepte der internationalen Besitzerklasse endlich den Rechten der Massen wieder Geltung gegeben und darüber hinaus an einer Perspektive gearbeitet.

Aber wie sieht das in Europa aus? Von hier aus rollt weiter dieses imperiale Bündnis, das sich ermächtigt, jedes Land der Erde, das sich seiner Zurichtung für die aktuelle Neuverteilung der Profite widersetzt, aus dem Himmel herab zu züchtigen und seine ganze gesellschaftliche Daseinsform in einen Trümmerhaufen zu verwandeln. Die propagandistische Vorarbeit leisten dabei Regierungen und große professionelle PR-Agenturen, die Ideologien verbreiten, mit denen alles verherrlicht wird, was den Menschen darauf reduziert, benutzt zu werden.

Trotzdem gilt hier ebenso: "Das geht anders". Wo sollte sonst die Kraft zu kämpfen herkommen? Die spezielle Sache dürfte sein, dass die in Europa ökonomisch gerade abstürzenden großen Gesellschaftsbereiche den chauvinistischen "Rettern" entrissen werden. Sonst wird es nicht möglich sein, die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen.

Es muss immer wieder betont werden: Schließlich ist die Welt geschichtlich reif dafür, dass die zukünftigen Neugeborenen in ein Leben treten können, das die volle Förderung aller ihrer menschlichen Potenziale bereithalten kann und die Gespenster der Entfremdung von des Menschen gesellschaftlicher Bestimmung vertrieben sind."


Quelle: Christian Klar


In Anlehnung an Post #1065552 frage ich mich nun, wie ihr zu diesen Äußerungen steht ?

Bis auf 2 Zeilen kann ich persönlihc diesen Aussagen beipflichten.

Um es zu betonen: Ich möchte eine inhaltliche Diskussion und keine um die Person Klar oder um Gnadenersuche.

 [user:16869]

Menschenfresser wetzendie ..

Aber wie sieht das in Europa aus? Von hier aus rollt weiter dieses imperiale Bündnis, das sich ermächtigt, jedes Land der Erde, das sich seiner Zurichtung für die aktuelle Neuverteilung der Profite widersetzt, aus dem Himmel herab zu züchtigen und seine ganze gesellschaftliche Daseinsform in einen Trümmerhaufen zu verwandeln.


Das ist auch die einzige Passage die mir ein wenig zu wider ist.

Einerseits lässt es sich passend auf die WTO beziehen, wenn man das green rooming betrachtet, andererseits geht seine Formulierung zu weit in ein militärischen Bereich für den ich höchstens den Irakkrieg als Beispiel gültig wähnen würde.
Auch der kapitalen Motivation würde ich zustimmen, im Gegensatz zum Afgahnistan oder Kosovo Krieg.
Ich denke er will damit vielleicht eine Entwicklungstendenz kritisieren.

Schön sind die konservativen und ideologisch verblendeten Reaktion wie z.B. vom CSU-Mann Söder, die imho politischer Schwachsinn und kauderwelsch sind im GEgensatz zu diesen Äußerungen.

 [user:16869]

schmock ING.
Sollten sich die Äusserungen des nicht näher genannten FDPlers aus Post #1065552 sich auf diesen
Aber wie sieht das in Europa aus? Von hier aus rollt weiter dieses imperiale Bündnis, das sich ermächtigt, jedes Land der Erde, das sich seiner Zurichtung für die aktuelle Neuverteilung der Profite widersetzt, aus dem Himmel herab zu züchtigen und seine ganze gesellschaftliche Daseinsform in einen Trümmerhaufen zu verwandeln.
Absatz beziehen, muss ich ihm meine vollste Zustimmung offenbaren. Es missfällt mir nicht nur, ich bezeichne es als Polemik in höchsten Tönen.

Hans Wurstsuppe
Nicht unbedingt so radikal, wie es nun gemacht wird, aber dennoch Kommunismus aus der Steinzeit und damit zwar nicht unbedingt sinnlos, jedoch hoffnungslos. Andererseits passt es damit bestens zum Namen und den Personen auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz, sowie vor allem zum Organ "junge Welt", über das Herr Klar diese Zeilen rausgehauen hat.

Da ihr euch über den zweiten Absatz selbst mokiert, brauche ich nichts mehr dazu zu sagen, im ersten sehe ich eine richtige Feststellung, im dritten dagegen nicht, aber das soll unter Geschmackssache fallen und außen vor bleiben.

Erlaubt mir eine Frage zum letzten Absatz,
Schließlich ist die Welt geschichtlich reif dafür, dass die zukünftigen Neugeborenen in ein Leben treten können, das die volle Förderung aller ihrer menschlichen Potenziale bereithalten kann und die Gespenster der Entfremdung von des Menschen gesellschaftlicher Bestimmung vertrieben sind.

Und dann? Wie soll das Leben eines Neugeborenen nach dieser Reifwerdung aussehen, und was soll daran konkret soviel besser sein?

s
vor allem die Würdigung der Inspiration, die seit einiger Zeit von verschiedenen Ländern Lateinamerikas ausgeht. Dort wird nach zwei Jahrzehnten sozial vernichtender Rezepte der internationalen Besitzerklasse endlich den Rechten der Massen wieder Geltung gegeben und darüber hinaus an einer Perspektive gearbeitet.

Klasse, z.B. die Perspektive Venezuelas: Eines der Länder mit den grössten Ölvorkommen weltweit ist gezwungen Öl zu importieren, weil es von einem Stümper regiert wird. Während sich der Ölpreis - einzige Einnahmequelle - in den letzten Jahren vervielfacht hat, ist das Entwicklungsniveau in der gleichen Zeit auf den Stand der 70er zurückgefallen. Da freuen sich die Leute dort bestimmt über eine wie auch immer geartete "Perspektive". Der Typ ist doch völlig hängengeblieben, darf man im Gefängnis keine Zeitung lesen? Oder z.B. Bolivien: Kaum ist ein Idiot an der Regierung und verstaatlicht nach Vorbild des anderen Idioten die Ölindustrie, gibt's kein Benzin mehr im Land. Auch bestimmt eine tolle Perspektive, Öko und so. Oder vielleicht Mexiko: Angespornt durch seine debilen Kollegen werden demokratische Wahlen vom Verlierer einfach ignoriert, da freuen sich die Mexikaner nach Jahrzehnten PRI-Diktatur bestimmt wahnsinnig drüber. In den Ländern ohne grössere Spinner, z.B. Chile oder Brasilien, gibt's natürlich keine Perspektive, denn wenn's den Leuten dort nicht dreckig geht kann man sie auch nicht aus der warmen Zelle bemitleiden. Ich glaube ihm geht's eher um seine Perspektive, das hätte er deutlicher machen müssen. Muss schon ein blödes Gefühl sein, wenn man sein ganzen Leben verschwendet hat und sich daher keine Sau (ausser natürlich der Rosa-Luxemburg-Konferenz) für die eigene Meinung interessiert. Wer dem Typen diesen Unfug abkauft ist selber schuld, und ich würde demjenigen raten schwer aufzupassen, um nicht irgendwann als ebenbürtiger Versager zu enden.

Hans Wurstsuppe
Welche Zeitung muss ich denn lesen, s, um von Ölimporten Venezuelas oder Benzinmangel in Bolivien zu erfahren?

Larry_Brent
Ermunter ihn doch nicht auch noch...

War doch eh mal wieder Koks im Troll-Futter *abstink*

Arthur Dent
Klasse, z.B. die Perspektive Venezuelas: Eines der Länder mit den grössten Ölvorkommen weltweit ist gezwungen Öl zu importieren, weil es von einem Stümper regiert wird.
Quelle bitte.

Ich halte dagegen:
Am 11. April 2002 kam es zu einem Putsch gegen die Regierung mit dem Ziel, Chávez zu stürzen. Trotz Unterstützung aller privaten Mediensender durch „politisch-parteiische Berichterstattung“ (venezolanischer Journalistenverband) und Schließung des einzigen staatlichen Senders Venezolana de Televisión, VTV (umgangssprachlich "Canal 8") durch die Putschisten, scheiterte der Umsturzversuch an den breiten Bevölkerungsmassen, die für ihren Präsidenten auf die Straße gingen und dem Militär, das dem Putschaufruf des Generalstabs nicht folgte. Die Putschisten blieben ungestraft oder gingen ins Exil.

Quelle: Venezuela
Warscheinlich haben die Bürger nicht mitgeputscht, weil sie es mögen, daß es ihnen schlecht geht..

Die Vereinigten Staaten haben die Politik Chávez' wiederholt scharf angegriffen und öffentlich erklärt, die Opposition zu unterstützen. Da die USA aber einen Großteil ihres Erdöls aus Venezuela beziehen, pflegt die US-Regierung eine Politik der Zurückhaltung mit Kritik an Chávez. Venezuela ist im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern Lateinamerikas in der Lage, seine Auslandsschulden zu bezahlen und verfügt über keine Schulden beim Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank. Daher ist Venezuela nicht gezwungen, sich dem Spardiktat des IWF zu unterwerfen.

Quelle: Ebenda
Nu guck, ich find die Perspektive gar nicht so schlecht.

Venezuela hat bekanntgegeben, Bedürftige in den USA mit verbilligtem Öl zu versorgen, was Spannungen geradezu provoziert. Die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft Citgo und der US-Bundesstaat Maine haben eine entsprechende Vereinbarung getroffen. „Die Heizkosten sind dramatisch gestiegen, und die amerikanische Regierung hat es nicht geschafft, die Bewohner von Maine mit den benötigten Ressourcen zu versorgen. Wir danken der venezolanischen Regierung für ihre Großzügigkeit”, wurde der Gouverneur von Maine in der venezolanischen Erklärung zitiert. Citgo wird demnach 34 Millionen Liter Heizöl zu 40 Prozent unter dem Marktpreis an sozial schwache Haushalte in Maine verkaufen. Auch vier Indianerstämme und Obdachlose sollen laut Botschaft in den Genuss des Sonderpreises kommen. Im November 2005 hatte Citgo bereits ähnlich billig Heizöl an Bedürftige in Boston und im New Yorker Stadtteil Bronx geliefert.

Quelle: ebenda


Zu Bolivien:
2005 fordern Unternehmer und Handelskammern der reichen Region Santa Cruz die Autonomie. Die Region besitzt reiche Gasvorkommen, die in den 90ern unter de Lozada privatisiert und an internationale Energiekonzerne abgegeben worden waren. Die Proteste, die sich daran entzündet hatten, führten zu de Lozadas Sturz. Carlos Mesa hatte zunächst eine Rückgängigmachung der Privatisierung zugesagt, diese unterblieb aber. Da die ärmeren, z.B. indigenen Bevölkerungsteile (70 % leben unter der Armutsgrenze) nun eine Verstaatlichung der Gasvorkommen fordern, reagieren Unternehmensverbände mit Autonomiebestrebungen. Diese Unternehmensverbände werden von deutsch-, kroatisch- und italienischstämmigen Unternehmern beherrscht, die nach dem Zweiten Weltkrieg in diesen abgelegenen Gebieten Zuflucht gesucht hatten. Zuletzt traten in der Region von der Oberschicht finanzierte Paramilitärs auf, die mehrmals Demonstrationen gegen die Autonomiebestrebungen verhinderten.

Quelle: Geschichte_Boliviens

Hans Wurstsuppe
Lass die Troll-Keule stecken, das war eine ganz normale Frage an einen wie ich finde brauchbaren, nur (bzw. weil) anders als die große Masse hier tickenden, User.

Mag ja sein, dass Venezuela während des Streiks innerhalb der PDVSA gezwungen war, Öl zu importieren, aber ich bezweifle, dass es ein dauerhafter Zustand ist. Und dass in Bolivien Benzinmangel herrscht(e), nachdem die Mulitis weitesgehend in ihrer Macht beschnitten wurden, muss auch nicht frei erfunden sein - nur habe ich weder in der taz, noch im Spiegel, der sich zuletzt nun wahrlich nicht mit Lobhudeleien bzgl. Chavez oder Morales hervortat, davon gelesen, nichtmal Zitate aus anderen Medien.

Trotzallem bin ich bisher der Meinung, dass der Linksruck in Lateinamerika der Region mehr hilft als schadet, deshalb auch die Zustimmung zum ersten Absatz im Grußwort.

Menschenfresser wetzendie ..
Sollten sich die Äusserungen des nicht näher genannten FDPlers aus Post #1065552 sich auf diesen Absatz beziehen, muss ich ihm meine vollste Zustimmung offenbaren.

Quelle: schmock ING.


Sämtliche politischen Äußerungen, die ich in den Medien aufgenommen habe, waren Bezugslos und ziemlihc arrogant.

aber dennoch Kommunismus aus der Steinzeit und damit zwar nicht unbedingt sinnlos, jedoch hoffnungslos.

Quelle: Hans Wurstsuppe


Wo liest du das denn raus ?
Nach dem du selber die Absätze sondiert hast, bleibt dafür an sich ja wenig Raum übrig.
Würdest die offizielle "Demokratie" Deutschlands, oder eines beliebigen westlichen Industriestaates, als hoffnungsvoll bezeichnen ?

s, kommt da noch was sinnvolles ?

Hans Wurstsuppe, ich denke mit dem letzten Absatz veräußert er den Wunsch, dass neugeborene Menschen eigentlich in ein gesellschaftliches System hineingeboren werden sollten, in dem sich die Menschen gegenseitig unterstützen und füreinander koexistieren, anstatt einfach nur nach Konsum zu streben und in einer welt leben würden, in der sie gezielt und individuell gefördert werden, im Gegensatz zur momentanen Situation.

Hans Wurstsuppe
Wo liest du das denn raus ?

Aus dem Mittelteil natürlich, zudem aus der ganzen Veranstaltung selbst... ;)
Aber lassen wir das Wort Steinzeit ebenfalls außen vor, muss zugeben, dass mir das beim Thema Kommunismus immer sehr schnell in den Sinn kommt.

Hoffnung kommt nicht von oben, deshalb bin ich immer skeptisch, wenn man sie dort sucht bzw. finden will, egal ob in Religion, Politik oder anderswo. Ich kann nachvollziehen, warum mancher mit dem System unzufrieden ist, und sehe ein, dass es viele Menschen in westlichen Industrieländern gibt, die ihre Misere nicht nur sich selbst verdanken.
Aber die große Masse führt ein Leben, mit dem sie zufrieden ist oder es zumindest sein sollte. Damit besteht für mich kein Anlass zur groß angelegten Revolution. Perfekt geht nicht, besser geht es immer. Arbeiten wir daran, dagegen kämpfen finde ich kontraproduktiv und es war zuletzt immer erfolglos.


in dem sich die Menschen gegenseitig unterstützen und füreinander koexistieren

Das sehe ich auch jetzt schon, jedenfalls in zahlreichen Milieus.
Soll es hierzu etwa eine gesetzliche Vorgabe geben, an der sich dann die Einzelkämpfer stören würden, da sie sich nicht selbst verwirklichen dürfen?
Es liegt an den Menschen selbst, sich so zu organisieren und es ist vielen gelungen, die weiterem Zulauf sicher nicht generell einen Riegel vorschieben - dazu braucht es keine neue Ordnung. Und es ist normal, dass es in bestimmten Gebieten immer Konkurrenz geben wird. Dazu sind wir dann doch zu sehr Tier, als dass jeder jedem alles xyz...

...anstatt einfach nur nach Konsum zu streben.

Ich strebe nach genug anderem, und ich bedaure jeden, dem es nicht so geht.
Sorry, aber ich empfinde dieses Weltbild als zu einseitig, um mich damit weiter auseinanderzusetzen.

der sie gezielt und individuell gefördert werden, im Gegensatz zur momentanen Situation.

Dass unser Bildungssystem keine Zukunft hat, weiss jeder - Änderungen werden kommen. Andererseits muss jeder wissen, dass man sich auch außerhalb der Schulen und Universitäten fördern kann. Geht halt noch um einen großen Batzen Geld, der zum verbessern benötigt wird - und hierzu sind mir durchaus auch einige linksparteiige Forderungen, zB Börsenumsatzsteuer (die es sogar in den USA und Großbritannien noch gibt) durchaus sympathisch. Aber das wird alles längst diskutiert, von daher muss man hier nicht hoffnungslos sein.

s
K.A. wo ich das gelesen habe, es sind nur solche Details die hängen bleiben. Aber unser aller outgesourcetes Gehirn weiss natürlich Bescheid. Wer mehr Quellen will, weiss wo er sie findet. :)
Venezuela:
In late 2002 and early 2003 a strike at the state oil company PDVSA resulted in a dramatic drop in Venezuelan oil production and the firing of most of the oil company’s workers. This has significantly limited its ability to develop and produce oil and in 2006 reports indicated that Venezuela was having to buy oil from Russia to meet its sales commitments to other countries. ... It is difficult to verify actual production because PDVSA has stopped filing reports to the U.S. Securities and Exchange Commission, as required as owner of the Citgo gasoline chain.

Quelle: Wikipedia

Es wird geschätzt, dass heute immer noch nur etwa 50% des Öls vor dem Streik gefördert wird. Und das ganz ohne Krieg.
Schade übrigens, dass Dir, Arthur Dent, dieser merkwürdige Zusammenhang Ölpreis/Entwicklung der egal ist, oder Du ihn zumindest ohne weiteres ignorieren kannst. ;) Die Schuldenfreiheit/IWF-Story ist imho für sich genommen irrelevant. Lieber Schulden und ein paar Schulen als keine Schulden und Kinderarbeit, catch my drift? (jaja böse Polemik *gähn*)
Bolivien:
Mr Morales highlighted the Venezuelan pledge to donate 200,000 barrels of diesel to Bolivia to ease its petrol shortage and its commitment to help South America’s poorest country.

Quelle: FT

Zusätzlich gab's in Bolivien recht massive Proteste wegen der drastischen Preiserhöhungen bei Öl-/Gasprodukten (auch hier hilft Google weiter). Allerdings glaube ich nur bei den bösen Ausbeutern in Santa Cruz (der Rest hat vermutlich sowieso kein Auto). Aber so oder so deutet dies ja auch nicht gerade darauf hin, dass Mr. Morales weiss was er tut (es sei denn er will alle gleich arm machen).

Von den nicht nur möglichen sondern wahrscheinlichen langfristigen Konsequenzen der Enteignung will ich überhaupt nicht anfangen. History repeating...

Warscheinlich haben die Bürger nicht mitgeputscht, weil sie es mögen, daß es ihnen schlecht geht..

Nö, ich glaube die haben nicht mitgemacht weil Hugo "Mugabe" Chavez ein ziemlich gerissener Bastard ist. Siehe z.B. Hugo Boss aus der FP (hab ich glaube ich irgendwo hier schon erwähnt). Brot und Spiele, mehr wollen arme Menschen anscheinend nicht. Und selbst wohlgenährte Europäer LIEBEN billigsten Populismus (solange er nicht im eigenen Land stattfindet natürlich! Nicht wahr liebe Ösis im Forum?), siehe u.a. weiter oben im Thread.
savarin, kommt da noch was sinnvolles ?

Tut mir leid, sinnvoller wird's heute nicht mehr. :/

Hans Wurstsuppe
50% müsste aber immer noch reichen, um nichts importieren zu müssen. Zudem heisst es nicht, dass die anderen 50% verloren gehen. Eher, dass man doppelt so lange Zeit hätte, die Weichen auf Tourismus als primären Devisenbringer zu stellen, falls gewünscht.

Der Kinderarbeit/ Schulen/ Schulden-Vergleich driftet echt ein wenig aus der Kurve raus, aber den Kick hast du wohl gerade gebraucht.

Zu Bolivien: lieber Benzinmangel und Ärger mit multinationalen Konzernen, als Wassermangel bzw. unbezahlbares Wasser aufgrund multinationaler Konzerne (hier: Bechtel) und Ärger mit der Bevölkerung. Zudem hat Morales erst angefangen zu regieren, sicher ist Skepsis angebracht, ansonsten aber vor allem warten.
Tatsache ist, dass Öl- und Gaspreise dort wahrlich nicht die Leute tangieren, deren Lebensumstände den dringendsten Änderungen bedurften.

Ich will mich nicht ganz auf Quellen verlassen, die die Privatisierung der Wasserversorgung dem Diktat des IWFs zuordnen, aber falls dies stimmt, kann man Entwicklungsländer, die nie nach der Pfeife des IWF tanzen müssen, nur beglückwünschen.

s
Zudem heisst es nicht, dass die anderen 50% verloren gehen. Eher, dass man doppelt so lange Zeit hätte, die Weichen auf Tourismus als primären Devisenbringer zu stellen, falls gewünscht.

Das ist natürlich richtig, aber beabsichtigt war das glaube ich nicht. :D

Wenn ich Mr Morales wäre, dann hätte ich das ganze Zeug nicht verstaatlicht, sondern lieber die Regeln für die Repatriierung von Gewinnen verschärft bzw. eine prozentuale Gewinnverwendung für lokale Investition vorgeschrieben oder die Gebühren für die Konzessionen erhöht (oder sonst irgendwas derartiges).
Dann hätten die bösen Ausländer weiterhin die Investitionen finanzieren müssen (Ölindustrie ist extrem kapitalintensiv) und das Land hätte weiterhin von selbst (noch) nicht erzeugbarar Technologie sowie gut ausgebildeten ausländischen Arbeitskräften profitieren können. Das alles natürlich zusätzlich zu den höheren Einnahmen (besser einen grossen Teil von viel als alles von wenig, würde ich sagen).
Ich hatte den zunächst auch für recht fähig gehalten, aber so geht mittelfristig alles den Bach runter (darauf würde ich einiges wetten).
Das der IWF die Privatisierung der Wasserversorgung durchgesetzt hat kann ich mir sehr gut vorstellen, das dies grundsätzlich schlecht sein soll aber weniger. Ist nur ein spontaner Einfall, aber eine simple Möglichkeit wäre es doch z.B. das dadurch erhaltene Geld ganz einfach zur Subvention der dann höheren Wasserpreise zu verwenden. Hört sich nach Nullsummenspiel an, aber letztlich hat der Staat damit die komplette Finanzierung der entsprechenden Infrastruktur abgegeben (zumindest jegliche Instandhaltung). Und gerade in nicht entwickelten Ländern ist das eine Menge Geld.
Man hätte ja auch ohne Probleme beliebige Bedingungen stellen können, z.B. maximale Preissteigerungen, in x Jahren y% mehr Wasseranschlüsse oder was weiss ich. Wenn die damalige Regierung anscheinend nichts derartiges veranlasst hat... selber schuld. Da fällt es mir schwer Mitleid zu heucheln.

Aber eigentlich gehts hier darum, wie wir den revolutionären Kampf unserer indianischen Brüder nach Europa bringen können. Daher in der Tat sinnloses offtopic.
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