CLN#177: Medizin, Belgien, Schweiz, Pilze, Bremen |
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Joe Wein |
CannabisLegalNews (Nummer 177, 21.02.2005)
http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm http://www.cannabislegal.de/cln/ (Übersicht!) Ein zweiwöchentlicher Service von cannabislegal.de "Steter Tropfen höhlt den Stein" Kontakt: http://www.cannabislegal.de/kontakt.htm Anmeldung: [email]cannabislegalnews-subscribe Abmeldung: [email]cannabislegalnews-unsubscribe Spenden: http://www.cannabislegal.de/aktionen/spende.htm ================ INHALT 1. Cannabismedizin mit Hindernissen 2. Erneuter Freispruch für Patienten 3. Hanfverband fordert Regelung für Cannabis als Medizin 4. Medizin: Cannabis bei Morbus Crohn 5. Spanien: Cannabis aus der Apotheke 6. Belgien: 3g, eine Cannabispflanze straffrei 7. Die Schweiz legalisiert... 8. Demonstration gegen Pilzverbot 9. Bremen: Gewaltsamer Brechmitteleinsatz wird gestoppt 10. Resolution gegen Brechmitteleinsatz 11. Termine zu Cannabis und Drogenpolitik ================ 1. Cannabismedizin mit Hindernissen http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#1 In München wird Cannabis angebaut, ganz legal, für medizinische Zwecke. Nur an Patienten gelangt es bisher nicht, weil die Bundesregierung an Cannabis als Medizin kein Interesse mehr hat. Darüber berichtete die Südeutsche Zeitung am 14.02.2004. Manfred Sawatzky von der Firma "Südhanf" baut seit vier Jahren mit staatlicher Genehmigung in einem Bunker in der bayerischen Landeshauptstadt Cannabis an. Damit versorgte er die Firmen Merck und Bionorica, um die Entwicklung eines standartisierten Cannabis-Extrakts als Arzneimittel zum Vertrieb in Apotheken zu ermöglichen. Daraus ist nichts geworden:
Im Biotop des Bunkerbauern [Süddeutsche Zeitung, 15.02.2004] http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/769/47722/ Südhanf München - Homepage http://www.suedhanf.de/ Cannabis als Medizin http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/medizin.htm ================ 2. Erneuter Freispruch für Patienten http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#2 Im Mai 2003 sprach ein Gericht in Mannheim einen Patienten frei, der Cannabis medizinisch verwendet hatte (wir berichteten, CLN#112, 30.05.2003 und CLN#121 , 01.08.2003). Die Staatsanwaltschaft legte damals Berufung ein. In einer erneuten Verhandlung wurde nun der Freispruch bestätigt:
Richter erlaubt Anbau von Cannabis [Welt, 20.01.2005] http://www.welt.de/data/2005/01/20/390564.html Cannabis als Medizin im Einzelfall erlaubt [Berliner Morgenpost, 20.01.2005] http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/01/20/aus_aller_welt/729610.html Freispruch: Das Urteil im Wortlaut [CLN#121, 01.08.2003] http://www.cannabislegal.de/cln/cln121.htm#1 Freispruch für medizinischen Cannabiskonsumenten [CLN#112, 30.05.2003] http://www.cannabislegal.de/cln/cln112.htm#2 Cannabis als Medizin http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/medizin.htm ================ 3. Hanfverband fordert Regelung für Cannabis als Medizin http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#3 In einer Pressemitteilung hat der Deutsche Hanf Verband zum jüngsten Urteil zu Cannabis als Medizin Stellung bezogen:
Deutscher Hanf Verband - Homepage http://www.hanfverband.de Cannabis als Medizin http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/medizin.htm ================ 4. Medizin: Cannabis bei Morbus Crohn http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#4 Nachdem Tierversuche Hinweise auf ein therapeutisches Potenzial von Cannabis-Wirkstoffen bei Entzündungen im Darmbereich geliefert hatten, wollen Münchner Wissenschaftler nun den medizinischen Nutzen von Cannabisprodukten bei Morbus Crohn-Patienten erproben. Morbus Crohn ist eine chronische Darmerkrankung.
Mehrere Patienten haben sich mit Cannabis selbst behandelt und damit positive Erfahrungen gewonnen. Im November 2003 gewann ein an Morbus Crohn leidender Patient in Berlin einen Strafprozess, weil er vor Gericht darlegen konnte, dass er keine medizinische Alternative zu Cannabis hat. Das Bundesverfassungsgericht hat eine Klage von Patienten zur Verfassungsmässigkeit des Betäubungsmittelgesetzes nicht zur Entscheidung angenommen, weil der Rechtsweg noch nicht ausgeschöpft war: Die Patienten hatten noch keine Sondergenehmigung zum Besitz von Cannabis bei der dafür zuständigen Bundesbehörde beantragt. Alle daraufhin von Patienten gestellten Anträge wurden von der Behörde jedoch abgelehnt. Das Verwaltungsgericht Köln gab der Behörde recht, ließ aber eine Berufung beim Oberverwaltungsgericht in Münster zu. Im Juni werden es fünf Jahre, dass sich der Petitionsausschuß des Bundestages dafür ausgesprochen hat, Patienten den legalen Zugang zu Cannabis als Arzneimittel zu ermöglichen. Therapeutischer Einsatz von Cannabis bei Patienten mit Morbus Crohn [idw-online.de, 03.02.2004] http://idw-online.de/pages/de/news99374 Crohn-Patienten testen Cannabis in einer Studie [aerztezeitung.de, 07.02.2004] http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/02/07/021a1005.asp?cat=/medizin Cannabinoide im Kampf gegen Darmentzündungen06.05.2004 http://www.innovations-report.de/html/berichte/biowissenschaften_chemie/bericht-28882.html Cannabis als Medizin: Richter, Politiker entscheiden [CLN#162, 25.06.2004] http://www.cannabislegal.de/cln/cln162.htm#2 Berlin: Patient darf straffrei Cannabispflanzen anbauen [CLN#136, 28.11.2003] http://www.cannabislegal.de/cln/cln136.htm#2 Cannabis als Medizin http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/medizin.htm ================ 5. Spanien: Cannabis aus der Apotheke http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#5 In Barcelona, der Hauptstadt der spanischen Provinz Katalonien, wird künftig Cannabis für bestimmte Patienten in Apotheken verfübar sein. Darauf verständigte sich die Regionalregierung mit der Regierung in Madrid. In Kapselform soll es in 60 Apotheken und vier Krankehäusern verfügbar gemacht werden. Das Pilotprojekt ist auf ein Jahr angelegt. Zur Zeit sind die Niederlande das einzige Land in Europa, wo Cannabis legal in Apotheken verfügbar ist (so wie auch in Deutschland bis 1929). In Deutschland sind bisher nur wesentlich teurere synthetische oder halbsysnthetische Cannabinoide in Apotheken erhältlich. Ein relativ hoher Preis war jedoch auch in den Niederlanden ein Problem, wo sich viele Patienten lieber in gedulteten Coffeeshops versorgen, deren Produkte aus illegalem Anbau stammen. Der nichtmedizinische Gebrauch von Cannabis ist von dem Pilotprojekt nicht betroffen. Spanien zählt dort eh zu den liberaleren Ländern in Europa: Der Besitz von Cannabis in der eigenen Wohnung oder der Anbau auf dem eigenen Grundstück ohne Handel wird in Spanien normalerweise nicht verfolgt. Der öffentliche Besitz oder Konsum ist keine Straftat sondern nur als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld belegt. In Barcelona gibts Cannabis in der Apotheke [nachrichten.ch, 02.02.2004] http://www.nachrichten.ch/detail/202582.htm Cannabis als Medizin http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/medizin.htm ================ 6. Belgien: 3g, eine Cannabispflanze straffrei http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#6 Am 1.02. trat in Belgien eine Cannabisreform in Kraft, die jahrelang geplant, immer wieder verschoben und dabei immer mehr verwässert wurde. Die Regelung sieht nun so aus, dass die Polizei bei Cannabisbesitz zum Eigenkonsum keine Anzeige erstattet und das Cannabis nicht beschlagnahmt, wenn es im Besitz eines Erwachsenen ist und es sich nicht um mehr als drei Gramm oder eine einzige Pflanze handelt. Weiterhin verfolgt wird der Besitz jedoch in einer Schule oder in der Nähe davon, in Gefägnissen und Jugendzentren. Der Besitz in der Öffentlichkeit bleibt strafbar, wenn er sichtbar ist. Das Reformgesetz wurde ursprünglich im Mai 2003 verabschiedet. Weil es aber zu vage formuliert war, wurde es im Oktober 2004 von einem Gericht wieder ausser Kraft gesetzt. Kleine Mengen Cannabis für den Privatkonsum in Belgien künftig geduldet [aerzteblatt.de, 03.02.2005] http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=19086 Cannabis in Belgien http://www.cannabislegal.de/international/be.htm ================ 7. Die Schweiz legalisiert... http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#7 Am 1. März ist es soweit: Ein Rauschmittel, das im Jahre 1908 in der Schweiz und später in vielen anderen Ländern verboten wurde, wird wieder legal: Absinth, ein Wermutschnaps mit 55-75% Alkoholgehalt darf dann wieder produziert und verkauft werden. Bisher wurden alljährlich etwa 10.000 Liter davon illegal produziert, vorwiegend im Val-de-Travers im französischsprachigen Teil der Schweiz. Im Juni 2004 hatte der Schweizer Nationalrat am selben Tag, als er sich weigerte, den Regierungsentwurf zur Cannabisreform zu behandeln, die Legalisierung von Absinth beschlossen. Der Widerstand gegen die Cannabisreform war im französischsprachigen Teil der Schweiz am stärksten, also dort, wo man sich für Wermutlegalisierung stark machte. Die Schweizer Cannabisreform hat noch einen weiten Weg vor sich. Bisher hat die Initiative "Pro Jugendschutz gegen Drogenkriminalität", die eine Cannabisreform per Volksentscheid erreichen will, erst etwa 75% der nötigen Unterschriften gesammelt. Erforderlich sind 100.000 gültige Unterschriften. Damit diese erreicht werden, sind wegen des Anteils von ungültigen Unterschriften insgesamt rund 130.000 Unterschriften nötig. Bis zum 04.02.2005 waren 94.635 Unterschriften gesammelt. Absinth wieder legal [Tagesanzeiger (CH), 02.02.2005] http://tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/462805.html Schweiz: Absinth ja, Cannabisreform nein [CLN#161, 18.06.2004] http://www.cannabislegal.de/cln/cln161.htm Cannabis in der Schweiz http://www.cannabislegal.de/international/ch.htm ================ 8. Demonstration gegen Pilzverbot http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#8 Am Mittwoch, 02.02.2005 beriet der Bundesrat eine Änderungsverordung zum Betäubungsmittelgesetz, mit denen Psilopilze endgültig illegalisiert werden sollen. In den Niederlanden ist der Handel mit diesen Pilzen legal. In Deutschland sind sie in freier Natur zu finden. Das Bundesnetzwerk Drogenpolitik der Grünen rief zu einer Demonstration gegen ein Verbot auf. Am 18.02. sollte eine Entscheidung des Bundesrates erfolgen. Leider haben wir das Ergebnis bisher nicht erfahren. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass das Verbot erlassen wird, da es in keiner Landesregierungen Widerspruch gab, auch dort nicht, wo die PDS mitregiert.
Aufruf zur Demo gegen die 19. Änd.Vo zu Psilopilzen am 2.2.05 ab 10 Uhr in Berlin [29.01.2005] http://www.bndrogenpolitik.de/presse/demo-zauberpilze-februar2005 ================ 9. Bremen: Gewaltsamer Brechmitteleinsatz wird gestoppt http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#9 Wie der "Spiegel" am 24.01.2005 berichtete, hat sich die grosse Koalition aus CDU und SPD in Bremen darauf geeinigt, die gewaltsame Vergabe von Brechmitteln an des Handels mit Drogen verdächtigte Personen einzustellen. Die SPD wird einen Misstrauensantrag der Grünen gegen Innensenator Thomas Röwekamp (CDU) nicht unterstützen. Ein Mann aus Sierra Leone war Anfang Januar bei einem gewaltsamen Brechmitteleinsatz ums Leben gekommen. Bremen stoppt Brechmitteleinsatz [Spiegel.de, 24.01.2005] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,338302,00.html Tödliche Drogenpolitik [CLN#176, 15.01.2005] http://www.cannabislegal.de/cln/cln176.htm#4 Verbände fordern "Ende der Brechmittel-Folter" [CLN#176, 15.01.2005] http://www.cannabislegal.de/cln/cln176.htm#5 Drogenpolitik in den Ländern: Bremen http://www.cannabislegal.de/politik/laender.htm#hb ================ 10. Resolution gegen Brechmitteleinsatz http://www.cannabislegal.de/cln/cln177.htm#10 Rund fünfzig Professorinnen und Professoren der Universität Bremen haben eine Resolution gegen den zwangsweisen Brechmitteleinsatz unterzeichnet. Sie verweisen auf Stellungnahmen von Ärzten, Amnesty International und die rechtliche Lage. Zum Todesfall durch Brechmittel-Einsatz [Adobe PDF, 11.01.2005] http://www.cannabislegal.de/dateien/brechmittel-einsatz.pdf ================ 11. Termine zu Cannabis und Drogenpolitik: 01.-03.04.2005 Bern (CH): Cannatrade 07.05.2005 Weltweit: MMM 2005 Sommer 2005 Berlin: Hanfparade Unsere Ankündigungen sowie Links finden Sie bei unseren Terminen: http://www.cannabislegal.de/aktionen/kalender.htm Wissen Sie von Veranstaltungen? Schreiben Sie uns! http://www.cannabislegal.de/kontakt.htm ================ Mit freundlichen Grüßen Joe Wein http://www.cannabislegal.de ================ Kontakt: http://www.cannabislegal.de/kontakt.htm Anmeldung: [email]cannabislegalnews-subscribe Abmeldung: [email]cannabislegalnews-unsubscribe Spenden: http://www.cannabislegal.de/aktionen/spende.htm |
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Rauchen kann die Spermatozoen schädigen und schränkt die Fruchtbarkeit ein. |