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Hille
da [user:14078] meine an einen 15jährigen Bewerber geschriebene E-Mail
...

In Deinem Alter ist Cannabis-Konsum mit massiven Risiken verbunden. Ich will Dir keine Schauermärchen erzählen, aber es ist wirklich so, dass Kiffen für Jugendliche viel mehr negative Aspekte hat als für Erwachsene. Bitte infomiere Dich!

...
ins Lächerliche zieht, von wegen so laute die offizielle Doktrin bzw. meine persönliche Meinung, möchte ich die besonderen Risiken des Cannabis-Konsums für Jugendliche hier zur Diskussion stellen.

ich will hier keine persönliche Erfahrungen austauschen, denn die helfen uns hier nicht weiter.

ich möchte mit Euch mögliche Risiken speziell für Jugendliche und möglichst verlässliche Quellen zusammentragen. so können wir uns einen Überblick verschaffen. vielleicht finden wir sowas wie eine gemeinsame Linie, die wir dann nach außen kommunizieren können, z.B. über unser Wiki.

offtopic ist hier nicht gewünscht und wird ausnahmslos gelöscht.

ich fang mal an, in dem ich 3 mögliche Risiken nenne und Vorschläge zur Suche nach entsprechenden Quellen mache.

ich betone nochmals, es geht hier um Risiken, die entweder nur oder verstärkt auftreten, je jünger die Konsumenten sind. der Aspekt ist insbesondere aus den Quellen herauszuarbeiten. ob die Quelle besondere Gefährdung jugendlicher Konsumenten bejaht oder verneint, ist dabei unerheblich. es geht nicht darum, meine Behauptung aus der E-Mail zu stützen - wenn ich Scheiße erzählt habe, dann steh ich auch dazu.

1. Cannabis-Konsum verändert das Belohnungssystem des Gehirns

mögliche Quellen: http://www.google.de/search?q=cannabis+belohnungssystem

2. Cannabis-Konsum erhöht das Risiko an psychotischen Symptomen zu erkranken
mögliche Quellen: http://www.google.de/search?q=cannabis+psychose+jugendliche

diese Liste könnt Ihr natürlich ergänzen, mögliche Risiken bitte fett formatieren und nummerieren.

Herbarius
In der ARTE-Doku "Gehirn unter Drogen: Cannabis - Die Wissenschaft vor 100 Fragen" wird dies auch so beschrieben.

Hille

CoSaNoStra
Dauerkonsum im frühen Alter ist definitiv Entwicklungshemmend. Der Jugendliche ist von seiner Kognitiveentwicklung noch nicht so ausgereift, sodass er zu einer hohen Wahrscheinlichkeit schäden davon nimmt.

Klar mann kann unterscheiden zwischen stabilen und unstabilen Personen...Das sehe ich auch,jedoch muss man so ehrlich sein und sich eingestehen das Drogen jeglicher Art nichts für Jugendliche sind.

Ich habe hier so einiges an Material diesbzgl. ich werde es mir mal wieder bei Gelegenheit durchlesen und zusammenfassen

Hille
Ich habe hier so einiges an Material diesbzgl. ich werde es mir mal wieder bei Gelegenheit durchlesen und zusammenfassen
ja bitte, darum geht es hier.

->Jayjay<-
Ich denke selber auch, dass Cannabis sehr gefährlich für den Entwicklungsprozess von Jugendlichen sein kann.

Als Quelle dafür würde ich dieses Buch nennen, das ich mal gelesen habe. Kann mich allerdings nicht mehr errinern wo die Textpassage zu finden ist, die dies beschreibt.

Arthur Dent
Ich habe hier so einiges an Material diesbzgl. ich werde es mir mal wieder bei Gelegenheit durchlesen und zusammenfassen
Das wäre sehr nett von dir.

Persönlich kann ich keine Fakten beitrage, aber einen Gedankengang: Je jünger ein Organismus, desto empfindlicher ist er im allgemeinen ggü. "Schadstoffen" (im weitesten Sinne). Und bei Drogen im allgemeinen wird z.B. auch davon abgeraten, Neugeborene mit Pfeffermiztee zu Füttern, Kindern Kaffee zu geben usw. Das Nikotin in jungen Jahren genoßen zu Wachstumsstörungen kommen kann, ist mittlerweile auch Stand der Kenntnis. Zudem kommt es gerade in der Pubertät zu einem "Totalumbau" im Körper. Daher würde es mich sehr wundern, wenn Cannabis "zu Früh" konsumiert nicht zu Problemen führen würde.

 [user:165]

Hille
3. Eintritt in die Pubertät kann verzögert werden.
Insbesondere vor der Pubertät kann das komplexe hormonelle Zusammenspiel insbesondere durch Beeinflussung der Hormonsekretion der Hirnanhangdrüse reversibel gestört werden. Der Eintritt der Pubertät kann eventuell bei regelmäßigem starken Konsum verzögert werden. Dies wurde allerdings bisher nur in einem Fall - bei starkem Marihuanakonsum eines männlichen Jugendlichen - konkret nachgewiesen.

Quelle: http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/medizin.htm

Hans Wurstsuppe
Aus dem Wikipedia- Artikel:

Je früher und je intensiver in regelmässigen Konsum eingestiegen wird, desto größer ist die Gefahr, ...
4. ... ein geringeres Hirnvolumen sowie ein ungleiches Hirnmasseverhältnis zu bekommen.
5. ... eine veränderte Hirndurchblutung zu entwickeln.
6. ... das körperliche Wachstum einzuschränken.


Es gibt zahlreiche Studien, in denen das Gehirn auf mögliche bleibende Veränderungen in Struktur und Funktion durch THC-Wirkung untersucht wurde. Dabei zeigten sich unterschiedliche, z.T. widersprüchliche Ergebnisse. Als relativ gesichert gilt lediglich, dass negative Auswirkungen auf das Gehirn umso stärker zu befürchten sind, je früher jemand im Jugendalter in einen regelmäßigen Konsum einsteigt und je intensiver in dieser Phase des Heranwachsens konsumiert wird. Im Folgenden sind einige Studienergebnisse wiedergegeben. Wilson et al..[5] fanden heraus, dass Probanden, die vor dem Alter von 17 Jahren anfingen, Cannabis zu konsumieren, verglichen mit jenen, die später anfingen, ein verringertes Hirnvolumen sowie ein erhöhtes Verhältnis von weißer zu grauer Hirnmasse hatten. Männliche Versuchspersonen, die vor dem Alter von 17 Jahren anfingen, hatten einen höheren CBF-Wert („cerebral blood flow“, dt. Gehirndurchblutung) als andere Versuchspersonen. Sowohl Männer als auch Frauen, die früher begannen, hatten eine kleinere Körpergröße und ein geringeres Gewicht, wobei diese Effekte bei Männern stärker nachzuweisen waren. Solche Effekte scheinen demnach stark von der Frühzeitigkeit und vor allem der Intensität des Cannabiskonsums im Jugendalter abhängig zu sein. Daher ist v.a. sehr jungen Jugendlichen von regelmäßigem Konsum abzuraten.

Auch eine weitere Studie ergab, dass die Großhirnrinde von Langzeitkonsumenten schlechter durchblutet wird.[6] Kritiker behaupten, diese Ergebnisse würden weniger die Schädlichkeit der Cannabinoide nachweisen, sondern vielmehr die schädliche Wirkung des Einatmens von Verbrennungsgasen.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Cannabis#Auswirkungen_auf_das_Gehirn


Siehe auch Cannabis verändert die Hirndurchblutung zu Punkt 5.

(Die Punkte kann man auch zusammenfassen oder anders formulieren, wie es halt gewünscht ist...)



7. Wer vor dem ersten Konsum Nichtraucher war, kann durch ihn schnell eine Nikotinabhängigkeit entwickeln.

Bei Konsum von Cannabis mit Tabak (der häufigsten Darreichungsform) ist es möglich, dass ein zuvor nicht Tabak rauchender Cannabiskonsument eine Nikotinabhängigkeit entwickelt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Cannabis#Mischkonsum_von_Cannabis_und_anderen_Drogen

Verbunden mit allen durch den Tabakrauch ausgelösten Risiken...

offtopic:
Als Paradebeispiel für Risiko Nr. 7 könnte ich mir gerade wieder in den Arsch beissen.




8. Wer früh mit einem regelmäßigen Konsum anfängt, riskiert eine dauerhafte Gefährdung seiner Persönlichkeitsentwicklung.

Viele Experten sind sich einig darüber, dass Kinder und Jugendliche Cannabis meiden sollten. Insbesondere in dieser wichtigen Entwicklungsphase eines Menschen besteht die Gefahr, die Persönlichkeit durch Cannabiskonsum empfindlich zu verwirren [24] (Lit.: Kleiber, Kovar, 1997).

Dies geht einher mit der Annahme, dass der Grad der persönlichen Reife ein wichtiger Faktor beim Cannabiskonsum ist. Wer sich selbstständig im Leben bewegt und die Wirrungen der Übergangszeit vom Jugendlichen zum Erwachsenen vollzogen hat, habe voraussichtlich weniger Probleme mit Cannabis zu erwarten als unreife Persönlichkeiten mit ungefestigtem Leben. Dieser Prozess dauere häufig bis in die erste Hälfte der „zwanziger Lebensjahre“ Diese Angaben beziehen sich auch auf das Einstiegsalter [25]. Wer früh mit einem regelmäßigen Konsum anfängt, läuft demnach Gefahr, seine Persönlichkeitsentwicklung dauerhaft zu gefährden. Menschen, die in ihrer Persönlichkeit gefestigt sind, sind weniger für eine Schädigung anfällig.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Cannabis#Entwicklung_und_pers.C3.B6nliche_Reife

ko'ben
8.1 Frequent cannabis use in teenage girls predicts later depression and anxiety, with daily users carrying the highest risk. Given recent increasing levels of cannabis use, measures to reduce frequent and heavy recreational use seem warranted.

BMJ. 2002 November 23; 325(7374): 1195–1198.

8.2 [...] early cannabis use (by age 15) confers greater risk for schizophrenia outcomes than later cannabis use (by age 18)

BMJ. 2002 November 23; 325(7374): 1212–1213.

Andréasson S, Allebeck P, Engström A, Rydberg U., Lancet. 1987 Dec 26;2(8574):1483-6

An increase in adolescent marijuana use was associated with a decrease in the likelihood of attaining at least a high school education, a more than tripling of the risk of self-deviancy, and an increase in the risk of all of the other problem behaviors, including violence toward others, sexual problem behaviors, and being incapacitated at school or work. *grübel* *tränenlach*
von The risks for late adolescence of early adolescent marijuana use.
J S Brook, E B Balka, and M Whiteman
Am J Public Health. 1999 October; 89(10): 1549–1554.


Ich denke am letzten Beispiel wird das Problem einer Zitationssammlung (ohne dessen Bewertung) deutlich. Jeder der bisherigen Punkte wäre einen eigenen Thread wert.

Kitty, just Kitty
Rauschdrogen wie Alkohol, Cannabis und Ecstasy werden in zunehmendem Maße von Jugendlichen konsumiert. Ihre suchtauslösende Wirkung und ihr schädigender Einfluss auf das Gehirn des erwachsenen Organismus sind bereits relativ gut erforscht; was diese Drogen dagegen in dem sich entwickelnden Nervensystem von Heranwachsenden anrichten, ist weitaus wenigererforscht.

Insbesondere während der Pubertät finden entscheidende Reifungsprozesse des
Gehirns statt. Dies gilt vor allem für diejenigen Hirngebiete, die für kognitive Funktionen (Lernen, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Handlungsplanung) verantwortlich sind, wie beispielsweisedie frontale Hirnrinde.

Wie die meisten Rauschdrogen besitzen insbesondere Alkohol und Cannabis ein breites Wirkungsspektrum und interagieren mit mehreren Transmittersystemen im Gehirn. Da liegt die Gefahr für weitreichende Schädigungen. Da gerade Alkohol und Cannabis sehr häufig bereits in der Pubertät konsumiert werden, müssen diese Mechanismen und Zusammenhänge dringend untersucht werden, um die Risiken vernünftigeinschätzen zu können.

Befunde aus Tierexperimenten sind alarmierend. In der Abteilung Neuropharmakologie des Instituts für Hirnforschung erforschen Wissenschaftler die Wirkung von Cannabispräparaten und von Alkohol auf die Entwicklung des Gehirns von Ratten. Mit biochemischen, anatomischen und physiologischen Methoden werden einerseits die neuropathologischen Folgen der chronischen
Gabe von Cannabis und Alkohol untersucht. Andererseits werden bei den erwachsenen Ratten, die während der Pubertät behandelt wurden, in aufwändigen Verhaltenstests verschiedenste kognitive Funktionen geprüft.

Die bisherigen Studien zeigen eindeutig: Die chronische pubertäre Gabe von Präparaten, die Cannabisrezeptoren stimulieren, führt dazu, dass grundlegende kognitive Funktionen nachhaltig gestört werden. Die gleiche Behandlung bei erwachsenen Ratten zeigte keine Wirkung. Ähnliche Ergebnisse liegen inzwischen auch fürdie pubertäre Alkoholgabe vor. Hier kommt es zu neuropathologischen Veränderungen, die wahrscheinlich kaum oder sogar gar nicht reversibel sind. Alarmierender kann die Warnung vor pubertärem Drogenkonsum nicht sein.


Quelle: Professor Dr. Michael Koch, Universität Bremen, Institut für Hirnforschung; nachzulesen auf http://www.neuro.uni-bremen.de/~zkw/downloads/ZKW.pdf

Lézard
<...>Der Grund dafür liegt in der Störungsempfindlichkeit
insbesondere des jugendlichen Gehirns, das
sich noch in der Entwicklung befindet. Da das THC
im Kleinhirn Gebiete beeinflusst, die die Zeitwahrnehmung
regeln, die Bewegungsabläufe steuern,
das Lernen und Behalten ermöglichen und die die
Einschätzung und Bewertung von Situationen und
Menschen vornehmen, kann der Cannabiskonsum
bei Kindern und Jugendlichen zahlreiche Lern- und
Entwicklungsprozesse nachhaltig behindern oder
verhindern. Außerdem stört THC das körpereigene
Belohnungssystem und kann dadurch – insbesondere
bei jungen KonsumentInnen – den Wunsch nach
intensiverem oder häufigerem Cannabiskonsum
hervorrufen.<...>


Quelle: ginko e.V

Dr.Pepper
Ich gebe noch zu bedenken, dass wie bei allem die Menge das Gift macht.
Das muss für eine neutrale Sichtweise auch beachtet werden.

Hille
@Kitty, just Kitty in Post #1102800
Wie weit die Ergebnisse der Studie tatsächlich auf Jugendliche übertragbar sind, ist schwer zu sagen.

* Eine Ratte ist mit nur 70 Tagen erwachsen. Die Rattenpubertät, während derer die Versuchstiere eine Substanz verabreicht bekamen, die ähnlich wirkt wie der Cannabishauptwirkstoff THC, dauert nur ca. einen Monat. Bei Menschen dauert die Geschlechtsreife im Schnitt 4 1/2 Jahre (d.h. 54 Monate).
* Die Ratten bekamen Injektionen von 1,2 mg des Cannabinoids WIN 55,212-2 (WIN-2) pro kg Körpergewicht. An zehn Tagen bekamen die Ratten keine Drogen, an weiteren 10 Tagen wurde ihnen jeweils eine Dosis verabreicht und an fünf Tagen jeweils zwei Dosen. Die Tiere standen also während ihrer Pubertät insgesamt an 60% aller Tage unter Drogen. Die meisten Menschen, die Cannabis gebrauchen, verwenden es dagegen nur gelegentlich. Laut Repräsentativumfrage des Instituts für Therapieforschung konsumierten nur 10,7% der aktuellen Konsumenten an mindestens 200 Tagen des vergangenen Jahres Cannabis. 89,3% konsumierten also seltener.
* WIN-2 kommt nicht in der Cannabispflanze vor. Es wird künstlich hergestellt und wirkt etwa 4-mal stärker als der Hauptwirkstoff von Cannabis, delta-9 THC. Auf einen 50-60 kg schweren Jugendlichen übertragen, entspricht die verwendete Dosis also 240 bis 290 mg THC, entsprechend 3 bis 3,6g Haschisch zu 8% Wirkstoffgehalt.
* Überträgt man das Konsumverhalten, das die Wissenschaftler für die Ratten aussuchten, auf den Menschen, dann entspricht es einem Jugendlichen, der vom Alter von 13 bis 18 Jahre konstant monatlich 400-500 Euro für Haschisch ausgibt (20-25g pro Woche). Ein solches Konsummuster mag es zwar vereinzelt geben, aber es ist kaum repräsentativ, insbesondere für diese Altersgruppe.


Quelle: http://www.cannabislegal.de/cln/cln130.htm#3


@Lézard in Post #1103078
da fehlt die eigentliche Quelle zur Information. ist aber ein sehr interessanter Link.



ein allgemeiner Hinweis, ordnet doch bitte Eure Infos bestehenden Punkten zu oder fügt entsprechend neue hinzu.

@Dr.Pepper
dass das Risiko mit zunehmender Menge steigt, sollte jedem klar sein.

Reallife
Den Text mit den Tierversuchen kannst du knicken. (Falsche Spezies)

"Würde man heutzutage eine Zulassung für Penizillin beantragen, so würde dieses sang – und klanglos duchfallen. Injizierte man dieses segensreiche Heilmittel Karnickeln, sie würden tags darauf elendig verenden – Tierversuch nicht bestanden."

Quelle: http://www.little-idiot.de/Tierversuche.pdf

Weiterführende Quelle:

http://www.tierversuchsstadt-wuerzburg.de/dieethik/diepharmaindustrie/index.html
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