Cannabis » Legalisierung » Überzeugen » Rede zur Cannabis-Kriminalisierung - Eine kleine Deutsch-aufgabe
Cannabis » Legalisierung » Überzeugen » Rede zur Cannabis-Kriminalisierung - Eine kleine Deutsch-aufgabe Rede zur Cannabis-Kriminalisierung - Eine kleine Deutsch-aufgabe |
Suche |
P.o.d ...rudeboy... |
Aufgabe war es eine Politische Rede zu schreiben, und vor der Klasse zu halten (morgen).
Rede zur Cannabis-Kriminalisierung Einen schönen guten Morgen meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um ein Thema anzusprechen, das schon oft – auch in dieser Gemeinschaft – sehr kontrovers diskutiert wurde. Jeder vierte Deutsche hatte schon mal direkten Kontakt mit Cannabis. Dennoch ist es nach wie vor kriminalisiert. Die oberste deutsche Judikative hat festgestellt, dass eine Bestrafung für den Besitz geringer Mengen Cannabis zum Eigengebrauch verfassungswidrig ist. Dies ist ein unhaltbarer Zustand. Im Jahre 2000 wurden 131.000 Anzeigen im Zusammenhang mit Cannabis erstattet. Jede dieser Anzeigen hinderte mindestens einen Staatsanwalt und einen Polizisten an der Ausübung wesentlich wichtigerer Pflichten. Selbstverständlich muss großen Dealern das Handwerk gelegt werden – aber ist es notwendig, dass ein einfacher Bürger, der niemandem Schaden zugefügt hat, wegen eines Gramms Hanf festgenommen wird? Natürlich ist Cannabis nicht harmlos. Jeder Konsument muss selbstverantwortlich damit umgehen können. Aber wie die Professoren Kovar und Kleiber in einer Studie für den Bundesgesundheitsminister 2000 feststellten, sind die Risiken sehr viel geringer als viele annehmen: “Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Wirkungen und Konsequenzen des Cannabiskonsums sich als weniger dramatisch und gefährlich erweisen, als dies überwiegend noch angenommen wird.“ Auch das Deutsche Ärzteblatt bezeichnete das Cannabis-Verbot als „kollektiven Irrweg“ und schrieb: “Aus medizinischer Sicht wird kein Schaden angerichtet, wenn Cannabis vom Verbot befreit wird. Das Cannabis-Verbot kann durch medizinische Argumente nicht gestützt werden." Aus konservativen Ecken hört man oft, Cannabis sei eine Einstiegsdroge und es gebe Statistiken, die besagten, dass fast alle Heroin-Konsumenten zuvor Cannabis geraucht hätten. Betrachtet man aber eben diese Statistiken aus der anderen Richtung, stellt man fest, dass 98% der Cannabis-Konsumenten nicht auf härtere Drogen umsteigen. Wie könnte also eine Freigabe konkret aussehen? Zunächst müsste landesübergreifend eine Menge zum Eigenverbrauch straffrei gestellt werden. Dann müssten staatlich kontrollierte Händler lizenziert werden, um sicher zustellen, dass der Jugendschutz gewährleistet wird. Zu diesem Zwecke müsste natürlich der Schwarzmarkt weiterhin und noch vehementer bekämpft werden. Denn gerade in Großstädten sind die Märkte von Cannabis und anderen gefährlichen Drogen sehr stark vermischt. Nur wenn es gelingt, den Dealern den Gewinn an Cannabis zu ruinieren, besteht eine Chance auf Besserung dieser Situation. Auch böte sich dem Staat in der Besteuerung von Cannabis ein willkommene Einnahmequelle für den gebeutelten Haushalt. Auch der Handel mit Faserhanf – als natürlicher Ersatz für Kunstfaser – könnte sich zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Aspekt entwickeln. Abschließend möchte ich sagen, dass ich ein dringender Befürworter der längst überfälligen Cannabis-Freigabe bin und davon ausgehe, dass die Prohibition auf Dauer ebenso enden wird wie die Amerikanische Alkohol Prohibition in den dreißiger Jahren. Quellen: Auswirkungen des Cannabiskonsums Dieter Kleiber, Karl-Artur Kovar Taschenbuch - 316 Seiten (1997) Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart ISBN: 3804715559 (DM 68,00) Deutsches Ärzteblatt 27.10.2000 www.cannabislegal.de |
Felix |
Find ich klasse, dass du den Mut und die Offenheit hast, so eine Rede vor deiner Klasse/deinen Lehrern zu halten! Die Rede ist auch sehr gelungen.
WIssen deine Lehrer eigentlich, dass du kiffst? |
Arthur Dent |
ansonsten: nicht schlecht, herr specht.
viel erfolg damit. sag mal wie's gelaufen ist. |
DieErleuchtete |
Ziemlich gut!!! RESPECT.
Ich würd gerne mal wissen, was du drauf bekommen hast? Ansonsten drück ich die Daumen, dass das keine Hausdurchsuchung nach sich zieht ;) |
Kantakukuruz |
Jetzt mach dem Jungen doch keine Angst... |
jointman |
Hört sich wirklich sehr gut an. Die Sachlichkeit des Inhalts gefällt mir besonders auch die logischen Schlußfolgerungen überzeugen. Da kann man nur hoffen, dass du keinen Ignoranten als Lehrer hast, der schon bei dem Thema auf Durchgang schaltet und den eigentlichen Inhalt nicht verstehen will. Ich drücke dir fest die Daumen. Von mir bekommst du auf jeden Fall eine 1+. So ein Mut ist heute leider viel zu selten. |
Jemand |
"Das Deutsche Ärzteblatt bezeichnet..." das suggeriert die deutschen Ärzte bezeichnen. Das ist eine Verzerrung und zudem Quatsch. Es ist so, daß ein Artikel im deutschen Ärzteblatt stand welcher im nachhinein von einer großen Mehrheit heftig kritisiert wurde.
Das Deutsche Ärzteblatt ist lediglich das Organ der Bundesärztekammer, hier können einzelne Ärzte Artikel veröffentlichen, selbst dann wenn sie mit ihrer Meinung ziemlich alleine stehen. Auch in Deinem Zitat handelt es sich um einen einzelnen Artikel eines Arztes der heftigste Widersprüche und Reaktionen anderer nach sich zog. Der Autor des Artikels, ein Psychoanalytiker, steht mit seiner Meinung ziemlich alleine da und begründet diese seine Meinung übrigens vor allem mit der ebenfalls von Dir zitierten Studie von dem Psychologen Kleiber. Man könnte auch ein halbes Dutzend Artikel anderer Autoren aus dem Ärzteblatt oder vergleichbarer Institutionen zitieren, die ein völlig gegenteiliges Bild zeigen und zudem mit Sicherheit mehr und direkter mit Cannabis und seinen Effekten zu tun haben als ein Psychoanalytiker von einem Institut. (Es zitiert ja hier z.B. auch keiner den Artikel von dem Pharmakologen Rommelspacher im Ärzteblatt, der das Fazit zieht, Cannabis hat als Medikament nur geringen therapeutischen Nutzen. Dann schon lieber abstruse Meldungen von Wundereffekten als Allheilmittel.) |
Coach Overgrow³³ |
Wundert mich nicht dass den keiner zitiert,weil das auch Schwachsinn ist was der verbreitet! Cannabis hat sehr wohl ein hohes Potential was den medizinischen Einsatz angeht!Zumindest was den Einsatz bei Rheuma,Asthma oder Neurodermitis(aber auch anderen Krankheiten) wird Cannabis längst erfolgreich eingesetzt;ich habe selbst Leute mit oben genannten Krankheiten in meinem Bekanntenkreis die sich erfolgreich,aber immer noch illegal,selbst mit Cannabis therapieren. Das die Nebeneffekte z.B. chemischer Schmerzblocker weit schädlicher für den Körper sind ist ebenfalls längst nachgewiesen;wer so engstirnig ist weiterhin mit chemischen Mitteln therapieren zu wollen,wenn ein pflanzliches Medikament mehr Erfolg verspricht, hat meiner Meinung nach in der Medizin nichts verloren! Die Medizin ist eine Wissenschaft,die dazu da ist den Menschen zu helfen,und nicht sie zu vergiften!!! Edit: Quellen:THC und Neurodermitis Cannabis als Medizin nochmal Cannabis Und nochmal Cannabis Wenn es sein muss finde ich auch noch 10 andere Quellen... ![]() |
jointman |
Danke für die tollen Links |
P.o.d ...rudeboy... |
Is gut gelaufen...
Ich denke die Reaktionen waren sehr prositiv... ansonsten: danke an alle... ![]() |
Jemand |
Ich glaube nicht, daß Du weißt wer hier wirklich "Schwachsinn verbreitet". Die Medizin ist eine Wissenschaft, das hast Du richtig erkannt. Anscheinend weißt Du nicht was das bedeutet. Es bedeutet, daß man nicht irgendwelche Dinge behauptet und als Wahrheiten ansieht. Auch nicht irgendwelche Dinge als Wahrheiten annimmt nur weil sie ein vielleicht sogar selbsternannter Experte einmal ausgesprochen hat. In der Medizin wird wissenschaftlich gearbeitet. Krankheiten werden nur dann mit bestimmten Methoden bzw. Medikamten behandelt wenn Untersuchungen eine Überlegenheit gegenüber einem Placebo gezeigt haben. Wenn es bereits eine durch diese Methode etablierte Behandlung gibt muß eine neue Behandlung dieser bereits etablierten Behandlung überlegen sein was das Verhältnis von Wirkungen und Nebenwirkungen angeht. Das ist auch gut und richtig so. Es geht hier auch nicht um irgendetwas, sondern darum kranke Menschen zu behandeln! Es genügt nicht wenn irgendwer behauptet Cannabis würde gegen xy helfen. Es genügt auch nicht zu vermuten Cannabis hat diesen und jenen Effekt und selbst ein tatsächlicher Effekt hat keine Bedeutung: wie gesagt es geht um Überlegenheit gegenüber bereits vorhanden Medikamenten! Wenn die Medizin heute noch nach diesem Schema arbeiten würde, dann würde sie immernoch mit Aderlässen, Klistieren und getrockneter Krötenhaut gegen Krankheiten aller Art vorgehen. Was sollen diese lächerlichen "Quellen" aus dem Internet? Selbst wenn da irgendein Arzt etwas sagt, was er vielleicht (?) vorher erst selber irgendwo nachgelesen hat, ist das keine Quelle die nur irgendetwas über die Wirksamkeit von Cannabis bei was auch immer aussagt. Schon garnicht irgendwelche Behauptungen von Cannabsilegal etc.. Das es auch eine Lobby gibt, die sich für die medizinische Forschung bezüglich der Verwendung von Cannabis in der Medizin gibt ist gut und legitim. Das hier auch Ärzte beteiligt sind -die dann überall zitiert werden- ist auch gut so und legitim. Aber auch das hat nicht die geringste Relevanz. (Abgesehen davon daß es ausgebildete Ärzte gibt die vom Pendel bis zur Wünschelrute oder zweifelhaften Vitaminpillen oder was auch immer vertreten. Ich will nicht behaupten (!!) daß es hier das gleiche ist. Nur: es hat keine Relevanz wenn irgendwer etwas einfach behauptet ohne sich dabei auf gesicherte Informationen zu berufen, selbst wenn es ein Arzt ist.) "Erfahrungsberichte" haben noch geringere Relevanz. Es gibt auch Erfahrungsberichte bezüglich Apfelessig, Rhinozerus-Horn-Pulver und Auflegen von Edelsteinen bei allem Möglichen. Und das absolut dümmliche Gerede, -tut mir leid, aber ich wüßte nicht wie ich das anders bezeichnen sollte- von den "chemischen Schmerzblockern". Alles ist chemisch, auch THC und H2O. "Vergiften"?, wer "vergiftet" denn wen womit? Pharmakologen sind die Ärzte und Wissenschaftler welche sich ganz speziell mit der Wirksamkeit und Anwendbarkeit, Wirkmechanismen usw. von Stoffen bei Krankheiten beschäftigen. Wenn ein Professor für Pharmakologie in einem Artikel zu dem Schluß kommt, daß Cannabis zwar die eine oder andere interessante Verwendung bieten könnte die man weiter untersuchen sollte, aber im großen und ganzen nur einen geringen therapeutischen Nutzen bietet und dazu eine längere Liste Quellen mit wissenschaftlichen Studien angibt, dann hat das eine viel größere Relevanz als irgendetwas von "Cannabislegal". Nach derzeitigem Stand kann man nur sagen: Cannabis hat einen, wenn überhaupt, ziemlich beschränkten Nutzen als Medikament. Für viele der immer angegebenen Indikationen gibt es etablierte Therapien denen Cannabis unterlegen ist. Eine der wenigen vermutlich sinnvollen Anwednungen ist die Appetitanregung bei Tumorpatienten (aber selbst hier ist es nicht unumstritten). Teilweise ist Cannabis auch praktisch nutzlos oder jedenfalls nicht sinnvoll anwendbar. Und in anderen Bereichen stehen zwar Studienergebnisse noch aus, Wunder sind auch hier aber nicht zu erwarten, man sollte aber prüfen ob sich dennoch eine Anwendbarkeit ergibt, empfohlen wird es aber auch hier nicht. |
| Desire | 22:01 26.02.08 BEKENNER - FRED (35|528) |
| pApA noAh | 17:41 13.02.08 If drugs are legal / Der Dokumentarkrimi (11|1357) |
| Budforce | 15:00 04.10.06 Originell, jedoch wie alle anderen Kampagnen fragwürdig (4|596) |
| *KalLi*KnAlLi* | 21:58 05.09.06 So ein Scheissdreck !!! (14|895) |
| PAIN | 22:01 31.08.06 Warum ist Cannabis verboten? (33|2946) |
| sebasti | 17:53 29.06.06 Cannabis - Die wahrscheinlich schönste Beschäftigung der Gärtner (27|1034) |
| NAME | 18:14 13.03.06 Ein Brief von unseren Drogenbeauftragten (32|1463) |
| [user:15854] | 17:45 18.10.05 Agenda Gras (8|628) |
| [user:1101] | 19:19 12.03.05 Cannabis - das wundersame Allheilmittel! (24|1774) exzellent! |
| suupa | 10:44 05.03.05 Auzug aus Biologielehrbuch für Bayern (30|2049) |
Rauchen macht sehr schnell abhängig: Fangen Sie gar nicht erst an! |