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[user:14078] |
Günne |
Die meisten Alkoholkranken "funktionieren" jahre- bzw. jahrzehntelang, ohne in der Öffentlichkeit weiter aufzufallen. Sie gehen einer geregelten Arbeit nach, haben eine (nach aussen hin) intakte, glückliche Familie und sind auch sonst fest in der Gesellschaft integriert. Ein Grund hierfür ist eben die gesellschaftliche Anerkennung der Droge Alkohol im Alltag, ein weiterer das bewusste Wegsehen der Gesellschaft, wenn es denn mal auffalllen sollte (der xy ist ja bei jedem Fest besoffen, aber das ist halt seine Art..). Im Gegenteil, Alkoholiker, die "funktionieren", haben sehr oft einen strikt geregelten Tagesablauf, der sich einzig und allein nach der Droge richtet. Beispiel: pünktlich um halb sechs Feierabend machen, weil der Körper (und der Geist) daran gewöhnt ist, dass es spätestens um viertel vor sechs an der Bahnhofskneipe (oder der Tankstelle oder ..) Nachschub gibt. Bei unerwarteten Überstunden muss der Kollege eben mal für ne halbe Stunde weg und kommt dann wieder.. Das gundlegende "Problem" an diesem Funktionieren liegt in der Droge begründet, die eine permanente Dosissteigerung verlangt und damit irgendwann ein "Funktionieren" schlichtweg aus rein körperlichen Gründen nicht mehr zulässt; meist nach vorheriger Zerstörung sozialer Beziehungen wie Freundeskreis und/oder Familie. Bis dahin kann sich der Weg allerdings über mehrere Jahrzehnte ziehen; die Fassade (und das "Funktionieren") wird solange wie möglich aufrecht erhalten. (Funktionierende) Alkoholiker gibt es übrigens ebenfalls in allen Bevölkerungs-, Bildungs- und sozialen Schichten, diejenigen, die auffallen, sind die berühmte Spitze des Eisbergs. Sorry für Offtopic. |
Dr.Pepper |
guter kommentar |
Zwürfel - Rated R |
Findest du?
Wo ist mein antifaschistischer Schutzwall? Ich denke, dass wir die Klassen und das Klassendenken mittlerweile überwunden haben. Heutzutage spricht man von Schichten, wobei Schichten schwammiger sind als Klassen und der Übergang von einer Schicht in die andere möglich ist und verschiedene Schichten auch Schnittmengen bilden, während Klassen klar definierte Grenzen haben und keine Schnittmengen besitzen...
Wer bedient jetzt Klischees? Wenn man sich mal ein wenig umsieht, auch gerne in Internetforen, dann kann man schon davon ausgehen, dass bei einigen auch Cannabis für eine Vernebelung des Gehirns sorgt, während Alkohol auch durchaus belebend/befreiend wirken kann. Wie wär's z.B. mit Absinth? Cannabiskonsum zieht sich durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten, ebenso der Alkoholkonsum. Es gibt immer welche, die ihren Konsum nicht kontrollieren können, die abstürzen, genau wie es diejenigen gibt, die mit ihrem Konsum umgehen können. Dieser Schwarz-Weiß-Gedanke, den du da aufgestellt hast, ist sicherlich nicht diskussionswürdig... |
Melonenmann |
lass dir was vom soziologen sagen: schichten sind mittlerweile auch wieder vorbei, heute sinds die millieus
trotzdem kann ich das argument nicht nachvollziehen. es gibt ohne frage genug "arbeiter", wie du sie nennst, die kiffen. da würde ich nicht trennen... trotzdem hast du recht, wenn du meinst, das alkohol die droge der unterschicht ist. ist halt verbreiteter als cannabis.
stimmt, auf die art und weise des konsums kommt es an! |
Zwürfel - Rated R |
Achja, ich erinnere dunkel das letzte Schuljahr...da waren es auch schon Millieus. Diese sind ja noch verwobener miteinander als Schichten... Word |
[user:14078] |
Günne |
Mir ist da gerade beim Durchlesen noch eine Ungereimtheit aufgefallen. Wir (bzw. ich) verwursten hier irgendwie Abhängige (also Suchtkranke) und Konsumenten ohne Suchtproblematik.
Der Anteil suchtkranker Alkoholkonsumenten an allen Alkoholkonsumenten - also diejenigen, die ein (Sucht-) Problemverhalten im Umgang mit Alkohol zeigen - liegt bei etwa 2 - 5 %, die restlichen 95 % konsumieren Alkohol als relativ harmloses Genussmittel ohne jemals eine Abhängigkeit zu entwickeln (auch wenn viele mehr konsumieren, als gesund wäre, aber das steht hier nicht zur Debatte). Mein Beitrag bezog sich auf diese 2 - 5 %, von denen sehr viele eben sehr lange "funktionieren". Ich weiss nicht, wie hoch der Prozentsatz Abhängiger bei Cannabiskonsumenten ist, ich schätze ihn aber in der gleichen Größenordnung ein. Insbesondere die Abgrenzung zwischen "normalem" Konsum und Abhängigkeit dürfte hier nicht leicht sein, wird doch von vielen schon einmaliger Konsum als "Drogensucht" bezeichnet. Ob jetzt Alkohol- oder Cannabis-Süchtige eher auffallen oder besser in der Gesellschaft "funktionieren" (und vor allem in welchen Milieus(?)) vermag ich nicht zu beurteilen. |
greenwalker |
servus zusammen!
muss mich auch mal einklinken hier. mittlerweile habe ich viele menschen kennen gelernt die kiffen, trotzdem bin ich des öfteren noch erstaunt, wenn ich jemanden kennenlerne, von dem ich es bestimmt nicht erwartet hätte. wenn wir nicht mehr von klassen oder schichten sprechen, dann aufgrund der gesellschaftlichen stellung der person.
der konsum kann sich unter umständen ganz schnell verändern, z.B.seelische probleme, falsche freunde, irgendeinen einstellungs- oder lebenswandel,... das heißt allerdings nicht, daß der konsum auch so bleiben muss. in dem buch 'unser gutes kraut', das durch eine umfrage zustande kam, wird berichtet, daß der konsum bei den meisten leuten wellenartig verläuft. soweit ich weiß, schlüsseln psychologen so etwas noch weiter auf und machen unterschiede zw. sucht, abhängigkeit, problem,... es gibt ja auch den gewohnheitstrinker (der einfach jeden abend seine 2 bier trinkt) oder der quartalssäufer (der sich alle 2 wochen halt mal komplett abschießt und dann zu hause seine frau verdrischt o.s.ä.) ich denke das problem liegt darin, daß für die meisten menschen gilt: marihuana = ganz,ganz böse droge ----> mariuhana rauchen = drogenabhängig! bei alkohol liegt die toleranz für eine abhängigkeit viel höher, darin zeigt sich auch wieder einmal die generelle akzeptanz für alkohol. genau dieses denken wird den deutschen aber auch seit langer zeit eingeprügelt. wenn ich zurückdenke an meine schulzeit, ich glaube ich hatte zwischen der 3. und der 13. klasse insgesamt 3 mal drogenaufklärung (mit polizisten und infozetteln und schaukasten und allem pipapo)!!!!! meine eltern können bis heute noch nicht akzeptieren, daß ich kiffer bin und nichts kann sie davon abbringen, ich hatte sogar vorgeschlagen, zusammen zur drogenberatung zu gehen. aber sie haben ihre einstellung dazu, aus irgendwelchen fernsehsendungen, fragwürdigen infoblättern der polizei oder irgendwelcher organisationen. genauso wie die meisten anderen deutschen!!! und das alles obwohl hanf einmal die am häufigsten angebaute nutzpflanze europas war. wer sich mal informieren will, wie's zu diesem wandel kam und wer den ausgelöst hat ----------------->look here greetz greenwalker |
Günne |
Bei Alkoholismus wird feiner differenziert, das ist insoweit richtig, als dass es verschiedene Ausprägungs- und Verlaufsformen gibt. Auch gibt es - und nicht nur auf Alkohol beschränkt - verschiedene Definitionen der Abhängigkeit. Die WHO-Standards legen z.B. andere Maßstäbe und Kriterien an als andere Organisationen oder Institutionen, es werden nicht nur Konsummengen und -häufigkeiten, sondern auch viele andere Faktoren herangezogen, um zu beurteilen, ob jemand "süchtig" bzw. "abhängig" ist.
Je nach Beurteilendem (und den Standards oder Kriterien, denen er sich bei der Beurteilung unterwirft) sind manchmal (oft) die Grenzen zwischen Gewohnheit und Sucht nicht klar abzugrenzen. Bei Alkoholismus kommen eben - wie Du sagst - erschwerend noch die unterschiedlichen Erscheinungsformen dazu (es gibt meines Wissens vier, eine davon ist der sog. Spiegeltrinker, der ständig einen gewissen Pegel hält; ein anderes Extrem der Quartalstrinker, der monatelang abstinent leben kann und dann für Tage oder Wochen in einen unheimlichen Rauschzustand abtaucht - um danach wieder Monate abstinent zu leben).
Kleiner Einspruch: Eine bestehende Abhängigkeit wird in aller Regel so lange es geht totgeschwiegen, vertuscht, vor und von Freunden, Familienangehörigen und auch Vorgesetzten und Kollegen gedeckt und kleingeredet. Wenn die Tatsache einer Alkoholkrankheit nicht mehr zu übersehen ist oder sogar vom Betroffenen offen zugegeben wird*, droht sehr schnell der Verlust der gesellschaftlichen Akzeptanz. Dann ist der "Alki" nur noch ein schwacher Mensch, der mit seinen Problemen nicht auf konventionelle Weise fertig wird, ein armer Gestrauchelter. Solange dieser "Alki" jedoch im Sinne der Gesellschaft funktioniert, seinen Job tut und seine Frau nicht allzuoft verhaut, solange er seine Krankheit verbergen kann und solange er es schafft, seinen (Sucht-) Lebensablauf unauffällig genug zu organisieren, solange wird er von der Gesellschaft akzeptiert. * Ein weiteres sehr großes Problem bei Alkoholismus ist die Selbstakzeptanz der Erkrankung, also die Einsicht des Betroffenen, dass er überhaupt krank ist und ein (Abhängigkeits-) Problem hat. Das würde aber hier zu weit führen... |
marymary |
Ich denke letztlich sowie grundsätzlich wird ein Kiffer zwangsläufig der Subkultur zusortiert, wie auch alle anderen Drogenkonsumenten von der "guten" Gesellschaft - die sich dann lieber mit Alkohol abschießt- der Unterklasse zusortiert werden. Drogen sind Drogen und die sind offiziell verpönt. Jemand der Drogen nimmt - welcher Art auch immer, da unterscheidet ja nicht jeder, ist gleichzeitig für viele Leute direkt eine durch und durch gescheiterte Existenz, dumm und was nicht noch alles.
Auf der anderen Seite gibt es genügend Yuppies di ein Nobeldiscotheken in weißen Höschen tanzen, Koka ziehen und meinen sie seien etwas Besseres, weil sie ja koksen, Designerdroge etc blabla. Wie oberflächlich sie dabei eigentlich sind, wenn sie die Kiffer zu degradieren probieren, merken sie nicht einmal. Liegts am Koka oder eher an der von vor herein verblendeten Sichtweise? |
greenwalker |
ich glaube koksen macht generell überheblich und arrogant, das ist die wirkung der droge. hab schon öfters ein näschen angeboten bekommen, aber immer dankend abgelehnt, da koks meine persönliche grenze ist. hab schon öfters mitangesehen, wie nach dem konsum ein eigentlich ruhiger und harmloser typ zu einem arroganten und absoluten machoman mutiert ist, der sich wie gott auf der erde vorkommt. neenee, das muss nich sein! greetz greenwalker |
Gott |
Hey, ich bin gott |
marymary |
![]() und Ich bin sowíeso ein Gegner der Schneekönige und der Party nur mit Smarties Anhänger. wie kacke manche Leute aussehen wenn sie drauf sind. Allein die Gesichtskirmes lässt mich sie mit Einzellern gleichsetzen. Gehirnaussetzige die nur noch auf Höhen und Tiefen in der Musik reagieren und nur noch über ihre Sinne funktionieren. Widerlich. |
greenwalker |
gesichtskirmes - das triffts genau!!!! *loooooooooool* |
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