Bedingungsloses Grundeinkommen - ein realistischer Vorschlag? |
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Hans Wurstsuppe |
Man hört oft den Vorschlag, sich vom Traum der Vollbeschäftigung zu verabschieden. Statt der Überbrückung schlechter Zeiten am Arbeitsmarkt durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und staatlicher Stütze soll stattdessen ein <wiki>bedingungsloses Grundeinkommen</wiki> für alle eingeführt werden.
Will es nicht mehr vorstellen, daher erstmal einige Links zur Information: Speziell bei Telepolis werden einige Bedenken, zum Beispiel im Fazit von Peter Glotz, aufgeführt. Aber weder diese noch die genannten Zahlen lassen mich im Glauben, dass ein Grundeinkommen absolut nicht zu realisieren sei. Sieht das jemand anders? Wer würde ein Grundeinkommen lieber heute als morgen eingeführt sehen? Und könnte Deutschland sowas überhaupt alleine durchführen, falls sonst keine anderen Länder mitziehen? Zum Schluss noch Konsum ist bessere Geldquelle", ein taz-Interview mit Drogerie-Unternehmer Götz Werner, der sogar sämtliche Steuern außer der Mehrwertsteuer (die dann auf 35-40% erhöht werden müsste) abschaffen will, um davon unter anderem ein ordentliches Grundeinkommen zu finanzieren. |
LoneWolf |
Ich finds eine echt gute Idee, einer aus meiner ehemaligen Klasse hat uns viel und oft davon erzählt. Aber sie wird große Anfangsschwierigkeiten haben. |
s |
Atm keine Zeit für eigene Gedanken, daher:
Sehe ich so ähnlich. Anderer, ausgezeichneter, Artikel:
Und genau daran scheitert mal wieder eine gute Idee schon Längen vor der Umsetzung. :/ |
s |
nix |
bobmarleyfan |
mal was zur ethischen argumentation : http://www.freitag.de/2001/20/01201201.php
ansonsten sowieso schon länger dafür, lieber heute als morgen. kann demnächst eventuell noch eine diskussion mit nem befreundeten VWL- Studenten über das thema auftreiben...ich schau jetzt erstmal die podiumsdiskussion an. bis dahin: Verwirrende Lehre zu verwirrtem Handel waltet über die Welt, und ich habe nichts angelegentlicher zu tun, als dasjenige, was an mir ist und geblieben ist, womöglich zu steigern und meine Eigentümlichkeiten läuternd zu steigern, wie Sie es, würdiger Freund, auf Ihrer Burg ja auch bewerkstelligen. Johann Wolfgang von Goethe, (1749 - 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann Quelle : An Wilhelm von Humboldt im letzten Brief seines Lebens vom 17. März 1832 ![]() |
LoneWolf |
Naja, dann geht da aber auch keiner mehr hin und das Mehreinkommen ist zum Teufel. /edit: Word |
bobmarleyfan |
mal davon ab... sind die heute freundlich? ist man nur freundlich wenn man geld dafür bekommt? ist man freundlicher wenn man existenziell davon abhängig ist, wenn ja was für eine qualität hat diese art von freundlichkeit und wie fällt sie auf den zwangsgrinser zurück? |
Kantakukuruz |
Geld zu bekommen, ohne dafür in irgendeiner Form gearbeitet zu haben, missachtet die Menschenwürde. |
Fruchtpfote |
Wenig Geld zu bekommen und dafür 30 Jahre geschufftet zu haben, missachtet sie dann wohl nicht!?
Wasn das für ne Logik? |
bobmarleyfan |
da ist doch wieder die frage welchem arbeitsbegriff du anhängst. ist es nur arbeit wenn du dich dafür gequält hast? und braucht arbeit eine stechuhr, oder einen direkten arbeitgeber?
ich würde sagen, es ist nicht möglich, nicht zu arbeiten. jede soziale interaktion bedeutet arbeit (im sinne von "verlorener" lebenszeit und im sinne von aufwand körperlicher und geistiger "kräfte), jedes aushalten einer laune bedeutet arbeit, jede unbezahlte pflege eines freundes/verwandten/behinderten, jedes babysitting, jede nicht tariflich festgelegte hausarbeit, das alles ist für mich arbeit.ich behaupte ganz frech, dass ich diese art von arbeit entspannter erledigen kann, wenn ich davor einen tag mit dingen verbracht habe die mir spaß machen... mit sicherheit sind all diese sozialen tätigkeiten selbstverständlich, aber es kommt mir wesentlich würdevoller vor als aus angst/existenzzwang am fließband zu stehen. desweiteren, wieso ist die arbeit an mir selbst ( mit dem ziel teil einer welt/einer bzw. eben dieser solidargemeinschaft zu sein ), mit mir selbst, in ruhe, keine arbeit? vielleicht versteh ich auch deinen begriff von menschenwürde falsch? kannst du ja eventuell nochmal erläutern? ansonsten nochmal zitiert aus dem brand eins artikel
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Hans Wurstsuppe |
Im Gegensatz zu ALG II, das auch an Leute gezahlt wird, die noch nie in irgendeiner Form gearbeitet haben, hätten hier auch die Leute etwas davon, denen es aktuell trotz Arbeit oder Rente nicht rosig geht. Mir will der Einwand nicht einleuchten, er beschreibt ja keine neue Situation, die existiert auch in der derzeitigen (und auch nicht billigen) sozialen Sicherung. |
Trevirian (Urlaub) |
Einem Menschen die Teilhabe am kollektiven nationalen Besitzstand mit diesem Argument zu verweigern, missachtet die Menschenwürde. Und ist menschenverachtender Zynismus in Reinstform.
Einem Menschen die Teilhabe am kollektiven nationalen Besitzstand mit diesem Argument zu verweigern, missachtet die Menschenwürde. Und ist menschenverachtender Zynismus in Reinstform. |
Hans Wurstsuppe |
Sachte, ich würde es begrüßen, wenn sich Kantakukuruz hier nochmal äußert, aber solche Reaktionen finde ich überzogen.
Mir schaudert vor dem Begriff "kollektiver nationaler Besitzstand" - habe ich noch nie gehört und kann (oder will) mir wenig darunter vorstellen. Ich habe beobachtet, dass zwischen "nicht-arbeitenden" und "arbeitenden" Menschen bisweilen ein riesiger Graben ist. Die einen schimpfen über die Parasiten und können sich nicht vorstellen, dass man so würdelos sein Dasein fristen kann, würden sich selbst lieber umbringen statt aushalten zu lassen und lassen Sprüche los, dass selbst eine Mücke mehr Sinn als solche Leute hätte, da sie Nahrung für Vögel darstellt (gerade letztens im Gespräch gehört)... Die nicht-arbeitenden hingegen geben dem System oder irgendjemand anderem die Schuld an ihrer Situation, um sich von allen Schuldgefühlen zu befreien, zudem flüchten sie sich oft in Krankheiten oder in die Isolation, um den immer gleichen, für sie entwürdigenden Sprüchen zu entgehen. Es ist schwierig, das Thema Würde hier einzubauen. |
Tinschn |
Würde nicht sogar die Wirtschaft davon profitieren wenn alle mehr geld zum ausgeben hätten? selbst ein Arbeitsloser könnte sich dann mal einen neuen Fernseher kaufen und so den Absatz für Fernseher wieder steigern.
Allerdings kann man ja erkennen das sich das nicht rechnet. wenn der staat x€ an jeden Bürger gibt, und durch die Mehrwertsteuer (die ja die einzigste sein sollte nach dem Taz artikel) nur 40% von x€ wiederbekommt. Ergo 60% von dem Geld gehen unbesteuert an die Unterneher. Mir is klar das es auch noch Arbeiter gibt die dann auch mehr verdienen + ausgeben. Ansonsten eine bestimmt wohlstandsförderne maßnahme. Und dazu das selbst Leute die nie gearbeitet haben Hartz 4 bekommen, würde ich gerne eine Quelle haben. Habe einen Kumpel der 24 is und von 156€ Kindergeld leben muss... |
s |
Dir ist aber vermutlich nicht klar, dass die Mehrwertsteuer auch auf ausserhalb Deutschlands hergestellte Produkte gezahlt wird, wohingegen Körperschaft-/Gewerbesteuer nur von in Deutschland ansässigen Unternehmen gezahlt wird. Da die z.B. von Dir genannten Fernseher sowieso nicht in Deutschland hergestellt werden, ist es tatsächlich so, dass die zu besteuernde Basis um einiges grösser würde. D.h. der Vergleich "60% unbesteuert" und "nur 40% von x€" hinkt gewaltig, da es schliesslich darauf ankommt was besteuert wird. Nämlich mehr als vorher. |
r0wi aka Sir_sumpf_a_lot |
ich hab mir die infos über das modell des Bedingungslosen Grundeinkommens durchgelesen und finde es hört sich gut an - vielleicht mal wieder eine chance für deutschland!
hab keine zeit und keine lust großartig was dazu zu schreiben... wollt nur kurz meine meinung zum thema kundtun |
Hans Wurstsuppe |
Danke s für die Richtigstellung, ebenso für die sehr informativen brand:eins-Artikel. [off: Man hört nur Lob über die Zeitschrift, viel darunter vorstellen kann ich mir dagegen nicht... Zweit-Wirtschaftsmagazin für das gute Gewissen oder was stellen die dar? Falls du sie besser kennen solltest, kannst du sie in der Zeitschriften-Fred bitte kurz portraitieren?]
Mal anders gefragt: Wer von dem Wort "bedingungslos" nichts hält, kann auch gerne schreiben, unter welchen Bedingungen er sich ein Grundeinkommen vorstellen könnte. |
Reallife |
Die einfachste Variante so etwas zu erreichen ist mMn die Schulden zu tilgen und ein Vermögen aufzubauen.
Ich weiß nicht ob es für Länder auch Zinsen aufs Guthaben gibt. Aber unsereins kann ab einem bestimmten Betrag bequem von den Zinsen leben.# Die Zinsen werden von denen erbracht, die sich einen Kredit genommen haben und den nun "abarbeiten" müssen. Sehr viele Länder sind verschuldet. Das Volk muß arbeiten um die Zinsen und evtl mal den Kredit zu tilgen. Wenn der Staat keine Mittel mehr vom Volk benötigt, wird das Geld wertlos. Aber die Produkte können weiterhin Produziert werden. Wenn Rohstoffe benötigt werden, können die über die Zinsen die der Staat bekommt bezahlt werden. Irendwie so halt. Ist schon späääääät.
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[user:14681] |
littlefirefairy |
Googelt mal "Natürliche Wirtschaftsordnung", "Freiwirtschaft"
Sorry aber ist mir jetzt zu kompliziert zu verlinken. Aber spannende Infos zum Thema |
s |
So in etwa, aber selbst evil WSJ schreibt:
Und es ist wirklich "blindingly obvious", in Deutschland sogar noch viel mehr. Eine solche Veränderung ist aber natürlich absolut nicht gewünscht, denn es würde Verantwortung vom Staat nehmen und den Bürgern geben. Das will weder der Staat, noch die Bürger, da jeder seinen persönlichen kurzfristigen Vorteil aus dem bestehenden System nicht aufgeben will. Alles andere wäre nämlich "ungerecht" (zur Errinerung: rund 36 Millionen Deutsche leben überwiegend von staatlichen Transferleistungen. Der Grossteil ist wahlberechtigt.). |
bobmarleyfan |
Der Zeit Zuender fragt : " „Wie würdest du leben, wenn du jeden Monat 1.000 Euro hättest?“ "
http://php.diezuender.de/gallery/gallery.php?gid=110&nr=0 Thomas Straubhaar vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) zum Thema: http://www.zeit.de/online/2006/39/grundeinkommen-straubhaar |
bobmarleyfan |
"Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut hält ein bedingungsloses Grundeinkommen für "volkswirtschaftlich effizient" und "finanzierbar" "
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24951/1.html " http://www.hwwi.org/fileadmin/hwwi/Leistungen/Gutachten/Grundeinkommen-Studie.pdf |
Budforce |
Ich möcht dazu erstmal eigentlich nur eins sagen...
wenn ein Grundeinkommen eingeführt wird, muss man genauso ein Maximaleinkommen einführen, Lohndifferenzen wird es immer geben und sind im Prinzip auch gerechtfertigt, aber ab einem gewissen Grad ist es nur noch unverhältnismäßig. Oder kann jemand an einem Tag wirklich 200 mal so viel arbeiten wie jemand anderes; ums mal ganz stumpf zu formulieren. |
Arthur Dent |
Auch könnte ich mir für gewisse Dinge eine Luxussteuer vorstellen.
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