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Konsumeinstellung - Das Leben danach -

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walter
Zum Entzug, dessen Auswirkungen und zu den verschiedensten Reaktionen hier im Board ist, so denke ich, schon genug geschrieben worden.

Nunmehr ein kleiner Abschnitt darüber, wie das Leben weitergeht - nach erfolgter Konsumeinstellung -.

Zu diesem Thema hatte ich einmal ein Gespräch mit einer Drogen-Beraterin, welche mir wochenlange Entgiftungen in irgendeiner Art von geschlossener Anstalten und darauffolgende stundenlange Gruppentherapiesitzungen aufschwatzen wollte. Dies erfolgte in einer Zeit, wo ich aufhören wollte, mir jedoch selbst nicht sicher war, ob man es denn alleine schaffen kann.

Nach dieser Beratung war mir klar, dass man es nur mit seinem eigenem Willen und der festen Entschlussfassung, aufhören zu wollen, hinbekommen kann. Was für ein furchtbarer Drachen, selber nie gekifft oder gekokst aber einem sagen wollen, wie man es beenden kann. Wie der Papst, der einem vorschreiben will, wie und wann man mit seiner Frau schlafen soll. Ich kann Theoretiker nicht ausstehen.

Einen einzigen Satz jedoch hat, die im übrigen sehr ungepflegte Beraterin, grusel, jedoch von sich gegeben, wo ich ihr heute zugestehen muss, dass sie recht behalten hatte: Sie müssen ihr Leben ändern !!

Und so fremdartig und merkwürdig das klingen mag, so brutal hat sich dieser Satz in der Realität ausgewirkt.

Man muss mit seinen Gewohnheiten und mit seinen Freunden brechen.

Man darf sich nicht grundsätzlich mehr bewusst in Situationen bringen, in welchen man früher konsumiert hat. Ich bin z. Bsp. leidenschaftlicher Counter-Striker am PC und habe mit Hingabe dabei geschmaucht, um mit umso mehr Euphorie danach weiterzuballern. Also einstellen !!

Licht abdunkeln, schöne Cd einlegen, hinlegen, schmauchen und sich dann dabei treiben lassen. Einstellen !!

Mit dem Auto nachts auf einen Berg oder vor einen See fahren, rauchen, die Lichter der tiefliegenden Stadt bewundern,das sanfte Plätschern des Wassers hören... Einstellen !!

Das vorgenannte ist alles noch erträglich. Es kommt jedoch noch besser.

Schönes Essen, Wein, eine attraktive Frau, rauchen, ja ja, was wird jetzt wohl kommen: Vorläufig einstellen, damit man auch mal wieder ein Gefühl dafür bekommt, wie schön Zärtlichkeiten auch ohne Hilfsmittel sein können.

Und man muss den engsten Kontakt zu vielen langjährigen Freunden abbrechen, sofern diese weiterkonsumieren, zu Freunden die man schon 20 Jahre kennt, mit denen man Internat und Schulbank gedrückt hat. Und, diese verstehen das oft nicht, wie sollen sie auch, reagieren verletzt, rufen Dich an, und setzen Dich zusätzlich noch mehr unter Druck, der ohnehin schon gigantsich groß ist.

Was wirklich hilft ist Sport, in allen Varianten, bis hin zur Erschöpfung, täglich, möglichst mehrmals. Macht das mal, nach 30 Zigaretten am Tag, ein paar Joints und als "Sesselfurzer". Aber die Endorphine welche dabei frei werden wirken wie eine körpereigene Droge und helfen die Zeit einigermassen zu überwinden.

So long

chill-o-matic
hört sich ja super an, wie du damit umgehst. *abstink*

Vielleicht solltest du dich mal von deinem von dir selbst erschaffenen Druck lösen und es einfach durchziehen ohne lebenswichtige soziale Kontakte einzustellen.
Du machst doch keinen Crack Entzug !

Pantoffelkino Teleshopping
Denke auch. Warum verzichtest Du plötzlich auf alles, was Dir vorher Freude bereitet hat? Macht es "ohne" nicht auch Spaß? Es wäre doch gerade ein Zeichen Deiner neu gewonnenen Stärke, diese aufgelisteten Dinge trotz fehlendem Cannabisrausch wieder genießen zu können.

Und warum den Kontakt zu langjährigen Freunden und Bekannten abbrechen - nur, weil sie Dich in Versuchung bringen könnten, wieder mitzurauchen bzw. nicht akzeptieren, daß Du aufgehört hast? Dann waren es wirklich keine richtigen Freunde.

Ich als Immer-noch-viel-Konsument habe gut reden, aber man sollte diese Droge evtl. nicht überschätzen. Es ist immer noch eine psychische Abhängigkeit, und wenn das Leben ausgeglichen genug ist, sollte man sich vielleicht tatsächlich nicht selbst solch einen Druck aufbauen. Vielleicht mal die Nüchternheit nicht als Verzicht, sondern als neu gewonnene Möglichkeit sehen, bestimmte Dinge im Leben wieder so genießen zu können wie vor der Konsumzeit (würde mir im übrigen auch mal ganz gut tun).

Im übrigen habe ich großes Verständnis für Deinen Ärger über diese "Beraterin". Durch die fehlende Konsumerfahrung und die einseitige Meinungsmache seitens der Politik und des öffentlichen Dienstes ("Einstiegsdrogen"-Märchen etc.) hat diese Berufsgruppe leider häufig null Ahnung von den Auswirkungen von Cannabis. Theoretiker sind ja nicht schlimm, solange sie wissen, wovon sie sprechen. Das scheint bei dieser Frau nicht der Fall gewesen zu sein.

Mosdon
"Vielleicht mal die Nüchternheit nicht als Verzicht, sondern als neu gewonnene Möglichkeit sehen, bestimmte Dinge im Leben wieder so genießen zu können wie vor der Konsumzeit (würde mir im übrigen auch mal ganz gut tun). "

genauso siehts aus kanns aus eigener Erfahrung bestätigen ....

Mr. Kp
@ walter

Ich möcht dir einfach mal meinen Repekt aussprechen und für die interessanten Freds kriegste eine Wasserflasche *geil*

Mfg

gez. Mr. Kp

yamcanadian
Hm es wirkt zwar schon uebertrieben, aber;
er hat schon Recht, dass die haeufigsten Konsummuster sich auf Dinge wie die oben genannte beschraenken, bzw es gibt Leute, in deren Gegenwart man so gut wie immer kifft (und fast nicht anders kann).
Mit denen muss man schon (zumindest vorlaeufig) brechen. Gleich alles abschaffen was vorher Spass gemacht hat muss aber auch nicht sein finde ich - macht dir CS oder Sex nuechtern keinen Spass? *abfeier*

lala
Das kommt noch, zumindest cs. wenn das erst ma wieder voll im gange ist könnte sex , ich sage das jetz etwas "gemildert", dezent in den Hintergrund geraten :)

 [user:16293]

walter
Vielleicht noch einmal einige klärende Worte:

Nichts liegt mir hier in diesem Board ferner, als irgend einem anderen seine "Tüte" schlecht zu machen, seinen Konsum oder gar dessen Häufigkeit zu verteufeln, zu vermiesen oder gar ein schlechtes Gewissen einzureden. Ich habe vollstes Verständnis für jeden der raucht, dafür habe ich selbst viel zu lange und auch zu gerne geschmaucht und dabei auch viele schöne unvergessliche Stunden erlebt, welche ich um keinen Preis missen möchte.

Dies ist ein sehr interessantes Forum, es ist jedoch ein "Sonnenscheinforum". Sicherlich nicht ausschliesslich, aber wenn man sich die Anzahl der Posts in den "normalen" Bereichen in Relation zu denen im Bereich "gesundheitliche Risiken" betrachtet, so fällt einem doch der Unterschied deutlich auf.

Wo jedoch die Sonne scheint, gibt es auch Schatten und auf den möchte ich eigentlich nur einmal gezielt hinweisen. Ich glaube durchaus, daß es genügend Menschen gibt, denen klar ist, dass dem THC auch negative Eigenschaften zu Grunde liegen. Unverständniss empfinde ich jedoch dann, wenn die Substanz THC, und das lese ich aus dem einen oder anderen Post doch häufiger heraus, glorifiziert wird.

Zitat: ©|-|ï|_|_-Ø-™ª†!¢
Du machst doch keinen Crack Entzug !
Zitatende

Mit Crack kann man es sicher nicht vergleichen. Auf die Unterschiede komme ich gerne noch einmal zurück, dies würde hier jedoch den Rahmen sprengen.

THC soll Dein Leben erfreuen, in Situationen, welche Du selbst bestimmst, es sollte jedoch nie ein Teil Deines Lebens werden. Und wenn Du die Hälfte Deines bisherigen Lebens konsumiert hat, dann ist es ein Teil Deines Lebens geworden. Und wenn Du Dich dann davon trennen willst, dann tut es, wie eine Trennung nunmal so von sich geht, weh.

bax*GolD
*hand*

THC soll Dein Leben erfreuen, in Situationen, welche Du selbst bestimmst, es sollte jedoch nie ein Teil Deines Lebens werden. Und wenn Du die Hälfte Deines bisherigen Lebens konsumiert hat, dann ist es ein Teil Deines Lebens geworden. Und wenn Du Dich dann davon trennen willst, dann tut es, wie eine Trennung nunmal so von sich geht, weh.

besser hätt ichs nicht sagen können!
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