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Berliner Kiffer fordern Hasch-Boykott

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UsualRedAnt
Berliner Kiffer fordern Hasch-Boykott
Presseerklärung des Bündnis Hanfparade e.V. vom 05.05.2006

Anlässlich des am Samstag stattfindenden Global Marihuanna March 2006 rufen Berliner HanfkonsumentenInnen zum Boykott Marokkanischer Cannabisprodukte auf. Marokkaner kommt ihnen erst wieder in die Pfeife, wenn das Königreich seine Flüchtlingspolitik überdenkt! Marokko lässt Flüchtlinge vom Militär in die Wüstenregionen fahren und setzt sie dort oft ohne Wasser und Lebensmittel aus.

---

Am kommenden Samstag finden in mehr als 200 Städten der Welt zeitgleich Veranstaltungen zum Thema Legalisierung von Cannabis statt. Auch deutsche Städte beteiligen sich an der Aktion, die auf die negativen Auswirkungen des Hanfverbotes aufmerksam machen soll.

In Berlin wollen sich um 14:00 Uhr HanffreundInnen vor dem Bundesjustizministerium versammeln und für eine Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel demonstrieren. Die Demonstration zieht dann zur Botschaft Marokkos, um dort eine Protestnote zu übergeben und zum Boykott markkonischen Haschischs aufzurufen. Marokko ist einer der größten Produzenten des in Deutschland verbotenen Cannabisprodukts. Mit ihrem Verzicht wollen sie gegen die menschenunwürdige Flüchtlingspolitik des „Maghrebinischen Königreichs“ protestieren. Laut Amnesty International ist die Menschenrechtslage in Marokko prekär. Flüchtlingen droht willkürliche Inhaftierung und Folter. Immer wieder werden Menschen darüber hinaus im wüstenartigen Grenzgebiet zu Algerien ausgesetzt. Oft ohne Wasser, Nahrung oder medizinische Versorgung!

Da alle Appelle von Flüchtlingshilfeorganisationen, der UNO und der Europäischen Union wirkungslos geblieben sind, fordern die Demonstranten Sanktionen und gehen mit gutem Beispiel voran. Sie verzichten auf marokkanisches Haschisch und wollen das Land damit finanziell zum Einlenken bewegen. Neben dem Tourismus sind Produktion und Export von Haschisch eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes.

Im Anschluss an die Übergabe der Protestnote zieht die Demonstration zum Hanf Museum Berlin, wo in der Zeit von 16:00 bis 20:00 Uhr eine Informationsveranstaltung zum GMM 2006 stattfindet.

kingston-yard der liebeskr..
coole sache! kein zweifel! habe nur angst, dass die ganze sache wieder von politikern und medien als ne aktion von "drogensüchtigen" angeprangert wird und so ein schlechtes licht darauf fällt, dass der eignetlich gute kerngedanke den meisten verborgen bleibt!

Pantoffelkino Teleshopping
Inwiefern soll denn die marrokanische Politik bzw. deren Behörden von dieser Aktion beeinflusst und geschädigt werden, noch dazu aus einem völlig anderen Themengebiet (-> Flüchtlingspolitik)?
Müßte der Hebel nicht an ganz anderer Stelle angesetzt werden, anstatt zu solchem blinden Aktionismus aufzurufen?

Haschischverkauf und -anbau (außer der "traditionelle", nicht gewerbliche Anbau) sind schließlich auch in Marokko offiziell illegal. Es wäre mir neu, daß Haschischanbau und Export dem marrokanischen Staat Steuereinnahmen bringen. Vielleicht abgesehen von Bestechungsgeldern an einzelne Staatsdiener.

Wenn dem nicht so ist und Marokko durch Haschischexport Steuern einnimmt, bitte ich darum, mich mit einer passenden Quelle zu korrigieren.

Aber letztendlich wären die einzigen, die unter dem "Boykott" (wenn er denn wirksam wäre) wirklich leiden würden, doch die Hanfbauern, die sich mit den Einnahmen ohnehin keine goldene Nase verdienen und häufig nur Haschisch anbauen, weil ihnen finanziell keine andere Wahl bleibt und die Arbeitsplätze in den Städten knapp sind (man muß sich hierzu nur den Dokumentarfilm "Haschisch - ein Dorf auf Drogen" anschauen).

Aber der Boykott wird wohl ohnehin keine besonderen Auswirkungen haben, da ihm sicher nicht mehr als ein Bruchteil der europäischen Konsumenten folgen wird.

Darauf 'nen Kopf Ketama Gold. *zwinker*

Leb0rKurtbrötchen
und was soll ich dann rauchen? wirft für uns dann marokko bald care-pakete ab? *gnicker*

Hans Wurstsuppe
Sie verzichten auf marokkanisches Haschisch und wollen das Land damit finanziell zum Einlenken bewegen.

Quelle: UsualRedAnt

Pantoffelkino Teleshopping sagt es, damit bestraft man nur die kleinen Leute dort. Blinder Aktionismus ist da fast noch untertrieben, hoffentlich machen nur wenige mit.

Ich höre vorsichtshalber mal auf, vielleicht haben sie ja doch recht.
Aber ich wäre sehr überrascht, wenn hier einer "eine passende Quelle" aufzeigt...

Weedy ohne weed
*lol*

pro person sind dann 50g in monat geplant...


*kiff*

UsualRedAnt
Marokko liefert rund 70% des in der EU gerauchten Haschischs. Glaubt ihr wirklich dieses Riesengeschäft hat keinen Einfluß auf die Marokkanische Wirtschaft?

Natürlich ist der Anbau und Export nicht legal, trotzdem bringt er dem Land jede Menge Euro ein.

Vielleicht gerät der König ja innenpolitisch unter Druck wenn man den Boykott durchzieht.

Ach ja... Uns ist natürlich klar, dass der Aufruf Aktionismus is, aber anläßlich des MMM keine Aktion zu machen is auch nicht hilfreicher.

LoneWolf
Naja, aber woher weiss dass mein Zeug aus Marokko ist?
Mein Dealer kann mir doch was vom Pferd erzählen...

Ziad.AL.Fuser


Ihr seit ja lustig! Das ist wirklich scheiße was Marrokko macht, aber meint ihr, das wenn man ein Boykott gegen Hasch macht, das man dadurch weiterkommt?

Ihr musst einen Urlaubsstop machen..... weil die Regierung ja nichts vom Haschverkauf hat...... also wirtschaftlich gesehen!

Oder sehe ich es falsch????

UsualRedAnt
Ziel sollte es sein Aufmerksamkeit auf das Problem zu lenken. Leute die unseren Hasch-Boykott für sinnlos halten denken ja vielleicht über "sinnvollere" Aktionen nach.

Und das das Königshaus vom Haschhandel nicht profitiert kann ich mir nicht vorstellen. Immerhin ist es einer der größten Wirtschaftszweige des Landes...

Kantakukuruz
*tränenlach*

Ojojoj... da sind den Freunden von der Hanfparade aber tüchtig die Gäule durchgegangen. Die Idee könnte glatt von Ströbele sein...

Für nächstes Jahr könnte ja schon mal angedacht werden, die Kiffer in Deutschland dazu aufzurufen, nur noch biologisch angebautes Cannabis mit offiziellem "Fair Trade"-Siegel zu kaufen.

Soll die Hanfparade eigentlich eine Veranstaltung sein, die in der Öffentlichkeit bestehende Vorurteile gegen Hanfkonsumenten abzubauen versucht? Oder eine, die den Eindruck nahe legt, dass Kiffen doch aufs Hirn geht?

Pantoffelkino Teleshopping
Marokko liefert rund 70% des in der EU gerauchten Haschischs. Glaubt ihr wirklich dieses Riesengeschäft hat keinen Einfluß auf die Marokkanische Wirtschaft?

Natürlich ist der Anbau und Export nicht legal, trotzdem bringt er dem Land jede Menge Euro ein.

Quelle: UsualRedAnt

Eben dafür hätte ich gerne eine Quelle bzw. einen Beleg gelesen.

Ich habe zwar gelesen, daß ca. eine Million Marrokaner vom Hanfanbau leben, aber das sind doch die Bauern, die sich mühselig ein paar Dirhams damit verdienen, um die Familie gerade noch eben versorgen zu können. Was hat aber der König bzw. die Regierung damit zu tun?

Der gewerbliche Anbau und Verkauf ist nicht legal, also profitiert die öffentliche Kasse von keinen Steuereinnahmen. Im Gegenteil, die Strafverfolgung des Schmuggels auf den Straßen, an Flug- und Seehäfen dürften sich auch die marokkanischen Behörden einiges kosten lassen.

Dem Hanfbauern bringt der Anbau und Verkauf hingegen seinen knappen Lebensunterhalt ein, insofern wandert dadurch schon viel Geld nach Marokko - aber inwiefern die Regierung durch den illegalen Handel unterstützt werden soll, ist mir immer noch ein Rätsel. Am Fiskus geht doch alles vorbei, solange das Produkt nicht legal verkauft wird. *???*

Wie gesagt, wenn ich falsch liege, lasse ich mich gerne durch einen Artikel aus dem Netz o.ä. belehren.

s
Wenn dem nicht so ist und Marokko durch Haschischexport Steuern einnimmt, bitte ich darum, mich mit einer passenden Quelle zu korrigieren.

Haschisch geht raus aus Marokko, Geld kommt dafür rein (und zwar Milliarden), das Geld wird ausgegeben, der Staat erhält Steuern. Brauchste da echt ne Quelle für??

Na ja, mir isses egal, den handelsüblichen Dreck aus Marokko rauche ich sowieso nicht. *snob*

 [user:11963]

UsualRedAnt
Zitat von Aakkknrtuuuz:
"Soll die Hanfparade eigentlich eine Veranstaltung sein, die in der Öffentlichkeit bestehende Vorurteile gegen Hanfkonsumenten abzubauen versucht? Oder eine, die den Eindruck nahe legt, dass Kiffen doch aufs Hirn geht?"

---

Die 10. Hanfparade findet wie gewoht im August, nämlich am 5. statt und hat mit der Berliner Veranstaltung zum GMM2006 nicht viel zu tun (außer dass beide vom gleichen Team organisiert werden). Infos zur Hanfparade - www.Hanfparade.de

Ich denke nicht, dass es der Öffentlichkeit unangenehm auffällt, wenn die Legalizer mal über ihren Tellerrand schauen. Die klassische Pro-Cannabis-Argumente kennt ja fast jede(r). Und Kiffer an ihre politische Verantwortung auch beim Einkaufen zu erinnern halte ich auch nicht für falsch.

Dazu kommt noch, dass in den sechs Jahren, in denen es einen MMM in Berlin gibt, nie mehr als zwei Dutzend Leute da waren. Da muss man sich schon was einfallen lassen um überhaupt wahrgenommen zu werden.

UsualRedAnt
Hier unser Protestbrief, den wir im laufe der Demo an den Botschafter Marokkos übergeben wollen.

Werter Herr Botschafter Rachad Bouhlal! Eure Majestät König Mohammed VI!

An den Grenzen ihres schönen Landes spielt sich eine menschliche Tragödie ab. Täglich versuchen ausgehungerte, verzweifelte und oft besitzlose Menschen Marokko zu verlassen und ein neues und wie sie hoffen besseres Leben in der Europäischen Union zu beginnen. Den Wenigsten gelingt die Flucht. Ein weit größerer Teil wird von marokkanischen Sicherheitskräften aufgegriffen und inhaftiert.

In den vergangenen Jahren kam es dabei immer wieder zu Übergriffen, Gewalt und Folter. Sicher haben auch Sie die Bilder erschossener, ertrunkener oder von Stacheldraht zerrissener Frauen und Männer nicht vergessen. Wir haben sie deutlich vor unserem geistigen Auge und sind von der Vorstellung erschüttert, dass Menschen lieber den Tod in Kauf nehmen, als in ihre von Hunger, Arbeitslosigkeit und Bürgerkrieg geprägten Heimatländer zurück zu kehren.
Amnesty International und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen berichten darüber hinaus davon, dass ihre Sicherheitskräfte Flüchtlinge in das wüstenhafte Grenzgebiet zu Algerien verfrachten und sie dort aussetzen. Oft sind diese Menschen der lebensfeindlichen Umgebung ohne Wasser, Lebensmittel oder medizinische Versorgung ausgesetzt. Viele überleben den Marsch zur nächsten menschlichen Siedlung nicht.

Wir appellieren an Sie als gläubigen Moslem. Üben Sie Barmherzigkeit! Beenden Sie diese menschenverachtende Praxis.

Wir wissen um die Verantwortung der Europäer und unserem Beitrag zu diesem dunklen Kapitel der Geschichte. Wir bitten Sie. Machen Sie sich nicht zum Handlanger europäischer Sicherheitsinteressen. Lassen Sie nicht zu, dass Europa sich hinter Festungsmauer versteckt. Nutzen Sie ihren Einfluss um unseren Politiker klar zu machen, dass die Situation der Flüchtlinge in Marokko auch ein europäisches Problem ist. Weigern Sie sich Werkzeug der Angst vom allem Fremden zu werden.

Nur so können Sie verhindern, dass EU- Politikern Sie als Polizeiknüppel missbrauchen!

Lange haben wir wie ohnmächtig zugesehen. Die menschenunwürdigen Zustände im Maghrebinischen Königreich zu lang einfach still ertragen. Nun ist es an der Zeit unseren Beitrag zu leisten um für eine bessere Flüchtlingspolitik zu kämpfen.
Keiner von uns hat das Vergnügen regelmäßig in Ihr schönes Land zu reisen, unsere politische Macht beschränkt sich allzu oft auf Kreuze an der einen oder anderen Stelle des Wahlzettels. Dennoch haben wir unsere scheinbare Hilflosigkeit überwunden und einen Weg gefunden Ihnen unsere Wut mit zu teilen.

Um gegen die Flüchtlingspolitik Marokkos und die Untätigkeit Ihrer Majestät in dieser Angelegenheit zu protestieren rufen wir die Hanffreunde Europas auf:

Kauft kein marokkanisches Haschisch mehr!

Für eine Welt ohne Grenzzäune! Gegen Polizeiwillkür, Folter und Tod! Wenn die Guten nichts tut, triumphiert das Böse! Gemeinsam können wir etwas ändern!

Möge die Weisheit ihrer Vorväter ihre Schritte lenken und ihr Herz erwärmen.

Mit freundlichen Grüßen
Die Unterzeichner

 [user:11963]

Tinschn
Weis irgendwer wo ich den Film saugen kann?! hab viel drüber gehört und gelesen und würde ihn gerne guckn....

Arthur Dent
Weis irgendwer wo ich den Film saugen kann?
Du kannst ihn ganz normal im Handel auf DVD kaufen. Z.B. hier: <amazon>B0001IOZRU</amazon>

 [user:14078]

MadMann
word@[user:14078]

Spätzünder
Dazu kommt noch, dass in den sechs Jahren, in denen es einen MMM in Berlin gibt, nie mehr als zwei Dutzend Leute da waren.


Und diese zwei Dutzend rufen jetzt zum Boykott auf?

UsualRedAnt
Es tut mir Leid wenn es soviel Unverständnis hervorruft, wenn Legalisierungsorganisationen mal über den eigenen Tellerrand schauen...

Aber es steht ja allen frei sich (z.B. im Bündnis Hanfparade e.V.) zu engagieren und andere Aktionen zu starten. :)
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