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Hanf in Afrika.

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Execration Text
*Schüttel* Soll dieser Fred nicht am Leben bleiben?

*zwinker*

Stereo Typ
Danke Execration Text!
Dieser Fred ist ja echt ma geil!

Erzähl uns noch 'ne Geschichte Fenriz, biddööö!! ^^

Execration Text
*cool*

Michael Dylan
Ein sehr guter Kumpel von mir ist vorgesten von einem 3 Monatigen Rucksacktrip aus Südafrika zurückgekommen. Er fands mal richtig geil, es wurde viel geraucht, jedoch war das Gras nicht von der Qualität von hier. Jedoch ist der Unterschied, dass Afrikanische Kiffer, dann eben 8-12 Tüten am Tag rauchen und somit immer ein leichtes High haben. Er fuhr mit einem Südafrikanischen Bekannten oft mit dem Auto und auch während der Fahrt sah er es als normal an Gras zu rauchen, so wie andere Zigaretten; was auch an den Preisen liegt...umgerechnet ca. 3 € für ein Tütchen)= ca. 5 Gramm. Und wenn die Polizei entgegenkommt: einfach Joint unters Amaturenbrett halten...

Hans Wurstsuppe
So, da der Frederöffner leider k.net- Selbstmord begonnen hat (sorry, aber andere Worte zur Beschreibung seiner letzten Taten fallen mir leider nicht ein), ich diesen Fred aber zu einem der wenigen Freds zähle, die auch für Nicht-Autoren interessant sind, zitiere ich seine erhaltenswerten Beiträge jetzt einfach mal, um sie auch weiterhin lesbar zu halten - auch für den Fall, das selbst wir Autoren bald nichts mehr sehen können.

Durch dieses Zitieren übernehme ich die Verantwortung hierfür, da ich mir aber relativ sicher bin, hier nichts strafrelevantes zu zitieren, tue ich das gern.

Es folgen die Beiträge von Fenriz ([user:14078]) in chronologischer Reihenfolge:

Nur ein lausiger Fred im 'Trad. Konsum'? Schwächlich, meine lieben Leute! Aber gut, muss ich wohl ran:

Lasst mich von Afrika sprechen - bin in Nord-, Süd- und Ostafrika aufgewachsen und werde fürher oder später auch wieder dorthin zurück ziehen (lebe jetzt seid drei Jahren in DE und muss gestehen, dass mich mein Status hier als 'drogensüchtiger Krimineller' langsam auf den Sack geht).

Die meisten Afrikaner die ich 'Zuhause' kenne, rauchen ihr Zor, Ganja, Bangi und Dakka (spricht man 'Daa-Cha' aus) seit Generationen. Gut, es gibt kaum Weed in der Nether-Weed Stärke - auch wenn Durban Poison und Swazi Gold wahrhaftig lecker schmecken, und die meisten Lokalen finden das Europäische Dope 'viel zu stark', dafür ist es billig. Weil es an jedem Eck, gelegentlich auch wild, wächst! Zum Beispiel: in Tansania zahle ich für knapp 50 Gramm 'Charaz' (Hash) ungefähr 3 Euro. Das Grass zu 12 Euro das Kilo. In Durban, Südafrika, ungefähr 20 (ist auch besser, wengleich man Stunden damit verbringen kann, die Samen rauszupuhlen). Gerade in Durban sieht man gelgentlich Polizisten am Strassenrand sitzend und einen dicken 'Blah' rauchend (könnt ihr raten, was ich meine?). Sind da ja auch Zulus. Welcher Zulu raucht kein Ganja? Ich kenne keinen! Probleme gibt es eigentlich nur dann, wenn der weisse Mann mit seinem Alk antanzt. Dann kann es schon mal passieren, dass sich eine ganze Generation Koi / Bushmen auf der Strasse wiederfindet und zur Not - wenn die 'Gurgel trocken ist' - Brennspiritus durch ein Stück Weißbrot drückt und das violete Zeug runterkippt! Also soll man mir nicht damit kommen, das 'die Effekte des Marijuanas noch nicht ausreichend erforscht seien'. Guckt doch einfach runter zu uns nach Afrika, ihr Wissenschaftler! Da findet ihr 'Case Studies' die 1000 Jahre zurückgehen! Wie steht es mit euch? Kommentare und Geschichten aus anderen Ländern und Kulturen sind nicht nur erwünscht - sie sind in einem Prohibitationssaat wie Deutschland sogar lebensnotwendig! *abrock*


Quelle: #1


Gruss Indigo,
Freut mich, das sich jemand für Afrika interessiert. Alssooo:

A) Bongs gibt es, zumindest in den Ost- und Südafrikanischen Staaten, so gut wie überhaupt nicht bzw. sind verpönnt (vielerorts ist das Leitungswasser praktisch braun. Da kann man sich höchstens Typhus holen, nicht aber das Wasser für 'nen Bong). Traditionell wird aus dem 'Chillum' (wird so ausgesprochen und gibt es als Holz- oder Ton Variation an allen Ecken zu kaufen. Sind etwas größer als die Hiesigen und statt einen Filter, werden kleine Kieselsteine benutzt. Die 'Muhindis', also Inder, benutzen auch gerne Kohlestückchen). Ansonsten hassen die Afrikaner (weisse und schwarze) Papers - weis der Deibel warum - und benutzen entweder eine Seite aus dem Telefonbuch oder Zeitungspapier. Wahrlich, nicht gesund aber es geht mehr rein ... auch wird Grass gerne in das lokale Bier gemischt (mein Lieblingsrezept aus Durban, SA: Viel Milch, eine Scheibe Butter, Früchte (Bananen und Papaya), Weissbrotscheiben und das ganze in der Sonne gehren bzw. fermentieren lassen. Nicht jedermans Geschmack, aber MILCH gehört zum Afrikanischen Bier wie der Weizen ins bayrische Weissbier). Mit schmeckts!

B) Geschmack ist eigentlich schwer zu beschreiben. Ausreichend sollte sein, dass es meist Wildwuchs hat, also 100,000 Samen beinhaltet. Generell. Sorten wie Durban Poison, Zimbabwe- und Swasi-Gold oder auch 'Phantom Soldiers' aus der Kilimanjaro Region (Kenia / Tansania) sind weit, weit stärker aber nicht mit dem zu vergleichen, was man in holländischen Coffeeshops bekommt. Mir persönlich ist das Europäische Weed auch manchmal zu 'würzig' und - wenn länger nix mehr geraucht - auch zu stark.

C) Offiziell ist es überall illegal. Aber da ein Großteil der Population wie gesagt seit Generationen raucht, nimmt das wirklich kein Schwein ernst (siehe obengennanten Polizisten). Es werden meist nur Touristen aufgeschnappt und die - wenn sie sich nicht ganz blöde anstellen - kommen nach einen kleinen 'Bakshish' wieder frei (und können ihr Weed auch behalten). Ich bin zweimal in Tansania aufgegriffen worden und habe danach mit den Polizisten schön einen durchgezogen. Bedenke: die Beamten arbeiten für einen Hungerlohn und keiner würde es ihnen anklemmen, wenn sie ein bisschen was an der Seite verdienen. Ausserdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein 'bezahlter' Polizist ein Freund fürs Leben sein kann. Das aber nicht für Touristen sondern Leute, die dort Leben und sich etwas auskennen ...

D) Ich bin ein bisschen vorsichtig mit dem Begriff 'Drogentourist' - fahre hier auch oft nach Heerlen, NL und kaufe dort gerne nach dem Coffeeshop Besuch Tabak (Tabaktourist?), Papers, weil billiger (Papertourist?) und den bekömmlichen Gouda (Käsetourist?). In anderen Worten: Wenn man schon 'Safari' machen will, warum nicht gleich nebenbei etwas Grass kaufen? Tourist bleibt eben Tourist wenn man sich nicht im Heimatland befindet. Einkaufen ist kein Problem - die meisten Leute haben Massenweise Zuhause und verdienen sich so ein Zubrot. Man sollte nur die Großstadtzentren meiden, denn da sind es - wie gesagt - entweder Polizisten, die versuchen Touristen zu ködern (siehe C) oder üble Dealer, die einen sitzenlassen oder sonst übers Ohr hauen.

Solltest du mal Interesse an einen Afrika Besuch haben, kann ich dir gerne Details zukommen lassen. Cheers *grins*


Quelle: #3


Griaß Di, Kingston-Yard,
Nah, vor dem spitzen Näschen brauchst du keine Angst zu haben ... hehehe ... aber ernsthaft:
Zum Thema Sprachen - das kommt natürlich ganz darauf an, WO du hingehen willst. Beispielsweise, in Ostafrika (zwischen Tansania, Rwanda und Uganda) kommst du mit Suaheli überall zurecht. Ist eine Mischmasch Sprache aus verschiedenen afrikanischen Dialekten, Englisch, Arabisch und einer Menge anderen. Wurde von den Arabern auf Sansibar erfunden, praktisch als 'Lingua Franka' des Sklavenhandels, die heute fast überall in Ostafrika offizielle Landessprache ist - zudem sehr einfach gestrickt bzw. einfach zum lernen. Im Süden wird es schon schwieriger: da gibt es inzwischen 16 offizielle Sprachen in der Republik Südafrika alleine. Beispiel: Xhosa ist für einen Europäer fast unmöglich (perfekt) zu lernen, Afrikaans ähnelt dem Holländischen und Zulu ist relativ leicht zu lernen, wird aber ausserhalb von Kwa-Zulu Natal kaum gesprochen. Im Prinzip würde ich dir aber empfehlen, Englisch zu lernen (falls notwendig), da dies in den meisten Ländern die 'Business Language' ist und man damit auch überall durchkommt. Für lokale Dialekte hast du unten immer noch Zeit (ist auch einfacher zu lernen, wenn man es täglich gebraucht). Aber wie gesagt: Suaheli ist einfach und wird viel gebraucht. Guck vielleicht mal in eine Bibliothek, da finden sich bestimmt Lehrbücher (Suaheli ließt sich fast so, wie man es spricht = einfach).

Zum Thema Entwicklungshilfe - ist eine komplexe Sache. Ich kenne eine Menge Afrikaner, die EWH inzwischen ablehnen, weil man der Meinung ist, dass es langsam an der Zeit wird, SELBST was auf die Beine zu stellen - sieht man sich (persönlich) in Afrika um, merkt man erst was Missionare, Entwicklungshelfer und Spendengelder alles für Unheil anrichten können. Nicht weil es 'böse' Menschen sind, sondern weil sie es meist einfach nicht besser wissen. Aber das nur pauschal gesprochen. Das ist besonders schlimm, wenn man merkt das Entwicklungsgelder eh nur in die Taschen der fetten Minister fließen (dagegen sind die meisten Europäischen Diktatoren die reinsten Waisenknaben). Man möchte Shakespeare erwähnen: "Wenn der Teufel dich dazu verführt, Gutes zu tun". Ich weis nicht ob ich mich klar mache aber man sollte sich mit Kultur, Mentalität und Leuten WIRKLICH ausseinandersetzen um zu verstehen, WAS die Leute WIRKLICH brauchen. Guter Wille reicht oft nicht aus. Ich würde dir empfehlen, das ganze langsam anzugehen, vielleicht mal auf Urlaub / Safari runterzufliegen (fliegen ist cool - es gibt nichts schöneres!) und dir alles in Ruhe anzugucken. Dann vielleicht über das auswärtige Amt oder den Botschaften zu arbeiten - man lernt dort eigentlich am meisten über lokale Gegebenheiten. Auf jeden Fall: so was will wohlüberlegt und geplant sein ...

Ich kann dir gerne noch mehr Infos zukommen lassen - vielleicht reden wir mal über Chat, da kann ich dir meine e-mail geben. Kann es sein, dass du aus der bayrischen Gegend bist? Komme selbst ursprünglich aus der Gegend um München.

Hoffe ich konnte dir bis dahin weiter helfen,
Cheers ... *grins*


Quelle: #6


Hmm, Oderwitz - irgendwas mit Mühlen oder verwechsel ich was ...
Nimm mal das Thema Missionare: ich musste oft genug erleben, wie ganze Kommunen sich von Pfaffen haben bequatschen lassen (oder der Häuptling / Älteste / was auch immer wurde 'ausgezahlt), und plötzlich sind 1,000 Jahre eigener Kultur im Arsch. Plötzlich fressen die Leute den Pfaffen aus der Hand und meinen, ihre Vorfahren schmorren in der Hölle, weil sie nicht an eine Leiche an einem Holzkreuz geglaubt haben. Die Geschichte von dem Hirten und den Schafen - und was geschieht meist mit blökenden Herden? Sie werden geschorren ... Und das nur vereinfacht ausgesprochen.
Oder Entwicklunghelfer, die mit high tech computern im Buschdorf aufkreuzen, die Kultur überhaupt nicht kennen aber reden: "So, WIR machen es richtig und IHR macht was falsch." Das finde ich eine gefährlichere Form des Rassismus, weil sie unterbewußt geschieht. Was rauskommt, sind oft Abziehbildern von Europäern, die mit der eigenen Kultur nicht mehr klarkommen. Das alles hat aber nix mit Hautfarbe zu tun - Farben sind nie schlecht oder gut, es sind immer die Menschen ...
Ich persönlich würde nie einen Pfennig Spendengeld zahlen, da ich weis, in wessen Tasche es fließt (und in welche nicht). Glaub's mir: die, was das Geld am Nötigsten gebrauchen, sehen davon keinen Pfennig.
Aber du hast schon recht: erstmal das Studium, dann umgucken und dann hast du was konkretes, mit dem du arbeiten kannst. Und du hast auch recht, wenn du sagst, das es irgendwo jemand gibt, der deine Hilfe braucht. Wahrscheinlich sogar in deiner eigenen Nachbarschaft und Umgebung ...

Alles komplexe Sachen, über die man für Jahre diskutieren könnte ... trotzdem: bei weiteren Fragen meld ich einfach,

Cheers, *zwinker*


Quelle: #9


Interessante Sache: im Prinzip ist English weiter verbreitet als Französisch (welches mehr im Westen und Norden gesprochen wird) ABER während die ehemaligen Englischen Kolonien das sog. Pidjin- / Bush-English sprechen, dass mit dem Schul-Englisch fast nix mehr gemeinsam hat, spricht man in Ländern wie der Elfenbeinküste und ZAF wirklich ASTREINES Französisch. Hat (meiner Meinung) nach mit den Methoden der Kolonialmächten damals zu tun - die Franzosen haben darauf bestanden, dass gutes Französisch gesprochen wird - den Engländer war es wie immer relativ egal.

Mit dem Anpassen ist es so eine Sache: ich habe - besonderst im Osten, in Tanzania und Kenya - extrem Gastfreundliche Leute kennengelernt. Den meisten ist die Hautfarbe relativ egal, es gibt allerdings auch Leute, die Weisse auf den Tod nicht ausstehen können. Merkt man normal ziemlich schnell ... allerdings wird von Gästen erwartet, dass sie zu gegebener Zeit auch wieder nach Hause gehen. Was nur logisch ist, irgendwann wollen die Leute natürlich auch unter sich sein und ihre Ruhe haben.

Meiner Erfahrung nach ist der beste weg sich anzupassen der, dass man so bleibt wie man ist. Ich habe in Tanzania schon Deutsche kennengelernt, die sich krampfhaft anpassen wollten (zb. Kleidung und Sprache nachäffen) - diese Leute sind den Lokalen allerdings (und zu Recht) suspekt.

Mehr fällt mir im Moment nicht ein - ist noch verdammt früh (gähn),

Cheers, *gähn*


Quelle: #12


Jo, lekker mi Bro' ...

(Auch schon ein paar Tage her, dass ich zum Eigenen-Fred-lesen gekommen bin).

Gut, Jo'Burg ist eine Welt weit von Durban an der Ostküste weg (was wieder eine ganz andere Welt als bsp. Kapstadt ist). Aber zu Kapstadt fällt mir gerade auch eine schöne Geschichte ein:

Kapstadt ist Afrikas Antwort auf Amsterdam. Herrliches Klima (wenn auch gelegentlich recht frisch), hat vielleicht eine der 10 (mir bekannten) schönsten Landschaften der Welt. Population fast durchgehend 'Colored' (oder farbig - in der Capetown Bahn habe ich mir das Hobby angeeignet, zu versuchen, die 'Einflüsse' der Mitfahrer zu erraten - Weiss, Schwarz, Inder, Malayen, Bushman, etc.).

Und wir sollten die Coffeeshops von Kapstadt nicht vergessen.

Jawohl. Coffeeshops. Gut, nicht öffentlich angepriesen wie in A'Dam aber jeder des sich je in eine 'Jugendherberge' oder eine Louge eingemietet hat, wird sie kennen.

Ich kann mich um's verrecken nicht mehr an den Namen meiner ersten Unterkunft erinnern (fällt mir schon wieder ein - wird nachgetragen) aber ich erinnere mich sehr klar an ein altes, riesiges Haus im typisch Viktorianischen-Captonian Baustil, von rastagelockten, jugendlichen Hippies betrieben, die uns - nach einbuchen - sofort auf den Hauseigenen Coffeeshop (offensichtlich nach Amsterdamer Modell eingerichtet) aufmerksam gemacht haben. Auch an der Bar war stehts ein großer Vorrat an feinem Swazi Gold und professionell gezogenen Durban Poison zur Hand. Und das beste: da das Grass in SA sowieso so gut wie gratis ist, wurde das Zeug nicht aus kommerziellen Gründen in der Louge angeboten, sondern war vorrätig, weil praktisch jeder raucht und ... na ja. Also Lichtjahre von den Touristenfallen in A'Dam entfernt.

Auf der Strasse sieht es ähnlich aus: praktisch jeder hat seinen eigenen 'Stash' in der Tasche und feilgeboten wird das Gras praktisch an jeder Strassenecke. Gut, dort bekommt man wirklich nur das Samen-verseuchte Lokalgrass aber wenn man mit dem Zeug aufgewachsen ist, findet man doch die eine oder andere Qualität.

Ausserdem: wenn ihr euch je in Kapstadt wiederfindet, vergesst nicht, einen Abstecher nach Fischhoek zu machen (knappe halbe Stunde mit der Bahn). Herrliches Fischerdörfchen mit dem besten Meeresfrüchten und Fischgerichten an der Westküste. Wenn ihr zweiter Klasse fahrt, könnt ihr unterwegs noch einen fetten 'Blaah' rauchen - wird keinen Menschen stören. Und macht einen Wein-Trip nach Stellenbosch oder irgendeiner anderen Weinerei - göttliche Tropfen!!!

So, und wenn mich mal wieder der Hafer sticht, werde ich entweder vom Haschischgenuss in Libyen oder Rauchgewohnheiten und Opiumhöhlen in Daressalam erzählen ... mal gucken ...


Quelle: #14


Ist ja gut, ist ja gut … also, noch mal ein kleiner Schwank aus Tansania. Muss dazu sagen, dass ich die Geschichte vor ein paar Jahren in einem Magazin erschienen ist (möglich, dass sie dem einen oder anderen Metalhead bekannt ist):

Es geht um das Thema: was tun, wenn man in Tansania wirklich mal von der Polizei wegen es Hanfes hochgenommen wird? Möglichkeit A ist: man stellt sich blöd an und wird in ein Loch gesteckt, aus dem kein Weißer mehr rauskommt (auf jeden Fall nicht gesund). Option A heißt immer ‚lebenslänglich’ – also ein bis zwei Jahre. Ich habe mich damals für Option B entschieden:

Wir waren in Daressalam – genauer, der Samora Avenue im Herzen der Stadt – unterwegs. Ich und mein polnischer Kumpel Mike. Unser Begehr war es, für eine Party soviel Charaz (sprich: Haschisch) wie möglich zu organisieren. Hash wird eigentlich ausschließlich an Weiße und Inder verkauft – die meisten Schwarzen können dem ‚Chocolate’ (wie einige es dort nennen) nicht viel abgewinnen. „It makes you see things“, hört man öfters. Ich tippe dass es sich bei den ‚Things’ um wütende Ahnengeister und Polizisten handelt.

Grass in Dar zu organisieren ist das einfachste der Welt – aber Haschisch, da wird die Sache schon ein bisschen schwieriger. Da muss man sich schon in die Touristenviertel wagen – besagte Samora Avenue. Wie üblich bei solchen Aktionen, ziemt es sich, dass der Fahrer im Auto wartet und sich der Andere (in diesem Falle Ich) sich auf die Suche macht. Wenige Minuten später habe ich den ersten Verkäufer im Rücken, schildere ihm meinen Wunsch und werde schnell handelseinig. Wir begeben uns in eine schattige Seitenstrasse, wo ich ihm 2000 Shillingi aushändige (ungefähr 3 Euro) und er mir eine Zigarettenschachtel mit dem schwarzen Klumpen überreicht. Eine großzügige Menge. Hoppala, ein bisschen zu großzügig … aber in dem Moment hatte ich schon drei weitere Kollegen um mich. ‚Was geht hier ab’, fragen diese Burschen – als ob es nicht offensichtlich wäre. Aus den Augenwinkeln sehe ich noch einen weißen Peugeot davonbrausen. Treuloser Pole! Also ist die Situation klar: ich war blöd genug von einem zivilen Polizisten zu ‚kaufen’.

‚Wer und woher ich komme’, möchten die Polizisten wissen. ‚Ein Tourist aus … Norwegen bin ich’, gebe ich bereitwillig zur Auskunft. Der Häuptling der Truppe überlegt einen Moment und meint dann ihm väterlichen Ton: „Gut, wenn wir dich jetzt zur Wache bringen, ist es um dich geschehen. Aber, wir wollen dir keinen Ärger machen. Wir können die Sache auch auf eine andere Weise lösen“. Aha, daher weht der Wind. Ein kleines Bakshish also. „Wie viel“, frage ich. „20,000 Schilling“, kommt prompt die Antwort. „Kein Problem“, meine ich. „Aber ich habe die Kohle natürlich nicht bei mir. Wohne bei einem Freund, der sich meine Freiheit einiges kosten lassen wird“. Die Polizisten (jetzt waren es nur noch zwei. Der dritte hat sich wieder auf die Suche nach neuen Opfern gemacht) winken ein Taxi herbei und machen es sich hinten bequem. Ich darf vorne einsteigen, um dem Fahrer den Weg zu beschreiben. „Raus nach Mikucheni“, sage ich dem Fahrer, denn dort – etwa eine viertel Stunde außerhalb des Stadtkerns – wohnt mein lieber Freund Mike. Wir fahren ein paar Minuten, da ‚fällt mir ein’ – „ich weis gar nicht, ob mein Freund so viel Geld bei sich hat. Halten wir doch an einer ‚Dukka’ (einer Art Kiosk / Buschbar) an, da kann ich ihn schnell anrufen und Bescheid geben. Außerdem plagt mich der Durst. Ein paar Bier wären jetzt nicht schlecht, Bwana Polisi“. Gesagt, getan. Während die Polizisten mich aus dem Taxi aus beobachten, rufe ich schnell Mike an, werfe ihm ein paar Verwünschungen an den Kopf und schildere ihm meinen Plan. Dann kaufe ich noch schnell ein paar Flaschen ‚Safari Lager’ und eine Schachtel Zigaretten und kehre zum Taxi zurück.

„Es geht alles in Ordnung“, erkläre ich den Polizisten. „Mein Freund hat das Geld“. Ich schildere dem Taxifahrer den Weg und weiter geht es in holpriger Fahrt. Jetzt ist Psychologie gefragt. Ich gucke, ob der Kassettenspieler im Taxi zu gebrauchen ist. Ja, ist er. „Stört es, wenn ich ein wenig Musik anmache“, frage ich in die Runde. Nein. Tansanianer sind ein musikliebendes Völkchen – aber nicht gegen die geballte Wucht von Pantera, Cradle of Filth und Burzum gefeit. Aber, bevor sie protestieren können, ist der Regler gen rechts gedreht und zugleich halte ich fleißig Konversation mit meinen ‚Wächtern’. Rede allerlei Nonsens, artikuliere mich mit Händen und Füssen, werfe gelegentlich Wörter ein, die wie richtige Wörter klingen, es aber nicht sind. Psychologische Kriegsführung. Den eines ist nun wichtig: dafür sorgen, dass die Kollegen keinen einzigen klaren Gedanken fassen können. Und schon sind wir angekommen. Mike wartet bereits am Gartenzaun und winkt mit einer hand voll tansanianischer Währung. Ich steige aus – die Polizisten warten wieder im Auto und schreien den Taxifahrer an, er möge den infernalischen Lärm ausmachen. Ich erkundige Mike, ob alles bereit ist. Ja, ist es. 20,000 Schilling und … „10,000 reichen“, meine ich. Ich nehme die Kohle und gehe zum Auto zurück, wo die Polizisten schon reichlich nervös warten. „Alles in Butter’, versichere ich ihnen und strecke ihnen das Geld entgegen. Gierig werden die Scheine entgegen genommen – und da spüren die Polizisten auch schon das Blitzlicht auf sie hernieder regnen. Oh nein, Freunde, einen Fenriz streicht IHR euch nicht aufs Brot! Die Polizisten blicken mit großen Augen zum Zaun – wo Mike jetzt - breit grinsend - nicht mehr mit Scheinen, sondern einer Kamera wedelt. Neben ihm grinst sein Askari (sprich: Wächter), sein Gewehr im Anschlag.

Und abermals ist Psychologie gefragt: einerseits möchte man die ‚Freunde & Helfer’ nicht verunsichern – andererseits muss man ihnen jetzt klarmachen: „ich habe euch im Sack“. „Passt auf, Freunde“, sage ich. „Ihr habt mich gehabt und jetzt habe ich euch. Aber mir liegt auch nix an Problemen. Die Kohle könnt ihr behalten – hey, ihr macht eine Superjob und ich weis, was ihr als Beamte verdient. Eine echte Schande“. Das stimmt die Beamten, denen inzwischen schon die Schweißperlen auf der Stirn stehen, schon etwas ruhiger. „Ich meine es gut mit euch“, beschwichtige ich sie weiter. „Ich will nur das, was ich von euch gekauft habe“. Jetzt zeigt sich ein Grinsen auf den Zügen der Polizisten. Der ‚Msungu’ („Weißer“) hat sie aufs Kreuz gelegt. Sie wissen, wie der Hase läuft, aber bedrohlich ist die Situation nicht. Ich winke Mike heran (im Wissen, dass der Askari noch immer mit seiner Wumme hinter dem Zaun wartet) und sage ihm, „gib diesen guten Leuten noch mal 5,000 Schillinge und auch die Filmrolle“.

Das Ende vom Lied? Nun, wir haben den größten Teil der Ware behalten, haben mit den Polizisten noch einen anständigen Joint geraucht und sind dann zu viert zur nächsten Strandbar, um ein paar Bierchen zu trinken (und natürlich noch einen weiteren Joint zu rauchen). Es wären auch die ersten tansanianischen Polizisten gewesen, die dem Hanf nicht zugeneigt wären. Oh, unseren ‚Shit’ haben wir von da an eigentlich nur noch von besagten Beamten gekauft, die uns auch so einige nützliche Tipps und interessante Anekdoten geliefert haben.

Die Moral von der G’schicht: ein geschmierter afrikanischer Beamte ist ein Freund fürs Leben – und wer außer einem hirnkranken Advokaten könnte es ihnen verübeln?


Quelle: #25


Heikel kann man so eine Situation eigentlich nicht nennen. Heikel ist, wenn einem die Bullizei einem im Zug belästigt und dass schlimmste - ausser der unschönen Belästigungen - was passieren kann ist, dass sie einem was aus der Tasche nehmen.

In Dar war ich eigentlich damit beschäftigt, mir zu überlegen, wie ich die Jungs aufs Kreuz legen kann. Einerseits hat man im Hinterkopf, dass die Jungs ja nur Kohle wollen - mit gut Recht! Ein 'Msungu' im Knast bringt ihnen keinen Cent. Ausserdem besteht die potentielle Möglichkeit, dass dich die Botschaft aus dem Loch wieder rausholt - und falls du ein 'Botschafter-Kind' bist - und dir (das heißt den besagten Polizisten) das Leben zur Hölle macht. Möglichkeit C ist: sie könnten dich auch an einem Platz im schönen, weiten grünen ablegen, wo dich irgendwann mal die Archäologen finden. Aber das Grundprinzip bleibt die Kohle. (PS: Hat man die zufällig nicht - siehe viele, viele pleitegegangene Touristen - nehmen es die Polisi doch sehr 'persönlich' ... Ausländer haben nun mal aus Geld gemacht zu sein ... )

Wie schon angedeutet - in solchen Situationen, da lobe ich mir die Korruption (und zum Teufel mit Bürokraten, die einem das Leben verpfuschen können, weil sie an die Beamtenrente denken und nach DPE-Paragraphen-0815-Strich-Arschloch handeln ... nur so ein Gedanke am Rande ...).


Quelle: #30


"ist dir der freiere Umgang mit Cannabis so wichtig , daß du gleich die deutsche Gesellschaftsordung komplett in Frage stellst"


Okay, ich bin schon wieder einmal über meinen eigenen Fred gestolpert ... möchte zunächst noch ein paar Sachen klarstellen: Cyan, ich glaube, du verstehst da was falsch. Der freie Umgang mit Cannabis ist mir nicht so wichtig - es ist eher eine Kleinigkeit. Einen Joint, denn ich zu den richtigen Zeiten rauche, alleine oder mit Freunden. Das aus so einer Kleinigkeit ein kriminelles Delikt gemacht wird. dass potentiell Existenzen vernichtet / vernichten kann, lässt mich an dieser 'Gesellschaftsordnung' zweifeln. Wenn so etwas lächerliches wie 'mich einen Joint rauchend' zu etwas grossem aufgebauscht wird, dann passt etwas nicht in dieser 'Ordnung'.

Und ...

"bist du allgemein ein "Anarchist" nach dem Motto : "die Menschen regeln ihr Leben schon selber ""


Man kann sich auch fragen, warum dieses Schubladendenken hierzulande so wichtig ist. Anarchist, Kommunist, Fetischist, was soll der Unsinn? Gut für eine Herde, aber ... verdammt, ob ich mir eine Zigarette anzünde, oder einen Joint oder eine Bierflasche ausknalle, dass möchte ich dann schon selbst regeln. Da brauche ich die Hilfe der Behörden nicht. Dankeschön!

und ...

Da gibt es auch zahlreiche abgelegene Dörfer , wo die "allgemeine Gesellschaftsordung" noch nicht so hingedrungen ist. Funktioniert dort auch. Aber im "großen Rahmen" schafft es doch wohl eher Probleme.


Hat mit Größe und Entlegenheit nicht viel zu tun ... Tansania ist verdammt groß, Deutschland passt so gerade mal in den Viktoriasee. Vielleicht weil ich da aufgewachsen bin, aber mir erscheint es logischer und zugleich humaner, wenn sich der Polizist, der die Kohle braucht sich von einem Typen, der sein Grass will, auszahlen läßt und dann mit ihm am Strand ein Bier trinkt, als wenn ein ominöser Beamte, der den Rechtsamwaltduden auswendig kennt, jemanden den er NICHT kennt, zu Strafen verdonnert ... Da schenke ich jedem den Paragraphen DPE-Paragraphen-0815-Strich-Arschloch ...*lol*

Bis dahin, überlege mir gerade, welchen kleinen 'Schwank' aus Afrikazeiten ich demnächst poste .´... entscheide mich noch über 'Hanf in Lesotho' oder eine kleine Geschichte aus dem schönen Durban ---

*abrock*


Quelle: #36



*Grins* Jetzt grabe ich schon meine eigenen Fred aus ... aber gut:

Ist es demnach in Tansania nicht verboten ?


Natürlich ist Grass in Tansania verboten. Wie, meines Wissens, in jedem anderen Afrikanischen Staat. Wieder de sbesseren Wissens der Leute und Politiker. Natürlich raucht jeder Zweite auf der Strasse ... weil es nunmal zur Kultur gehört. Es würde natürlich keinem Polizisten, der wahrscheinlich selbst sein Chillium und eine ordentliche Portion Grass in der Jackentasche trägt, je einfallen, irgendjemanden auf der Strasse festzunehmen, nur weil der gerade eine Pfeife oder einen Joint raucht ... aber mit ausländischen (sprich: weissen Touristen) sieht das anders aus. Da ruft halt die Kohle (aber, so what ... glaubt jemand, die lokalen deutschen Polizisten nehmen irgendjemanden wegen Grass fest, weil sie um 'die Sicherheit der Bevölkerung' besorgt sind, fest? Ist es nicht eher der Lockruf vom Bussgeld und der Befehl, den 'Status Quo' aufrecht zu erhalten ...?)

Und wie sieht es dort aus , wenn man den Polizisten nicht bestechen möchte ?
Was passiert dann ?


Tja, das 'Nicht-Gestechen-eines-Polizisten'-möchten, heisst automtisch Knast. Schaltet sich die Botschaft nicht ein, kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis der Fall vor Gericht kommt ... aber keine Sorge: so lange hat es noch kein Euopäer in einem tansanianischen Knast ausgehalten.

Es gibt in Ostafrika ein Sprchwort: Lebenslänglich Knast bedeutet Knast bis zum Ende deines Lebens. Das ist natürlich lachhaft ... Kebenslänglich Knast in Tansania bedeutet höchstens zwei-drei Jahre ...


Quelle: #43

Stereo Typ
danke, Hans Wurstsuppe, um die posts wärs echt schade gewesen
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