Der VfD - Verein für Drogenpolitik sucht Unterstützer |
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JanMehler |
Obwohl schon seit längerem bekannt ist, dass der Konsum von Cannabis für Erwachsene nicht schädlicher ist als der Konsum von Alkohol oder Tabak, werden Cannabiskonsumenten auch heute noch strafrechtlich verfolgt. Die Anzahl der verfolgten Cannabisdelikte steigt seit Anfang der 90er an und erreichte 2004 mit über 170.000 einen neuen Rekordwert. Mit 75% stellen dabei die reinen Konsumdelikte den größten Anteil. Auch 7 Jahre Rot-Grün haben nicht zu einem Umdenkten in der Cannabispolitik geführt und ohne Druck aus der Bevölkerung wird sich vermutlich auch unter einer neuen Regierung nichts ändern.
Der Verein für Drogenpolitik (VfD) setzt sich seit 2001 für die Legalisierung von Cannabis ein. In dieser Zeit haben wir z.B. mit der "infobroschüre zur Cannabislegalisierung" und dem "Globalen Cannabisregulierungsmodell 2004" zwei Broschüren über eine alternative Cannabispolitik produziert und soweit es uns möglich war an Abgeordnete und Regierungsvertreter verteilt. Leider stoßen wir immer wieder an unsere finanziellen und personellen Grenzen. Unserer Forderung sind u.a.: - die Legalisierung von Cannabis - der Verkauf von Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften - eine auf der Fahrtauglichkeit basierende Führerscheinregelung - einen wirksamen Jugendschutz - ein Werbeverbot für alle Drogen Falls du unsere Ziele teilst, unterstütze uns indem du Mitglied im VfD wirst oder durch eine Spende. Weiterführende Informationen zum VfD findest du unter http://www.drogenpolitik.org. |
The Who |
*Push* |
Hans Wurstsuppe |
Stimme ich voll und ganz zu.
Was soll ich mir darunter genau vorstellen? Gibt es schon Konzepte?
Ist bei den Zigaretten ja schon quasi durch, Werbung für Branntwein muss genausowenig sein. Aber Bier und Wein würde ich ausklammern, dass wäre in Deutschland ohnehin nicht durchsetzbar. Gerade in Zeiten, wo eine Mehrwertsteuersenkung für Bier diskutiert wird und ein Regierungswechsel sehr wahrscheinlich ist, sollte man in der Hinsicht realistisch bleiben. Daher würde ich diese Forderung als Ganzes streichen und in Ruhe der EU beim Werkeln zusehen. |
JanMehler |
Moin,
ja, die gibt es in Form unseres globalen Cannabisregulierungsmodells. die wesentlichen Punkte zum Jugendschutz sind: - eine Altersgrenze von 16 oder 18 Jahren für den Kauf. - Entzug der Lizenz bei Verkauf an nicht berechtigte Personen. - verstärkte Aufklärung über Wirkung und Gefahren.
Wir wollen eine möglichst konsequente Drogenpolitik. Auch Bier und Wein sind nicht ungefährlich und sollten deswegen nicht bewerbbar sein. Ob diese Forderung durchsetzbar ist, ist natürlich eine andere Frage. tschoe, Jan. |
Hans Wurstsuppe |
Gut, ist ja bereits bekannt und eine sehr grüne Postition. Ich bezweifle aber beim letzten Punkt die Wirksamkeit. Wenn man bei den Entscheidungsträgern punkten will, müsste man hier schon etwas radikaler sein. Wie ineffektiv Aufklärung an den Schulen ist, lässt sich doch bei den anderen beiden weichen Drogen zur Genüge beobachten. Und Cannabis nimmt innerhalb dieser Gruppe einfach eine Sonderstellung ein, da die Wirkungsweise im Vergleich viel stärker differenziert. Es gibt keine Frage, die ich mehr hasse, als die nach der Wirkungsweise von Cannabis, weil ich bei mir selbst schon je nach Tagesform zig verschieden Zustände erlebt habe. Es wirkt bei jedem anders, und dies teils krass. Auch dieser Sachverhalt - und nicht nur das Verbot - macht Cannabis interessant. Wobei die unterschiedlichen Wirkungen von Marihuana und Haschisch noch außen vor sind, dies muss man ja auch noch berücksichtigen. Was die Schulen angeht, würde ich nicht vom Repressionsmodell abweichen. Im Gegenteil. Mir geht einfach der Hut hoch, wenn ich auf copzone.de vom Moderator Arno Nym folgenden Zeilen lese
Man müsste also schon vor bzw. mit der Sexualkunde Drogenaufklärung machen - und wer sagt, dass man am Ende damit nicht genau das Gegenteil bewirkt? Wenn nicht mal mehr die Lehrer Autorität besitzen, wie soll das denn für Aufklärer von draussen gelten? Während der da vorne labert, wird dann lieber beim neuestem Handygame auf Rekordjagd gegangen, wenn nicht von allen, dann von den Schülern, die es am meisten nötig hätten. Da ist es doch wesentlicher abschreckender, wenn der Spürhund mehrmals durch die Klasse läuft und bei wiederholten Auffälligkeiten der Schulverweis droht. Es kann einfach nicht angehen, dass Jugendliche den besten Zugang zu Cannabis an ihrer Schule haben - wie es derzeit der Fall ist. |
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JanMehler |
Ich halte die Ziele für durchsetzbar, wenn sich von den mehreren Millionen Cannabiskonsumenten in Deutschland zumindest ein kleiner Teil dazu durchringen könnte sich für die eigenen Rechte einzusetzen. Zurzeit scheint die überwältigende Mehrheit der Kiffer mit der rechtlichen Lage zufrieden zu sein. Die Grünen haben sich in den letzten 7 Jahren praktisch gar nicht für eine liberalere Cannabispolitik eingesetzt, weil ihnen der Rückhalt in der Bevölkerung fehlt. |
JanMehler |
Ich möchte das noch mal etwas erweitern. Die Aufklärung über Wirkungen und Gefahren dienen mehr dazu einen Konsum, wenn er nicht vermeidbar ist, möglichst risikoarm zu gestalten. Wichtiger ist aber das Selbstbewertgefühl von Jugendlichen zu stärken und dadurch erst gar nicht das Verlangen nach Drogen entstehen zu lassen. Die BZgA bietet z.B. hier Broschüren zu dieser Art der Prävention an. Ich bin aber der Meinung, dass solche Maßnahmen noch effektiver wären, wenn es einen konsequenten rechtlichen Umgang mit den verschiedenen Drogen gäbe.
Bei Alkohol und Tabak sehe ich das größte Problem darin dass der gesellschaftliche Umgang mit diesen Drogen nicht sehr konsequent ist. Einerseits wird in der Schule vor den negativen Folgen gewarnt, andererseits wird der Konsum im öffentlichen Leben und in den Medien oft als harmloser Freizeitspaß dargestellt. Besonders Alkohol wird in Deutschland gern mit Begriffen wie Genussmittel oder gar Nahrungsmittel verharmlost. Dass dann viele Jugendliche nicht in der Lage sind einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Drogen zu lernen, finde ich nicht verwunderlich. Das ist auch der Grund warum der VfD ein Werbeverbot auch für Alkohol und Tabak fordert.
Ich halte Angst für die schlechteste Methode, wenn es darum geht Menschen von Drogen fern zu halten. Der Konsum von Drogen hat oft etwas mit Realitätsflucht zu tun und Angst ist immer ein guter Grund um zu fliehen. Ich bezweifle auch, dass ein Schulverweis hilft. Dies stellt im Gegenteil einen weiteren sozialen Abstieg dar, der einen eher zu Drogen treibt als weg von ihnen. Ich will zum Schluss aber noch betonen, dass ich Drogen (auch Nikotin) in Schulen für nicht akzeptabel halte. Man sollte aber versuchen Lösungen zu finden, die den Drogen-Missbrauch und nicht die Jugendlichen bekämpfen. Dass zero-tolerance Regelungen mehr schaden als nutzen, kann man in den USA sehen. Dort gibt es wesentlich härtere Strafen für Drogenvergehen als hier. Aber gleichzeitig ist dort der Konsum von Drogen viel weiter verbreitet. |
Hans Wurstsuppe |
Stimmt, in den Vereinen sieht es in der Hinsicht teilweise katastrophal aus, egal ob Pfadfinder, Musik- oder Fussballverein.
Gut, im Gesamtkatalog ist diese Forderung konsequent. Wie heftig man es am Ende diskutiert, sollte eine Umsetzung zumindest in Teilen erwogen werden, steht ja auf einem anderen Blatt.
Kein Einwand hier, zwingt mich völlig zum Umdenken. Danke Jan. ![]() |
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